Getreidekasten des Holzerbauern in St. Andrä im Lungau

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Detail Franzosen-Soldat

Der Holzer Kasten ist ein Getreidekasten in der Lungauer Gemeinde St. Andrä.

Einleitung

Der Getreidekasten des Holzerbauern auf dem Hof der Familie Rottensteiner bewarb sich als besonders schön restaurierter gemauerter Getreidekasten um den Preis der Europäischen Union für den Erhalt des kulturellen Erbes, den Europa Nostra Award 2014.

Geschichte

Der Holzerkasten wurde 1761 erbaut und von 2007 bis 2009 umfassend restauriert. 2007 wurde er trockengelegt, 2009 erfolgte die Bemalung durch Martin Holzer. Die Restaurierungsarbeiten wurden von Restaurator Heinz Michael aus St. Michael im Lungau und Malermeister Martin Holzer aus St. Andrä im Lungau durchgeführt. Dabei kamen nach der Entfernung einer 1910 angebauten Schmiede weitere Bemalungen aus dem Errichtungsjahr zum Vorschein. Heinz Michael und Edi Rahs restaurierten die Figuren der zwei Grenadiere und die Schutzmantelmadonna mit dem heiligen Michael.

Der Kasten ist reich an Verzierungen an den Ecken und Geschossen sowie an Malereien mit Heiligenbildern und Soldaten aus den Franzosenkriegen.

Beschreibung

Der Holzerkasten (5,5 mal sechs Meter; Höhe 6,5 m) steht neben dem Holzergut in Straßennähe. Der Kasten hat zwei Geschoße und ist gemauert. Ein mit Brettern gedecktes Satteldach schließt das Gebäude ab.

Die Bemalung ist in blau, rot, grün und gelb gehalten und in Secco Technik (Malen auf das trockene Mauerwerk) ausgeführt. Die Ecken tragen Quaderbemalung. Das Gebäude wird durch das Ornament "Laufender Hund" in zwei Geschosse geteilt. Der Eingang wird rechts und links von gemalten Säulen flankiert, welche einen Architrav zu tragen scheinen. Er wird links und rechts von Portalwächtern geschützt. Diese tragen die Uniform der Grenadiere des Reichskontingentes bei der zweiten Türkenbelagerung Wiens 1683. Eine Jagdszene, in welcher ein Jäger auf einen springenden Hirschen zielt und die Monogramme Christi und Mariens befinden sich an der Front des Obergeschosses.

Im Giebel befinden sich Bilder der heiligen Leonhard und Antonius. Das Portal hat eine eisenbeschlagene Tür, über der die Jahreszahl 1761 steht. Das kleine quadratische Fenster ist mit einer gemalten Steinumrahmung und einem Architrav gedstaltet. Es besitzt ein eisernes Türchen. Auf dem Architrav scheinen drei Kugeln zu liegen. Im zweiten Geschoss und im Giebel befinden sich jeweils zwei Vasenpaare mit Blumenschmuck. Das Giebelfeld wird von einer Art Zahnschnittfries eingerahmt und enthält unter der kreisförmigen Lüftungsöffnung noch einen Putzprofilrahmen, der auf der Unterseite in den Ornamentfries reicht. An der linken vorderen Ecke ist ein großer Flussstein als Radabwehr eingemauert.

Quellen