Wallersee

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Karte
Morgennebel am Wallersee an einem Augusttag.
Morgennebel am Wallersee.
Der Wallersee bei Zell.
Sonnenaufgang am Wallersee.
Wallersee, Blick nach Süden.
Wallersee von Neumarkt am Wallersee aus mit Staufen.
Wallersee mit umgebender Landschaft nach Süden, Ansicht vom Tannberg.
Wallersee-Panorama.
Wallersee mit Chiemgauer Alpen.
Wallersee von Fischtagging.
Wallersee von Fischtagging.
Winterbild von Seekirchen mit dem zugefrorenen Wallersee von Hankham.
Blick von Hankham über den Wallersee nach Seekirchen mit den Alpen im Hintergrund.
Eisdecke am Wallersee.
Wallersee-Panoramabild vom Wiererhof aus.
Neumarkt, Abendstimmung am Wallersee, Juni 201.2

Der Wallersee ist ein See im nördlichen Flachgau und gehört zur Urlaubsregion Salzburger Seenland.

Geografie

Mit seiner sechs Quadratkilometer großen Wasserfläche ist der Wallersee der größte See des Flachgaus. Er ist 5,7 Kilometer lang, an seiner breitesten Stelle zwei Kilometer breit und an seiner tiefsten Stelle 24 Meter tief (zwischen Zell am Wallersee und dem Seebad Henndorf am Wallersee). Sein Pegelstand im Juli 2017 befand sich auf 504,25 m ü. A.[1]

Gemeinden am Wallersee

Seekirchen am Wallersee, Henndorf am Wallersee, Neumarkt am Wallersee und Köstendorf;

Gewässer

Zuflüsse

Mühlbach, Eisbach, Wallerbach, Altenbach und Schlachterbach;

Abflüsse

Wallersee-Abfluss, Ursprung der Fischach

Der Wallersee entwässert zur Gänze über die Fischach, die auf dem Gemeindegebiet von Seekirchen am Wallersee aus dem See und durch Eugendorf, Hallwang, Elixhausen und Bergheim fließt, wo sie in die Salzach mündet.

Wasserqualität

Wenngleich der Wallersee in extrem warmen Sommern gerne sehr warm wird, so wurde dem See in den vergangenen Jahren doch immer wieder eine sehr gute Wasserqualität bescheinigt[2].

Natur- und Landschaftsschutz

Der See steht unter Natur- und Landschaftsschutz, aufgeteilt auf das Landschaftsschutzgebiet Wallersee und die Naturschutzgebiete Wallersee-Wenger Moor, Wallersee-Bayrhamer Spitz oder Wallersee-Fischtaginger Spitz.

Die Ufergebiete sind größtenteils Landschaftsschutzgebiet. Große Teile des Köstendorfer Anteils am Seeufer entfallen auf das Naturschutzgebiet Wenger Moor-Zeller Moor. Ein kleinerer Teil des Wenger Moores gehört zum Gemeindegebiet von Neumarkt am Wallersee. Auch die Schilfgürtel entlang des Sees stehen unter Naturschutz.

Graureiher, Kiebitz, Brachvogel, Enten, Fasane, Haubentaucher, Blässhühner, Eichelhäher, Schwan und Lachmöwe zählen zu den Bewohnern des Schilfgürtels und des Sees, der auch reich an Fischarten ist: Waller (Wels), Brachse, Hecht, Karpfen, Aale, Bachforellen und Schleie tummeln sich im Gewässer.

Geschichte

Der See entstand am Ende der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren.

1882 kaufte das Land Salzburg den Wallersee. Die Seegrundstücke werden demnach auch vom Land Salzburg verpachtet.

1886 wurde der Seespiegel des Wallersees von der Kote 507,50 m ü. A. um vier Fuß (ca. 1,40 m) abgesenkt, um das Seemoos für weitere Besiedlung vorzubereiten und um den Abbau von Torf an den Randmooren des Wallersees zu ermöglichen. Der Seespiegel pendelte auf der Kote 506,00 m im langjährigen Mittel ein. Dadurch wurden ausgedehnte Randgebiete trockengelegt. Die geringere Seetiefe und die flachen Ufer führten zur Bildung eines breiten Schilfgürtels. Durch die Verlandung entstanden Moore im Westen und Norden, die bis zu fünf Meter mächtig sind. 1954 und 1959 kam es zu extremen Hochwässern. Daher wurde der Seespiegel 1965 durch eine Tieferlegung und Begradigung der Fischach beim Brückenwirt um weitere 20 cm abgesenkt. 19701971 erfolgte durch Ausbaggerungen in der Fischach eine weitere Tieferlegung um etwa 20 cm. Aufgrund dieser nochmaligen Absenkung des Seespiegels erreichte der Wallersee eine Mittelwasserkote von 505,50 m.

1895 wurde eine tägliche Fahrverbindung zwischen der Bahnstation in Zell am Wallersee und Henndorf mit einem Benzinmotoren-Boot eingerichtet.[3]

2000 bis 2008 wurden verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen gesetzt und dadurch der natürliche Seespiegel wieder etwas angehoben. Im Juli 2019 betrug der Seespiegel bei Mittelwasser 504,2 m ü. A..[4]

Ereignisse

Filme

1953 wurden Teile des Kinofilms „Eva erbt das Paradies“ in der Wallersee-Ostbucht gedreht.

Anfang der 2010er-Jahre wurden Teile des Kinofilms „Deserteur“ von Gabriele Neudecker beim Bauernhaus „Pragerfischer“ am Wallersee gedreht.

1929: Flugzeuglandung auf Eis

Am Samstag, den 16. Februar 1929 landete Oberleutnant Eduard Kuhn, Leiter der Österreichischen Fliegerschule Salzburg, Kuhn & Stowasser zwischen Marieninsel und Strandbad auf dem zugefrorenen See. Landung wie Start gingen glatt vonstatten. Am darauffolgend Tag, Sonntag, 17. Februar, unternahm er einen Flug zum bayerischen Königssee. Auf dem Rückflug bei minus 35 °C flog er nochmals zum Wallersee und landete in der Seekirchener Bucht.[5]

1935: Absturz eines Flugzeugs

Am 27. August 1935 stürzte um 10:10 Uhr ein Flugzeug in der Nähe des Strandhotels Wallersee ab. Es handelte sich um eine Maschine vom Typ 'De Havilland DH3' mit der Kennung OE-DIO der Fliegerschule Graz. Beide Insassen, Militärfliegerleutnant Pepo Schmiedberger, der 23jährige Sohn des Militärkommandanten von Salzburg, Oberst Josef Schmiedberger, und Pilot Josef Tusch kamen ums Leben. Hofrat Prof. Viktor Keldorfer hatte den Absturz von seinem Wochenendhaus am Seeufer aus beobachtet und schilderte ihn dem Salzburger Volksblatt.[6] Bis Ende des 20. Jahrhunderts erinnerte ein Denkmal mit Propeller des abgestürzten Flugzeugs an der Seepromenade an das Unglück. Im Zuge der Kanalisierung und Errichtung der Promenade wurde es entfernt.

1950: Zwei junge Männer ertrinken im See

Am Wallersee ereignete sich am Sonntag, den 30. Juli 1950, ein Bootsunglück, dem zwei junge Menschen, Brüder im Alter von 20 und 23 Jahren, zum Opfer fielen. Die beiden jungen Leute erschienen am Sonntagnachmittag mit ihren Fahrrädern bei der Bootsvermietung Kinsky, deponierten ihre Räder und unternahmen eine Bootsfahrt. Als die Boote am Montag früh noch nicht zurückgekehrt waren, unternahm Kinsky mit Insassen des Journalisten-Erholungsheimes („Strandhotel Wallersee“) eine Suchaktion. Man fand hinter der Marieninsel das verlassene Boot und die Kleidung der beiden jungen Männer, von denen jede Spur fehlte.

Die Gendarmerie leitete die weiteren Erhebungen ein. Man vermutete, dass einer der beiden Burschen in den See gestürzt sein dürfte und der andere beim Versuch, seinen Bruder zu retten, ebenfalls mit in den Tod gezogen wurde.[7]

1977: Brand des Strandhotels

Am 2. September 1977 brannte das Strandhotel Wallersee in der Ostbucht ab und wurde nicht mehr aufgebaut.

2020: Rekordfisch

Ein Angler zog am Abend des 17. Mai 2020 in der Seekirchener Bucht einen 65 Kilogramm schweren Wels aus dem Wasser. Dieser Rekordfisch war zwei Meter und 15 Zentimeter lang.

Zunächst hatte der Angler den Fisch, der angebissen hatte, nicht sehen. Weil ihm bewusst war, dass dieser sehr schwer sein musste, kamen ihm Fischerkollegen mit einem zweiten Boot zu Hilfe. Von 20:30 Uhr bis 22:30 Uhr fuhren die Angler dem Fisch an der Leine nach. Nach zwei Stunden gab der Wels auf und näherte sich schließlich der Wasseroberfläche.[8]

2020: Surf- und Kite-Verbot in Seekirchen

Nach einer Reihe von Beschwerden und Vorfällen im Uferbereich musste Bürgermeister Konrad Pieringer handeln, bevor es zu ernsthaften Unfällen mit Verletzte käme. Vor allem mit Kitesurfern habe es Probleme gegeben. Aus diesem Grund wurde ein zwischen 1. Mai und 30. September geltendes Surf- und Kite-Verbot erlassen. Geplant ist für den Sommer 2021 im Uferbereich mit Bojen separate Abschnitte für Badende und für Kiter und Windsurfer einzurichten. Dann sollte es da auch nicht mehr zu gefährlichen Zwischenfällen kommen.[9]

Die Sage

Hauptartikel Wallersee-Sage

Eingebettet in die hügelige Landschaft des Flachgaus liegt der Wallersee, der größte der Salzburger Seen. Die Orte Seekirchen, Henndorf und Neumarkt bildeten seit Jahrhunderten die Basis der Besiedelung dieser damals scheinbar unwirtlichen Region: „Eine Sage erzählt, dass in den Tiefen des Wallersees ein mächtiger Waller haust, der alljährlich nach einem goldenen Ring verlangt. Erhält er diese Opfergabe nicht, peitscht er in seinem Zorn die Wassermassen über die Ufer und überschwemmt das umliegende Land.

Verpachtung von Seegrundstücken

Hauptartikel Seegrundstücke des Landes Salzburg

Freizeiteinrichtungen

Bademöglichkeiten

Um den Wallersee herum gibt es einige öffentliche Strandbäder:

Daneben existieren vor allem am Südufer zwischen Neumarkt am Wallersee und Seekirchen am Wallersee eine Reihe privater Badeplätze, wie jener der Salzburg AG in Fischtaging.

Campingplätze

Bootsverleih

  • In der Wallersee-Ostbucht
  • In Seekirchen am Wallersee

Minigolf

Tennis

Wandern

Es gibt den Henndorfer Uferwanderweg und einen Wanderweg rund um den Wallersee.

Winteraktivitäten

In normalen Wintern friert der Wallersee üblicherweise zur Gänze zu und ermöglicht so ausgedehnte Ausflüge auf dem Eis, oder auch Freizeitsportmöglichkeiten wie Eishockey und Eisstockschießen sowie Eissegeln und Eissurfen. Eissegeln ist nicht jeden Winter möglich, zuletzt im Jänner 2017 (und Februar).

Beach-Volleyball

  • Seeleben Neumarkt am Wallersee

Veranstaltungen

Seit 2006 findet am Wallersee der alljährliche Wallersee-Cup statt. Weiters der Wallersee Halbmarathon & Rupertilauf, Segel- und Eissegelregatten und Tennisturniere. Im Herbst gibt es die Wallersee-Wallfahrt und 2014 gastierte die Sicherheitsolympiade in der Wallersee-Ostbucht.

Bilder

 Wallersee – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Wallersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Jänner 2017 Eissegeln am Wallersee, 5 min Video, die Aufnahmen entstanden – entgegen der Einblendung – am 12. Februar 2017

Literatur

Weblinks

Quellen

  • "Die großen Seen Salzburgs: Wallersee, Mattsee, Obertrumer See und Grabensee", Land Salzburg • Reihe Gewässerschutz • Band 17 • 2015 (Link bei einer Überprüfung am 10. Juli 2019 nicht mehr vorhanden)
  • Goiginger, Johann: Neumarkt am Wallersee. Die Entstehung seiner Landschaft und seine Geschichte., Eigenverlag der Marktgemeinde Neumarkt am Wallersee, 1993
  • Deinhammer, Helmut: Die Wallersee-Ostbucht. Neumarkts Juwel.

Einzelnachweise

  1. Quelle Land Salzburg, Pegelstände, abgefragt am 5. Juli 2017
  2. siehe www.ages.at - Badegewässer-Datenbank AGES, Datenstand 2015
  3. ANNO Salzburger Chronik, 28. Juni 1895, Seite 2
  4. Quelle www.salzburg.gv.at Hydrografischer Dienst des Landes Salzburg
  5. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 18. Februar 1929, Seite 7
  6. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 27. August 1935. Seite 33
  7. ANNO, Salzburger Volkszeitung, Ausgabe vom 1. August 1950, Seite 3
  8. ORF Salzburg: Wallersee: Angler fängt 65-Kilo-Wels
  9. www.sn.at, 1. September 2020