Franziska Hammer

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Franziska Hammer, geborene Gerstlohner (* 20. Jänner 1888 in Eggelsberg in Innviertel, .; † 1974 in der Stadt Salzburg) war eine Helferin in der Zeit des Nationalsozialismus.

Leben

Franziska Hammer war mit dem Tapezierermeister Rupert Hammer verheiratet. Sie lebten mit ihren vier in Salzburg geborenen Kindern Leopoldine, Margaretha, Mathilde und Rupert im Haus Linzer Gasse 6, zweite Etage. 1942 starb der Rupert Hammer im Alter von 56 Jahren. Zwei seiner Kinder waren damals noch minderjährig.

Bekannt ist, dass Frau Hammer als gläubige Katholikin ihrer Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, in der sie getraut wurde, verbunden blieb. Sie genoss auch das Vertrauen des Pfarrers Franz Zeiss und des Kooperators und Jugendseelsorgers Franz Wesenauer. Auf deren Bitte hin nahm sie eine Zeit lang gefährdete Menschen auf, um sie vor Verfolgung zu schützen und ihr Leben zu retten.

Franz Wesenauer erzählte:

Ungefähr 1940–1941 kam zu uns in die Pfarre St. Andrä eine unbekannte Frau mit einem blonden, etwa dreizehnjährigen Knaben, der zwar katholisch, von der Abstammung aber voller Jude war. Sie bat uns um Hilfe, denn seine Eltern wären bereits verschwunden. Mir stellte sich nun die Frage, diesen Buben zu retten oder umbringen zu lassen. Ich selbst konnte ihn nicht verstecken, da ständig die Gestapo aus- und einging. Daher brachte ich ihn zunächst zu einer Familie namens Hammer in der Linzer Gasse ...

Franziska Hammer war mit Olga Zweig, einer Cousine Stefan Zweigs, eng befreundet, die ebenfalls ihr Pflegekind vor der Ermordung retten konnte und im Haus Linzer Gasse 6 wohnte.

Anzunehmen ist, dass Frau Hammer zeit ihres Lebens den vollen Namen des mit ihrer Hilfe geretteten »Jussi« nicht kannte. Er überlebte und war einmal zu Besuch in Salzburg, um sich bei seinen Fluchthelfern und Retterinnen zu bedanken. Franziska Hammer starb 1974 in Salzburg.

Zu ihrem Andenken wurde vor dem Haus Linzer Gasse 6 ein Stolperstein verlegt.

Quelle