Andreas Kiefer

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Image Kiefer Andreas.jpg

Hofrat Dr. iur. Andreas Kiefer (* 6. Oktober 1957 in Salzburg) ist Europaratsfunktionär und ehemaliger Leiter des Salzburger Landes-Europabüros.

Leben

Dr. Andreas Kiefer studierte Rechtswissenschaften (1984 Dr. iur.) und Wirtschaftswissenschaften and der Universität Salzburg und der Universität Linz.

Er war seit 1983 im Salzburger Landesdienst beschäftigt. Nach seiner Promotion war er vom Juli 1984 bis Ende 1995 Leiter des Büros von Landeshauptmann-Stellvertreter und später Landeshauptmann Dr. Hans Katschthaler.

Mit 1. Jänner 1996 wurde er zum Leiter des Landes-Europabüros, einer eben erst neu geschaffenen Fachabteilung der Landesamtsdirektion, bestellt.

Von 2000 bis 2009 vertrat er die österreichischen Länder bei der Vorbereitung der Regierungskonferenzen 2004 (Vertrag über eine Verfassung für Europa) und 2007 (Vertrag von Lissabon). Von 2006 an war er gemeinsamer Ländervertreter für die Umsetzung der innerstaatlichen Kontrolle von Subsidiarität und Verhältnismäßigkeit von EU-Regelungen durch die Länder. 2003 war er Generalsekretär der Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten europäischer Regionen mit Gesetzgebungsbefugnissen (REGLEG).

Im April 2010 wechselte er als Generalsekretär des Kongresses der Gemeinden und Regionen im Europarat nach Straßburg (Frankreich).[1] Während seiner ersten Funktionsperiode war er noch als Leiter des Landes-Europabüros karenziert, gab diese Position aber im Jahr 2015 auf.

Kiefer ist Verfasser zahlreicher Publikationen zu Themen wie Bundesstaatsreform und Föderalismus, Europa der Regionen, Ausschuss der Regionen und internationale grenzüberschreitende Zusammenarbeit.[2]

Kiefer ist mit Carmen Kiefer, PR-Beraterin und Vizebürgermeisterin von Kuchl, verheiratet. Sie haben drei Kinder. Sohn Severin Kiefer ist erfolgreicher Eiskunstläufer.

Porträt

(2015) Andreas Kiefer ist der ranghöchste Österreicher im Europarat – und will es für eine weitere Amtszeit bleiben. Was ihn so weit gebracht hat? Vielleicht auch sein Sternzeichen, meint er. Gerecht, aufmerksam und respektvoll sollen Menschen mit Sternzeichen Waage sein.

Gut zuhören können und den Partner ernst nehmen sind für Andreas Kiefer auch jene Eigenschaften, die ihm auf dem internationalen Politparkett geholfen haben. Zu verdanken hat er sie freilich nicht nur den Sternen. „Wer aus einem mittelgroßen Land kommt, weiß, dass man den Weg zum Kompromiss suchen muss“, sagt der Salzburger.

Seit fünf Jahren ist Kiefer Generalsekretär des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas im Europarat. Der Amtssitz Straßburg ist damit zum Arbeitsplatz und zur zweiten Heimat geworden. Jedes freie Wochenende verbringt der dreifache Familienvater daheim in Kuchl, wo seine Frau, Carmen Kiefer, Vizebürgermeisterin ist. Wöchentlich ist das aber nicht zu schaffen, was auch an den Traditionen in Frankreich liegt. „Es gibt hier eine Kultur der langen Mittagspausen, dafür wird jeden Tag bis 18 Uhr gearbeitet, auch am Freitag“, sagt Kiefer.

Andere Länder, andere Sitten. Aber wie machen es die anderen? Eine Frage, die den Salzburger in seinem beruflichen Leben seit Langem begleitet. Sie hat sein Interesse an Europa in gewisser Weise sogar begründet.

Kiefer war fast zehn Jahre lang Büroleiter des damaligen Landeshauptmanns Hans Katschthaler. Im Anschluss daran leitete er von 1996 bis 2010 die Europaabteilung des Landes. Er war maßgeblich an der Gründung der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein beteiligt, über die heute rund hundert Gemeinden zusammenarbeiten. Hauptsächlich interessiert hat den 57-Jährigen dabei das voneinander Lernen. „Von den guten Erfahrungen und den Misserfolgen. Darum habe ich mich auch in die EuRegio reingehängt.

Den Regionen ist Kiefer seither in seiner Arbeit treu geblieben. Der Kongress im Europarat ist ein Gremium, das für Demokratie auf regionaler sowie lokaler Ebene und für die Rechte von Gemeinden eintritt. Aus Österreich haben sich beispielsweise vor der Gemeindezusammenlegung|Zusammenlegung von Gemeinden in der Steiermark]] Kommunen an den Kongress gewandt. Ihr Recht, angehört zu werden, sei verletzt worden, meinten sie, was sich allerdings als unbegründeter Vorwurf herausstellte.

Kiefers Aufgabe ist es, für die Umsetzung der politischen Entscheidungen im Kongress zu sorgen. „Ich bin nicht der Chef, ich bin bestenfalls der oberste Diener“, sagt er über seinen Posten. Den will er nun für weitere fünf Jahre bekleiden. Am kommenden Dienstag stellt er sich der Wiederwahl. Gegenkandidaten gibt es keinen, Kiefer kam als einziger von vierzig Bewerbern im Prozedere soweit.

Die kommenden fünf Jahre dürfte er also wieder zum Großteil in Straßburg verbringen. Namensmäßig ist er dort jedenfalls gut angekommen. Es gebe eine Straße namens „Kiefergass“, erzählt der Salzburger. Sie gehe auf den alten Ausdruck „Küfer“ für Fassbinder zurück, so wie sein eigener Nachname.

Bei aller Sympathie für Straßburg wird es den 57-Jährigen auch in Zukunft so oft wie möglich nach Hause ziehen. Zur Familie, zu den Freunden und in die Berge, wo er beim Wandern und Skifahren Energie tankt. Und einfach Abstand gewinnt.

Quellen

Einzelnachweise

  1. FSG Landesdienst − Der Personalvertreter Juli 2010, S. 19
  2. Wikipedia-Publikationsliste

Siehe auch