Niederalm

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Das Bild zeigt Niederalm (im Vordergrund), Neu Anif (Bildmitte) und Grödig (im Hintergrund).
Niederalm (linke Bildhälfte, oberhalb grün bewaldetem Gois, Gartenau und Taxach-Rif (beide Hallein) vom Untersberg aus gesehen.
Niederalm, Anif
Niederalm, links der Königsseeache, vom Untersberg.

Niederalm ist eine Ortschaft im Süden der Gemeinde Anif im Flachgau.

Geografie

Dieses Niederalm, orographisch links der Salzach, ist nicht zu verwechseln mit der eigenständigen Marktgemeinde Oberalm im Tennengau, das sich am rechten Salzach-Ufer befindet.

Niederalm liegt an der Königsseeache, die hier die Grenze zum Tennengau und zur Stadtgemeinde Hallein und deren Ortsteile Rif und Taxach bildet. Ein kleines Augebiet im Mündungsgebiet der Königsseeache oberhalb des Flusskraftwerks Urstein stellt ein beliebtes Erholungsgebiet dar.

Verkehr

Durch Niederalm verläuft die Salzachtal Straße (B 159) von Anif-Zentrum kommend nach Hallein. Kurz vor der Niederalm Brücke zweigt die Grödiger Landesstraße (L 104) nach Grödig ab.

Bei einer Verkehrszählung im Jahr 2012 stellte man fest, dass sich der Verkehr in den vergangenen Jahren von 6 000 auf 12 000 Fahrzeuge täglich im Ortsgebiet verdoppelt hatte. Eine Ursache im stetig steigenden Verkehr sah Bürgermeister Dr. Hans Krüger im regen Wachstum von Rif-Taxach, der als Stadtteil Halleins unmittelbar an die Gemeinde Anif grenzt. Niederalm zählte 2012 rund 1 500 Einwohner, während der zweitgrößte Stadtteil Halleins mit 3 909 Einwohnern bereits mehr Einwohner zählte als die gesamte Gemeinde Anif (4&nbsp021 mit 1. Jänner 2012). Bei der Landesverkehrsplanung war die letzte Zählung im Jahr 2010, die auf Höhe des Maximarkt Anifs im Jahresschnitt 13 041 Fahrzeuge ergab.

Geschichte

Der Name geht auf den Gewässernamen Alm (der Königsseeache, auch die Alm genannt) zurück. In der Anifer Chronik schreibt Heinz Dopsch, Seite 57: ... verdankt Niederalm der Königsseeache, die auch als Alm bezeichnet wird, seinen Namen. Dir Form Alm [...] geht auf eine ältere, weit verbreitete indogermanische Gruppe für Gewässernamen mit der Bedeutung "weiß" zurück. [...] Die Alm-Gewässer in der Umgebung von Salzburg tragen vorrömische Namen, die von den Romanen übernommen und an die Bayern weitergegeben wurden. [...] Der Name des benachbarten Ortes Rif [...] geht auf das lateinische Wort "ripa", "Flussufer", zurück. Seite 60: ... Im Gegensatz zu Anif ist die erste Nennung des Ortes Niederalm nicht exakt zu bestimmen. Da sowohl Oberalm als auch Niederalm nach den Flüssen, an denen sie liegen, den Namen Albina führen, muss es in den meisten Fällen offen bleiben, ob sich eine Nennung auf Oberalm oder Niederalm bezieht... [...] Seite 61 Während das erstgenannte Oberalm einfach als Albina erscheint, folgt kurz darauf Niederalm in der Form von Albina inferior.

Während im Gemeindezentrum von Anif die Salzburger Erzbischöfe, die Benediktiner-Erzabtei St. Peter und die Benediktinerinnenabtei Nonnberg schon sehr früh Grundbesitz erwarben und Höfe errichteten, dauerte es in Niederalm bis ins 16. Jahrhundert, bevor die drei genannten Institutionen dort Gründe und Höfe erwerben konnten. Dies hing mit der Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden zusammen. Zunächst gehörte ein Großteil des Dorfes den Guetratern, die als Ministerialen sowohl im Dienst der Erzbischöfe als auch der Grafen von Plain standen.

Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden in Niederalm

Die Fürstpropstei Berchtesgaden betrieb Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts in Niederalm am Ufer der Königsseeache ein Pfannhaus. Die dort beschäftigten Arbeiter waren Nebenerwerbsbauern, was sich in der Größe (Kleinheit) der Hofstätten, Gärten und Wiesen widerspiegelte (im Gegensatz dazu die großen Hofbesitzungen in Anif).

Erzbischof Adalbert II. schenkte 1193 der Fürstpropstei ein Gut in Niederalm, das später Stadlmeistergut genannt wurde. Die Fürstpropstei begann daraufhin 1193/94 am Gutratberg (damals Tuval genannt) mit der oberflächennahen Salzgewinnung - die Sole wurde über Holzrohre zum in Niederalm errichteten Sudhaus geführt.

Diese Salzgewinnung am Tuval war aber auch Grund für lange Streitigkeiten zwischen dem Salzburger Erzbischof und dem Domkapitel. So musste sich Erzbischof Adalbert II. auf Drängen des Papstes zu einer Teilung des Ertrags am Tuval 1198 entschließen: je ein Drittel für den Erzbischof, das Domkapitel und der Fürstpropstei Berchtesgaden.[1] Das Sudhaus in Niederalm wurde gemeinsam von allen dreien benutzt. Doch die Streitereien endeten schon einige Jahre später, als nämlich das oberflächennahe Salzvorkommen am Gutratberg erschöpft war.

Dies bedeutete eine Konzentration der Bemühungen der Fürstpropstei Berchtesgaden hin zum Ausbau der Saline Schellenberg. Aber Niederalm blieb auch dabei von Bedeutung. Denn das Salz musste über die Königsseeache zur Salzach und weiter zur Donau verschifft werden. Dazu war aber die Genehmigung der Salzburger Erzbischöfe und der Guetrater notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die Salzach wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des Salzstadels genehmigt.

Im Mittelalter gab es eine Ableitung von der Königsseeache, den Mühlbach, der zwei Mühlen antrieb: Die obere Mühle, das nicht mehr bestehende Sa(a)gmüllergut und die untere Mühle an Stelle des Bäckerhauses der heutigen Bäckerei Ebner.

Nach Ende der Guetrater und Herren von Plain erschienen neue Herren in Niederalm. Die Ritter von Thurn, die Strasser, die Lasser von Lasseregg oder die Gewerkefamilie Perner kauften oder erhielten Grundstücke, Bauernhöfer oder Ansitze in Niederalm.

Das Strasserwirtshaus, das heute nicht mehr besteht, bildete für Jahrhunderte die "untere Taverne" in Niederalm.

Vom 14. Jahrhundert bis 1805 gehörte Niederalm zum Pfleggericht Glanegg, dann bis 1894 zur Ortsgemeinde Grödig. Mit dem Gesetz betreffend die Auseinanderlegung der Ortsgemeinde Grödig im Bezirke Salzburg in die Ortsgemeinden Anif und Grödig vom 17. Juli 1894 wurde die Ortschaft Niederalm der Gemeinde Anif angeschlossen.[2]

Gebäude

Wirtschaft

Veranstaltungen

Vereine

Bilder

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Weblinks

Quellen

Einzelnachweis