FC Salzburg gegen KRC Genk

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FC Salzburg gegen KRC Genk war das erste Spiel des FC Red Bull Salzburg in der UEFA Champions League. Vor ausverkaufter Red Bull Arena in Kleßheim (Gemeinde Wals-Siezenheim) gewannen die Salzburger am 17. September 2019 das Spiel mit 6:2.

Vorgeschichte

Nach elfmaligen Scheitern in der Qualifikation gelang es den Salzburgern in der Saison 2019/20 sich erstmals direkt für die Champions League zu qualifizieren.

Aufstellung

Spielbericht

Endlich ging es also los! Die CL-Trikots waren übergestreift, die CL-Fanfare abgespielt, die Begegnung angepfiffen. Und ebendiese begann mit einem Feuerwerk! Takumi Minamino empfing einen Pass von Antoine Bernede an der Strafraumgrenze, nahm ihn mit nur einem Kontakt in die Box mit, wo Erling Haaland das Leder schon erwartete und es mit einem wuchtigen Kontakt flach in die linke Ecke bugsierte (2.). Der Traumstart war perfekt. Die Arena kochte, und das Spiel blieb kurzlebig, ja beinahe hektisch. Für die belgischen Gäste nahm nach neun Minuten zum ersten Mal Bryan Heynen Maß, verzog aber über den Kasten.

Mit Fortdauer der Zeit versuchte Genk, das Spiel zu beruhigen. Sander Berge ließ sich als abkippende Sechs zwischen die Innenverteidiger fallen und den Ball in der eigenen Hälfte laufen. Doch die mangelnde Präzision der Zuspiele wurde von unseren Roten Bullen eiskalt ausgenützt. Nach einer Ulmer-Hereingabe war es wieder unser Main Man Erling Haaland, der Genk-Schlussmann Gaetan Coucke in höchster Not prüfte.

Aus dem Spiel fand Genk wenige Mittel gegen unsere zunehmend kompakt wartende Mannschaft. Einzig von Eckbällen ging etwas Gefahr aus. Ebenso bei unseren Roten Bullen. Andre Ramalho setzte nach 30 Minuten mit seiner Stirn ein wuchtiges Geschoss auf den belgischen Kasten, jedoch direkt in die Arme von Gaetan Coucke.

Dann ein langer klärender Pass von Takumi Minamino aus der eigenen Hälfte, dem Hee Chan Hwang nachhechtete. Sebastian Dewaest glaubte sich bereits sicher, als Hwang ihm den Ball abluchste und ihn unserem Earl in den Lauf schickte. Kühl wie ein norwegischer Fjord schob er das Leder zum 2:0 in die Maschen (34.).

Nur zwei Minuten später wurde der Vorbereiter zum Schützen. Mit einer akrobatischen Einlage schickte Zlatko Junuzovic unseren Koreaner in den Lauf. Der musste nur mit einem Spitzerl den Goalie vernadern. 3:0 – so einfach kann Fußball sein (36.).

Die Freude weilte allerdings nur kurz. Nach einem Freistoß aus dem Halbraum konnten wir den Ball nicht entscheidend klären. Lucumi ging aus einem Ballgestocher als Sieger hervor. Im Fallen machte er das Ding rein. Da war für Cican Stankovic nichts zu machen (40.).

Aber das tat unserem Offensivspektakel keinen Abbruch. Im Stile eines jungen Lucio stürmte Max Wöber mit dem Ball über das halbe Feld. Nach einem Pressball landete die Kugel bei Takumi Minamino, der das Ding wieder Erling Haaland vor die Beine stangelte. Unser Norweger hatte keine Mühe, den Hattrick zu schnüren (45.).

Und es sollte noch dicker kommen! Keine 120 Sekunden später tankte sich Minamino am linken Flügel durch und lieferte das Spielgerät per Flugpost an den zweiten Pfosten, wo Dominik Szoboszlai schon wartete und das Leder volley über die Linie drückte. 5:1 zur Halbzeit – unfassbar!

Auch die zweite Hälfte startete mit einem Knall. Wie bei FIFA kombinierte sich unsere Mannschaft direkt vom Anstoß durch die gesamte belgische Mannschaft, bis Hee Chan Hwang schließlich an Coucke scheiterte. Getroffen wurde allerdings am anderen Ende. Mit seiner ersten Aktion bediente der zur Halbzeit eingewechselte Theo Bongonda seinen Mittelstürmer Samatta, der mit einem Flugkopfball Cican Stankovic keine Chance ließ.

Die Gangart wurde zunehmend ruppiger, das Spiel in Konsequenz zerfahrener. Gleich fünf Mal langte Schiedsrichter Felix Zwayer in der ersten Viertelstunde in die Brusttasche.

Den verkrampften Spielfluss brachte die Oldie-Kombi Junuzovic-Ulmer wieder zum Fließen. Mit einem Doppelpass kombinierte sich die geballte Erfahrung in den Strafraum, wo Andi Ulmer mit einem strammen Linksschuss in die rechte Ecke abschloss und die Partystimmung endgültig ausbrechen ließ (66.).

Die ersten 60 Minuten hatten sichtlich Substanz gekostet. Beide Mannschaften konnten das Tempo nicht mehr halten und zerfielen phasenweise in zwei Blöcke. Analog stieg auch das Frustlevel der Flamen. Mbwana Samatta hatte für ein Tackling mit dem gestreckten Bein bereits die Rote Karte kassiert, ehe Schiri Zwayer die Entscheidung nach VAR-Konsultation zurücknahm und ihm Gelb zeigte.

Staubtrocken spielten wir danach die Partie zu Ende. Die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Was für ein Champions League-Abend! Das war der Einstand, der uns nach unserer elfjährigen Leidensgeschichte gebührte.

Stimmen zum Spiel

  • Jesse Marsch (Trainer FC Salzburg): Wir haben gewusst, dass wir mit einem riesigen Selbstvertrauen in das Spiel gehen. Wir wussten auch, dass wir eine Leistung dieser Qualität abrufen können. Mit einigen Situationen war ich noch nicht zufrieden. Der Gegentreffer zum 1:3 war ein solcher Moment. Aber da zeigt sich unsere hervorragende Mentalität, die uns dazu veranlasst, noch ein paar Prozent mehr zu geben und umgehend zwei Tore zu schießen. Es ist eine absolute Freude, mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Wir haben viele Spieler mit einem Kämpferherz, und das ist ansteckend, es überträgt sich auf die Mitspieler. An Abenden wie heute sieht man das auf dem Platz.
  • Christoph Freund (Sportdirektor): Es war ein sensationeller Abend. Die Vorfreude war riesig und es war eine unglaubliche Energie schon den ganzen Tag lang in der Mannschaft. Man hat gemerkt, wie sehr sie dran glauben, dass sie besser sind als Genk und man hat dann gesehen mit welcher Wucht, Power und Spielfreude die Mannschaft auf dem Platz steht. Das war überragend. Es macht Riesenspaß der Mannschaft zuzusehen.
  • Erling Haaland: Ich kann es glauben, ich habe einen Hattrick gemacht und wir haben gewonnen. Es ist das beste Gefühl, das ich je hatte beim ersten Treffer. Ich bin sehr glücklich. Wir haben weitergemacht, was wir die ganze Saison bisher gemacht haben. Wir haben in der Liga 7:2 gegen Hartberg gewonnen, und die Leute haben gesagt, dass es in der Liga einfach ist, das zu schaffen. Jetzt haben wir es aber auch in der Champions League gezeigt.
  • Andreas Ulmer: Ich kann es glauben, ich habe einen Hattrick gemacht und wir haben gewonnen. Es ist das beste Gefühl, das ich je hatte beim ersten Treffer. Ich bin sehr glücklich. Wir haben weitergemacht, was wir die ganze Saison bisher gemacht haben. Wir haben in der Liga 7:2 gegen Hartberg gewonnen, und die Leute haben gesagt, dass es in der Liga einfach ist, das zu schaffen. Jetzt haben wir es aber auch in der Champions League gezeigt.
  • Bryan Heynen (Genk-Mittelfeldspieler): In der Champions League wirst du bestraft wenn du nicht aggressiv genug bist, das haben wir gesehen. Wir können viel mehr, es ist aber überhaupt nicht für uns gelaufen. Wir haben viel zu schwach begonnen, waren schon nach zwei Minuten hinten und dann war jede Chance von Salzburg ein Tor. Wir haben vor der Partie genau gewusst, wie sie spielen werden, sind aber auf dem Platz nicht damit zurechtgekommen.
  • Het Laatste Nieuws (Belgien): Beunruhigend. Beschämend. Naiv. Sie wählen das Adjektiv, das zur Leistung von RC Genk bei der Rückkehr in die Champions League passt. Dewaest und Co. haben ein ganzes Spiel verteidigt wie Anfänger, die gestern erst das ABC des Fußballs erhalten haben.
  • The Telegraph (England): Der hochkarätige jugendliche Stürmer Erling Haaland schrieb seinen Namen am Dienstagabend mit einem Hattrick in der ersten Halbzeit bei seinem Debüt in diesem Wettbewerb in die Rekordbücher der Champions League.

Bilder

 FC Salzburg gegen KRC Genk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen