Eine Heimat am See

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Titelfoto Buch Eine Heimat am See

Buchtipp Eine Heimat am See, Erzählungen und Geschichten aus sieben Jahrzehnten

Autor: Franz Braumann
Herausgeber: Christoph Braumann
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN 978-3-7025-0638-4

Rezension 1

Braumann schrieb realistisch, nicht schön färbend und trotzdem spannend 54 Romane, Lyriken, Erzählungen und Reiseberichte sowie 59 Kinder- und Jugendbücher, Sagen und Märchen schrieb der 2003 verstorbene Franz Braumann. Und 55 Beiträge aus diesem umfangreichen Lebenswerk bietet dieser 300seitige Band. Beeindruckend für mich sind die Beiträge aus seinem eigenen Leben und seiner ländlichen Heimat, dem Flachgau im nördlichen Bundesland Salzburg. Er schreibt in einem Stil, der weder beschönigend noch verherrlichend die Zeit seiner Jugend zwischen 1910 und 1940 darstellt. Packend schildert er ein lebensprägendes Ereignis seines Großvaters im Kobernaußerwald und berührend die Geschichte, „wie ich meinen Vater kennenlernte“. Seine erste Wallfahrt erzählt, wie eine "erste" Liebe jäh enttäuscht wird. Bei der "Patenfahrt über den See" muss Franz kräftig Wallerseewasser aus der Zille schöpfen. "Das Jahr mit Christine" ist eine tiefgehende Begebenheit eines Lehrers. Beim Lesen der Beiträge aus „Ländliche Heimat“ wuchsen förmlich die Bilder in meiner Fantasie, so lebhaft und doch schlicht ist Braumanns Stil.

Bei den Sagen finden sich u. a. jene der Wildfrauen in der Tiefsteinklamm, über "die Zwölflinge im Schloss Dorfheim" oder "'Lösch die Lichtln asus!' sagte Frau Percht. Eine Taverne im Anifer Ortsteil Niederalm spielt eine Rolle im Märchen um den Kaiser Karl im Untersberg, aber in etwas anderer Form. Wie aus seinem Lebenslauf zu entnehmen ist, der einerseits durch seinen Sohn in der Einleitung skizziert, andererseits am Ende des Buches in einer Zeittafel zusammengefasst wird, reiste Braumann viel und gerne. Daraus entstanden zahlreiche historische Erzählungen und Abenteuerberichte aus aller Welt. Wenngleich sie natürlich in Geschichten verpackt, sind sie thematisch gut recherchiert und bringen Geschichte in angenehm lesbarer Art dem Leser näher. "Der Keltenkrug am Dürrnberg" könnte eine plausible Entstehungsgeschichte der Schnabelkanne gewesen sein. Ob „die erste Durchquerung Tibets“ (mit kurzem Lebenslauf von Pater Johannes Grueber) oder „die Smaragdhöhle“ (eine ausgezeichnet dramatisch beschriebene Erstbesteigung in den Hohen Tauern) – es ist ein Buch, das ich anfing und erst nach der letzten Seite wieder weglegte.

Rezension 2

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