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Ballonfahren

Start
Brenner unter dem Ballon des Papageno-Ballon-Teams von Peter Derganc
Ballonwoche Kirchberg in Tirol, 23.09.2010
Ballonwoche Kirchberg in Tirol
Abfahrt vom Flughafen Zell am See
Nach einer Landung wird nach dem Weg gefragt
BP Trophy Jänner 2010
BP Trophy Jänner 2010

Ballooning, so der englische Ausdruck für Ballonfahren, ist auch im Salzburger Land möglich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Es dauerte keine zwei Jahre, dass die Luftfahrt-Euphorie nach der ersten bemannten Ballonfahrt der französischen Gebrüder Montgolfier im Jahr 1783 auch Salzburg erreichte. Der groß angekündigte erste Ballonaufstieg in Salzburg war allerdings unbemannt und "der Ballon blieb sitzen, der vermutlich nur mit Luft aufgeblasen dastand, um die Leute anzulocken", wie Leopold Mozart als Augenzeuge skeptisch bemerkte. Der Historiker Harald Waitzbauer hält als Premiere der bemannten Luftfahrt in Salzburg einen Ballonaufstieg am 4. September 1811, pilotiert von einer Frau, fest. Madame Bittdorf stieg mit dem rund 18 Meter hohen Luftballon vom Schloss Mirabell aus einen knappen Kilometer über die Dächer der Stadt und schwenkte die – damals gültige – bayerische Fahne. Beim Eintreiben des Zuschauergeldes musste die Polizei behilflich sein.

Ballonfahren blieb ein kostspieliger Luxussport, der sich in Österreich vor allem dank hochadeliger Begeisterung weiter entwickelte. Mit dem Ballon "Salzburg" stellte Erzherzog Joseph Ferdinand 1909 einen Weltrekord auf, als er die 984 Kilometer lange Strecke von Salzburg nach Dieppe an der französischen Ärmelkanalküste in damals unglaublichen 16 Stunden in der Luft zurücklegte.[1]

Ballonfahren

Je nach Größe des Ballons werden etwa 1  500 m² Ballonstoff mit rund 3 000 m³ Luft gefüllt und dabei auf 95 °C erhitzt. Dabei richtet sich der Ballon auf und Mannschaft und Passagiere besteigen den Korb. Eine Bodenmannschaft hält den Ballon während des Füllvorgangs mittels Seilen am Boden. Nach dem Start reguliert der Kapitän den Steigflug mit kontrolliertem Befeuern des Ballons mit Gas oder den Sinkflug durch kontrolliertes Ablassen vom Gas-Luftgemisch in der Ballonhülle.

Da ein Ballon nicht lenkbar ist, ist vor Antritt einer Fahrt (beim Ballonfahren spricht man von Fahren) immer wichtig, Wind- und Wetterdaten einzuholen. Der Ballon wird dann nur durch die vorherrschenden Luftströme bewegt (oder bei Fehlen solcher eben nicht).

Das Rauchen ist selbstverständlich an Bord strengstens verboten. Und man sollte sich je nach Jahreszeit und geplante Strecke entsprechend (warm) anziehen.

Wie funktioniert der Heißluftballon? Mit heißer Luft nach oben

Sicher habt Ihr alle schon mal ein Feuer beobachtet. Über dem Feuer steigt der Rauch auf, die Luft darüber flimmert und manchmal fliegen sogar kleine Ascheschnipsel mit nach oben. Das liegt daran, dass warme oder heiße Luft leichter ist als kältere. Das Feuer macht die Luft warm und die steigt dann nach oben. Vielleicht kennt Ihr auch diese Holzgestelle zu Weihnachten bei denen sich oben ein Propellerrad dreht wenn unten eine oder mehrere Kerzen brennen. Auch hier steigt die heiße Luft von der Flamme nach oben und strömt an den Propellerflügeln vorbei. Das kann man auch prima sehen, wenn in der Küche heißer Wasserdampf aus einem Kochtopf hoch steigt.

Dieses Prinzip nutzen auch Ballonfahrer aus: Ein Brenner unter der Ballonhülle macht die Luft im Ballon so heiß, eine Temperatur von 100 Grad Celsius reicht schon (das ist etwa so heiß, wie in der Sauna), dass sie nach oben steigt und dabei den Ballon mit Korb und Passagieren mitnimmt. Oder sie nehmen Gas, das noch leichter ist als Luft. Der Brenner ist nichts anderes als ein großes Feuerzeug. Mit ihm kann man die Luft immer wieder aufwärmen, wenn sie sich etwas abkühlt. Je heißer die Luft im Ballon gemacht wird, um so schneller steigt er nach oben und je mehr man sie wieder abkühlen lässt, um so schneller sinkt der Ballon wieder nach unten. Mit ein wenig Gefühl kann man den Ballon auch in der Schwebe halten.

Der Ballonbrenner wird mit Flüssiggas betrieben, welches im Ballonkorb in Form von Gasflaschen, meistens vier an der Zahl, mitgenommen wird.

Warum fährt ein Ballon?

Wenn Ihr Euch mit einem Ballonfahrer unterhaltet, werdet Ihr feststellen, dass er immer vom Ballonfahren spricht und nicht vom Ballonfliegen. Dazu gibt es verschiedene Erklärungen. Zum einen kann ein Ballon nicht fliegen, da er keine Flügel so wie ein Vogel oder Flugzeug hat, sondern er treibt in der Luft wie ein Fisch mit der Strömung im Wasser. Zum anderen sagt man, dass die Ballonfahrer durch die Luft fahren, weil auch die Seefahrer zur See fahren. Vom Schiff als Wasserfahrzeug abgeleitet ist der Ballon als Luftfahrzeug oder Luftschiff. Vielleicht sagt man auch deshalb Ballon"fahren", weil es Brauch ist, dass jemand der einmal in einem Ballon mitgefahren ist, den anderen "Einen" ausgeben muss, wenn er irrtümlich vom Ballonfliegen spricht.

Kann man einen Ballon steuern?

Alle Ballone werden vom Wind getrieben. Sie sind so schnell wie der Wind und sie treiben in seine Richtung. Man hat also eigentlich keine Möglichkeit den Ballon zu steuern und doch ist es möglich die Richtung etwas zu beeinflussen. Der Wind weht nämlich in verschiedenen Höhen in unterschiedliche Richtungen. So kann es sogar vorkommen, dass ein Ballon der sehr niedrig fährt, genau entgegengesetzt fährt, wie wenn er einige 100 Meter höher steigt. Oft ist es aber nur eine geringe Richtungsänderung die man damit erreichen kann um vielleicht genau über einen Aussichtsturm zu fahren und nicht einige 100 Meter daran vorbei.

Oft aber liegt gerade der Reitz darin, sich vom Wind einfach treiben zu lassen und ohne Ziel durch die Lüfte zu Schweben.

Wie kommt man wieder nach Hause?

Wenn man mit dem Ballon nicht so gut steuern kann, ist es natürlich schwer wieder zum Startplatz zurückzukommen. Dafür gibt es die Verfolger. Wie im Krimi bleiben die Verfolger dem Ballon immer auf der Spur und lassen ihn nach Möglichkeit nicht aus den Augen. Das machen sie natürlich nicht zu Fuß, sondern mit einem Auto, das entweder einen Anhänger oder eine große Ladefläche für den Ballon hat. Im Auto gibt es Landkarten und für den Fall, dass die Verfolger den Ballon doch mal verlieren, gibt es ein Funkgerät über das sie den Ballon immer anfunken können. Weil die Verfolger den Ballon mit den Gästen zurückbringen, sagt man auch Rückholer zu ihnen.

Ballonfahren – Nichts für Langschläfer

Wer im Sommer mit einem Heißluftballon fahren will, muss früh aufstehen: Nur in den zwei Stunden nach Sonnenaufgang ist ein Ausflug in der Luft möglich. Später am Tag wird die Luft von der Sonne stellenweise so stark aufgeheizt, dass sie dort wie in einem unsichtbaren Kamin nach oben steigt. Thermik nennt man diese Aufwärtsbewegung der Luft.

Gibt es Wettkämpfe mit Ballonen?

Einige Ballonfahrer in Österreich und auch in der ganzen Welt, treffen sich in regelmäßigen Abständen um ihr Können zu beweisen. Dabei kommt es darauf an, die für das Ballonfahren wichtigen Dinge zu beherrschen. Man muss dabei zum einen den Ballon so nach oben oder unten bewegen können, dass man in die richtigen Luftschichten kommt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Zum anderen ist es wichtig das Wettergeschehen genau zu kennen, um zu wissen wo diese Luftschichten sind und wie sie sich verändern können. Und als drittes muss der Pilot oder sein Co-Pilot immer genau wissen wo er sich befindet und wo seine nächsten Ziele liegen. Je besser man das alles beherrscht, um so besser kann man seine Taktik zurechtlegen. Gewonnen hat der Pilot der am häufigsten die Ziele möglichst nahe erreicht hat. Weil die Ballone sich gegenseitig behindern würden, landen sie nicht alle am Ziel, sondern werfen stattdessen ein gekennzeichnetes Sandsäckchen ab. So ist es auch möglich mehrere Aufgaben hintereinander zu legen.

Veranstaltungen

Anbieter

Ballonclub Salzburg
Kendlerstraße 90
5020 Salzburg
Telefon: (06 76) 3 16 28 93
E-Mail: office at flyhigh.at
Salzburger Ballonfahrt
5201 Seekirchen am Wallersee
Mödlham 111
Telefon: (0 62 12) 77 86
E-Mail: info@salzburger-ballonfahrt.at
Balloon & Airship Company
Schwarzenbach 73
5360 St. Wolfgang
Telefon: (0 61 38) 30 27
Telefax: (0 61 38) 30 27 - 4
E-Mail: office@freiheit.at

Weblinks

Bilder

  Ballonfahren – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

  • die Internetseiten der Anbieter

Einzelnachweise