Großglockner Hochalpenstraße unter Denkmalschutz und auf dem Weg zum Welterbe

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von links: Dr. Johannes Hörl ((Generaldirektor GROHAG), Univ.-Prof. Dr. Kurt Luger (UNESCO-Lehrstuhlinhaber, Salzburg), Dr. Wilfried Haslauer (Landeshauptmann Salzburg und Vorsitzender Aufsichtsrat GROHAG), Dr. Barbara Neubauer (Präsidentin Bundesdenkmalamt, Wien), Prof. DDr. Eberhard Stüber (Ehrenpräsident Österreichischer Naturschutzbund) und Mag. Bernd Paulowitz (Geschäftsführer Insitu World Heritage Consulting, Paris)
Der Erbauer Hofrat Franz Friedrich Wallack über dem Visionsbild der GROHAG
wird die Großglockner Hochalpenstraße ein UNESCO-Welterbe? Fragende Blicke von Dr. Barbara Neubauer (Präsidentin Bundesdenkmalamt, Wien), , Dr. Wilfried Haslauer (Landeshauptmann Salzburg und Vorsitzender Aufsichtsrat GROHAG) und Dr. Johannes Hörl (Generaldirektor GROHAG)

Seit 3. Juli 2015 steht die Großglockner Hochalpenstraße unter Denkmalschutz und ist auf dem Weg zum Welterbe.

Einleitung

Erstmals in der österreichischen Geschichte wurden „Gemeinsame Ziele“ für ein Baudenkmal festgeschrieben. Mit Rechtskraft des Bescheides des Bundesdenkmalamtes (BDA) wurde jetzt der höchste nationale Schutz erteilt. Damit ist es möglich, dass die Großglockner Hochalpenstraße den Antrag auf UNESCO-Welterbe stellt.

Am 3. Juli 2015 gaben Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Großglockner Hochalpenstraßen AG und Dr. Barbara Neubauer, Präsidentin des Bundesdenkmalamts in Wien, gemeinsam bekannt:

Nach fünf Jahren Vorbereitung und intensiver Verhandlungen ist es fix: die Großglockner Hochalpenstraße steht mit heutigem Tage unter Denkmalschutz nach dem Denkmalschutzgesetz (DMSG)!

Aufgrund der außerordentlichen Situation, Größe und Ausbreitung des Objektes „Glocknerstraße“ im Hochgebirge (knapp 50 km Verkehrsinfrastrukturen und über 100 Brücken und Hochbauten im alpinen Bereich) wurden erstmals in der Österreichischen Geschichte „Gemeinsame Ziele für die weitere denkmalgerechte Erhaltung der Großglockner Hochalpenstraße“ festgeschrieben. Dieser „Denkmalpflegeplan“ ist integraler Bestandteil des Bescheides des BDA.

Ansuchen für die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe

Hauptartikel: Großglockner Hochalpenstraße auf der offiziellen Liste für UNESCO-Welterbeverfahren

Die Großglockner Hochalpenstraße wäre die erste Straße in Europa, die UNESCO-Welterbe ist
Präsidentin Barbara Neubauer vom BDA war aufgrund der außerordentlichen Situation und Schutzwürdigkeit dieses international anerkannten „Monuments“ eine gemeinsam und breit getragene Lösung besonders wichtig. Damit wurde auch die Voraussetzung geschaffen, sich für die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe zu bewerben.

Entstehung

In den 1980er Jahren, unter Generaldirektor der GROHAG, Dr. Michael Pistauer, entstand die Idee, die Straße unter Schutz zu stellen. Am 19. Oktober 1987 fand eine Besichtigungsfahrt zusammen Professor mag.arch. Dr. techn. Friedrich Achleitner aus Wien statt. In einem Memorandum vom 12. November 1987 hielt Professor Achleitner fest:

"Die kurze Besichtigung der Großglockner Hochalpenstraße und deren bauliche Anlagen, hat mir noch einmal eindrucksvoll bestätigt, daß es sich nicht nur um ein imposantes Pionierwerk des hochalpinen Straßenbaus handelt, sondern um ein technisches und architektonisches Gesamtwerk ganz besonderer Art."

..."... nicht nur ...eines einmaligen Baudenkmals in der Synthese von Natur-, Technik und Kunst betreffen, sondern auch die Chance wahrgenommen werden sollte, im Sinne einer kulturellen 'Selbstdarstellung' Österreichs, eine neue Dimension und Qualität in den spezifischen Landschafts- und Alpintourismus einzuführen".

"...Sicherungs- und Orientierungsmasznahmen
Besonders eindrucksvoll ist, dass Wallack schon Anfang der dreißiger Jahre die Bedeutung des Zusammenhangs von Farb- und Zeichensprache erkannt hat, also der visuellen Kommunikation im Zusammenhang mit einem Verkehrsbauwerk. Die Gestaltung der 'untergeordneten Elemente' (Straßenbegrenzungen, Hang- und Brückengeländer, Hinweis- und Orientierungstafeln ect.) nahm einen besonderen Rang ein. Die Entscheidung für eine grundlegende Farbkombination BLAU-WEISS enthält nicht nur die Komponente der guten (aber nicht aufdringlichen) Sichtbarkeit in der Grün-Rot-Gelb-Skala der Landschaft, sondern auch eine symbolische Dimension, indem BLAU-WEISS sozusagen das farbliche Kürzel für eine hochalpine Landschaft (Himmel und Schnee) darstellt. Jedenfalls ist in dieser Farbwahl Konkretes und Abstraktes, Wahrnehmungs-physiologisches und -psychologisches gleichermaßen enthalten."

"Zusammenfassung
Die Großglockner Hochalpenstraße ist in der Zusammenschau von Natur, Technik und Architektur eine kulturelle Großleistung ersten Ranges. Ihre Gesamtkonzeption und der Bauzustand aus der Zeit ihrer Errichtung sind als historische Leistung bereits überschau- und bewertbar, haben also Denkmalcharakter."

Bildlinks

Quelle

  • Pressekonferenz der GROHAG am 3. Juli 2015 in Salzburg