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Gleitschirmfliegen

Bild 1: Paragleiter auf der Schmittenhöhe bei den letzten Checks vor dem Start
Bild 2: Derselbe bei einem Rückwärtsstartversuch auf der Schmittenhöhe
Bild 3: Derselbe ordnet Schirm nach Fehlstart auf der Schmittenhöhe neu

Gleitschirmfliegen oder Paragleiten bedeutet Gleitsegeln mit einem Gleitschirm und ist eine vergleichsweise junge Luftsportart.

Inhaltsverzeichnis

Ausrüstung

Der Pilot verwendet für diese Sportart einen Gleitschirm, dessen Kappe mittels Leinen mit einem Gurtzeug, in dem der Pilot während seines Fluges sitzt, verbunden ist. Die Tragegurte des Schirms werden mittels Karabiner am Gurtzeug eingehängt. Ein Schaumstoffkissen, ein sogenannter Protektor, das hinter und unter dem Sitz angebracht ist, soll Verletzungen im Falle eines ungeplanten unsanften Aufsetzens verhindern. Zu seiner Sicherheit führt jeder Gleitschirmflieger auch einen Rettungsfallschirm, der an der Rückseite oder im Seitenteil des Gurtzeuges eingebaut ist, mit und trägt einen Schutzhelm. Der Pilot trägt weiters Handschuhe als Kälteschutz und für den Fall, dass er einmal direkt in die Leinen greifen muss. Die verwendete Bekleidung soll winddicht sein, das Schuhwerk hohe Schäfte zum Schutz der Knöchel aufweisen. Als technische Hilfsmittel können ein Variometer, ein GPS-Gerät und ein Funkgerät mitgeführt werden.

Start

Im Bundesland Salzburg erfolgt der Start in der Regel von Bergen oder Hügelkuppen aus. Üblicherweise werden hier Startplätze öfters und von mehreren Piloten genützt, die Bodenverhältnisse sind bekannt und die Startplätze verfügen über einen Windsack zum optischen Testen der Windstärke. Auf unbekannten Startplätzen sind die räumlichen Bedingungen des Startplatzes zu prüfen, wobei Bodenunebenheiten, etwaige Hindernisse und last but not least der Punkt zum Startabbruch zu bedenken sind. Vor dem Start wird die Schirmkappe in Flugrichtung auf den Boden aufgelegt und die Leinen grob geordnet. Vor dem Anlegen des Gurtzeuges und dem Schließen der Bein- und Brustgurte werden der Schirm, der Rettungsfallschirm (Griff und Verschluss) und das Gurtzeug überprüft. Unmittelbar vor dem Start erfolgt der sog. 5-Punkte-Check zur Prüfung,

  • ob alle Gurte, Schnallen und Karabiner geschlossen sind,
  • ob alle Leinen frei liegen und nicht verheddert sind,
  • ob die Kappe des Schirmes völlig ausgebreitet und die Eintrittskante offen liegt,
  • ob die Windverhältnisse so sind, dass ein sicherer Start und Flug möglich ist,
  • ob der Luftraum frei ist.

Als Startmethoden kommen in alpinem und hügeligem Gelände der Vorwärtsstart, auch Alpinstart genannt, und der Rückwärtsstart in Frage. Beim Vorwärtsstart liegt der Gleitschirm hinter dem Piloten und dieser läuft gegen den Wind los. Beim Rückwärtsstart steht der Pilot mit dem Gesicht zum Schirm und hat den Aufwind in seinem Rücken. In beiden Fällen muss der Pilot vor dem endgültigen Abheben prüfen, ob die über ihm aufsteigende Kappe komplett mit Luft gefüllt ist und die Leinen frei liegen. Ist das nicht der Fall, muss der Start kontrolliert abgebrochen werden. Wenn alles in Ordnung ist, läuft der Pilot beim Vorwärtsstart weiter und beschleunigt auf etwa 20 km/h. Bei dieser Geschwindigkeit fängt der Schirm den Piloten zu tragen an und hebt ab. Beim Rückwärtsstart muss sich der Pilot, sobald die Kappe am Scheitelpunkt über ihm steht und die Kontrolle positiv verlaufen ist, in Flugrichtung eindrehen und gegen den Wind loslaufen bis der Schirm abhebt.

Fliegen oder Gleiten

Der Gleitschirm wird durch zwei Steuerleinen, auch Bremsleinen genannt, gesteuert. Wird eine der beiden Leinen mehr oder weniger gezogen, wird der Schirm einseitig mehr oder weniger gebremst und lenkt in Richtung der angebremsten Seite in eine weitere oder engere Kurve. Gezielte Gewichtsverlagerung des Piloten verstärkt das gewünschte Flugmanöver zusätzlich. Lang gezogene Kurven können allein durch Gewichtsverlagerung geflogen werden. Zu abruptes Abbremsen kann zu einem Strömungsabriss und in der Folge bis zum Absturz führen.

Der Schirm kann auch beschleunigt werden, was grob gesagt durch die Beeinflussung des Anstellwinkels des Gleitschirmes mittels des Speedsystems, das entweder mit den Händen oder mit den Füßen bedient wird, erfolgt. Dadurch wird die Kappennase nach unten gezogen und der sinkende Luftwiderstand führt zu einer größeren Vorwärtsbeschleunigung, was z. B. bei der Suche nach Aufwärtswinden hilfreich ist.

Landen

Jeder gelungene Flug endet durch das Landen. Ist kein expliziter Landeplatz gegeben, muss der Pilot – beispielsweise nach einem Streckenflug, der ihn weiter weg vom üblichen Start- und Landeplatz führt – einen geeigneten Landeplatz finden. Auch hier ist wie beim Start die Sicherheit oberstes Gebot. Wie auch beim Ballonfahren ist die sprichwörtlich gemähte Wiese ohne Hindernisse wie Freileitungen, Baumstümpfe etc. ideal. Neben Landungen in der Ebene sind Landungen auch an Hängen und auf Bergkuppen möglich. In allen Fällen sind auch die aerodynamischen Verhältnisse am Landeplatz wichtig. Der Pilot landet gegen den Wind und setzt stehend oder mit einer Laufbewegung auf dem Boden auf.

Paragleiten in Salzburg

Im Bergland Salzburg ermöglichen zahlreiche Aufstiegshilfen das Gleitschirmfliegen ohne das mühselige Bergwärtstragen der schweren Ausrüstung. Auf vielen heimischen Bergen wie beispielsweise dem Gaisberg in Salzburg, dem Wildkogel in Bramberg am Wildkogel, dem Fulseck in Dorfgastein, der Schmittenhöhe in Zell am See oder dem Bischling in Werfenweng sind auch Startplätze mit geeigneten Boden- und Windverhältnissen vorhanden. Mehrere Gleitschirm- und Drachenflugschulen Inner und Außer Gebirg ermöglichen in Salzburg eine fundierte Ausbildung der Piloten und bieten auch Tandemfliegen an.

Hauptartikel: 1. Drachenflieger- und Paragleiterclub Salzburg

Bildergalerie

Weiterführend

Für Informationen zu Gleitschirmfliegen, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quelle