Fuscher Wegscheide

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Pinzgauer Wallfahrt 2011. Die Fuscher Wegscheide befindet sich im Bildhintergrund links unterhalb der heutigen Straße.
Blick aus Richtung Fuscher Wegscheide in das Seidlwinkltal. Im Bildhintergrund links das Mittertörl.

Die Fuscher Wegscheide ist eine Weggabelung, die für den historischen Saumverkehr über den Tauern von Bedeutung war.

Lage

Die Fuscher Wegscheide liegt am oberen Ende des Seidlwinkltals und befindet sich zwischen Mittertörl und Hochtor (Tunnel) etwas unterhalb der Großglockner Hochalpenstraße, deren Trassierung die Situation vor Ort etwas verändert hat. Hier trifft der Saumweg, der durch das Raurisertal und das Seidlwinkltal heraufführt, auf den Weg, der von Fusch über das Ferleitental und das Fuscher Törl Richtung Hochtor weiter führt. Beide Wege sind Teil der sog. Oberen Straße, die einst von Venedig über Gemona, Lienz und Salzburg weiter nach Nürnberg führte, während die Bezeichnung für die Handelsroute über Gemona, Villach, Spittal, Werfen, und Salzburg Untere Straße lautete.

Bedeutung

Ursprünglich war der Saumweg über Ferleiten mit dem Ferleiten Tauernhaus von größerer Bedeutung, wobei stets auch der Weg von Rauris herauf genutzt wurde. Später änderte sich das und es wird angenommen, dass der Weg über das Raurisertal, das Seidlwinkltal, vorbei am Rauriser Tauernhaus über die Fuscher Wegscheide eine höhere Frequenz aufwies.

Pinzgauer oder Heiligenbluter Wallfahrt

Bei der Pinzgauer Wallfahrt nach Heiligenblut (Großglockner Wallfahrt) treffen an der Fuscher Wegscheide die “Rauriser“ mit den „Fuschern“ zusammen und gehen dann gemeinsam weiter nach Heiligenblut. Am Beindlkar, unweit der Fuscher Wegscheide, fand Richard Treuer, ebenfalls im Zuge der Heiligenbluter Wallfahrt, 1946 einen bronzezeitlichen Dolch.

Auch andere Funde, wie der Rauriser Münzschatzfund und der sog. Rauriser Goldschatz verweisen auf die geschichtliche Bedeutung des alten Tauernweges, der vom Seidlwinkltal über die Fuscher Wegscheide zum Hochtor führte.

Quellen

  • Das Rauriser Tauernhaus, Fritz Koller (Red.), HG Salzburger Nationalparkfonds, 1991
  • Josef Lahnsteiner, Unterpinzgau, Eigenverlag, Hollersbach, 1960
  • Topografische Karte 3227 - Ost, Heiligenblut, Österreichische Karte 1:25 000V, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, 2009