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Filialkirche zum hl. Ägidius

Die Filialkirche zum hl. Ägidius

Die Filialkirche zum hl. Ägidius ist eine römisch-katholische Kirche in Lauterbach, einer Ortschaft in der Gemeinde Nußdorf am Haunsberg im Flachgau. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Gemeinde.

Inhaltsverzeichnis

Patrozinium

Der Patron der Kirche ist der hl. Ägydius. Er gilt als Finderpatron. Noch während des Zweiten Weltkriegs ließen Gläubige die Kirchenglocke von Lauterbach für vermisste Soldaten läuten. Heute ist sie Ziel des Markusbittgangs der Pfarre Dorfbeuern und des Markusbittgangs der Pfarre Nußdorf am 25. April.

Geschichte

Die Kirche in Lauterbach gehört zwar nicht zur Pfarre Nußdorf am Haunsberg, steht aber im Gemeindegebiet von Nußdorf. Sie hat den Ruhm, die frühestgenannte Kirche im ganzen Haunsberggebiet zu sein. Seit 1135 ist sie der Benediktinerabtei Michaelbeuern einverleibt. Die reiche Barockausstattung ist von hoher Qualität, da zu ihrer Ausstattung Künstler herangezogen wurden, die auch in der Abtei arbeiteten.

Die Kirche ist schon 767 urkundlich erwähnt. Um 767 schenkte ein Edward Besitz "ad Laujtinpaclz" an die Zelle Otting (vgl. Michaelbeuern). Im XI. Jh. gab Kaiser Heinrich JI. oder JlI. ein Gut zu .Liuterbach· an das St. Michaelskloster zu Beuern'[1] In der Folge aber kam die Kirchlein wieder in Privatbesitz. Nach 1135 übergab Magnus ecclesiam Livterpach cum dote an die Benediktinerabtei Michaelbeuern am selben Tage, an dem Bischof von Brixen Reginbert (1125–1140) die Kirche weihte.

Unter Abt Lambert Pichler wurde 1629 ein Neubau errichtet, der am 4. Mai 1631 vom Bischof von Chiemsee Johann Christoph von Liechtenstein-Kastelkorn geweiht wurde. Das Altarblatt, das den hl. Ägidius mit den übrigen 13 Nothelfern zeigt, wird heute im Gane der Emporkirche in der Benediktinerabtei Michaelbeuern verwahrt. Es war 1631 vom Salzburger Maler Sylvester Pauer gemalt worden, der 1629 und 1639 auch größere Arbeiten für die Abtei lieferte. Der baulustige Abt Anton Moser unterzog 1767 die Kirche einer gründlichen Erneuerung, indem er das Gewölbe erhöhen und drei neue Altäre errichten ließ. Die Arbeiten begannen am 25. Mai 1767 mit Aloys Mayr, Maurermeister von Trostberg, der auch den Plan entworfen hatte. Der barocke Bau schließt kleeblattförmig nach Osten ab. In der Kirche befinden sich Gemälde von Josef Söll, sowie das Altarblatt mit den 14 Nothelfern von Franz Nikolaus Streicher. Im Museum der Benediktinerabtei Michaelbeuern ist noch das frühere Altarblatt mit den 14 Nothelfern von Sylvester Paar erhalten.

Quellen

Einzelnachweis

  1. Willibald Hauthaler, Salzb. U.-B. 1, 35 und 2, 126 Nr. 72