LEBENS(UN)WERT: NS-Euthanasie im Land Salzburg

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LEBENS(UN)WERT: NS-Euthanasie im Land Salzburg war der Titel einer Sonderausstellung vom 23. Juli bis 2. November 2008 im Salzburg Museum in der Altstadt der Stadt Salzburg.

Über die Ausstellung

Die Wanderausstellung "Lebens(un)wert", die erstmals in der Stadt Salzburg zu sehen war, gab den Opfern der "NS-Euthanasie" aus dem Bundesland Salzburg symbolisch ihre Lebensgeschichte, ihr Gesicht, ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft zurück. Über 400 kranke, und behinderte Salzburger wurden während der NS-Herrschaft Opfer der Mordaktion, die von den Nationalsozialisten zynischerweise als Euthanasie [schöner Tod] bezeichnet wurde

Auch ihr Leben wäre lebenswert gewesen.

Erstmals im Oktober 2006 war diese Ausstellung in Hallein im Keltenmuseum zu sehen gewesen. Es folgten Stationen im Pongau, Lungau und Pinzgau, bevor die Stadt Salzburg die letzte Station wurde.

Im Mittelpunkt der Ausstellung standen die Opfer - die Menschen und ihre Geschichten. Seit Jänner 2006 beschäftigte sich nun das Projektteam der Laube mit der Thematik NS-Euthanasie. Walter Reschreiter von der Laube GmbH recherchierte in Archiven, sammelte Fotos und Erinnerungsstücke: "Angehörige aus dem ganzen Bundesland haben sich bei mir gemeldet. Die Menschen wollen darüber reden, was geschehen ist."

Die Ausstellung Lebens(un)wert, die begleitend zur Präsentation der Werke verfemter und verfolgter Maler gezeigt wurde, war in der Säulenhalle im Erdgeschoß des Salzburg Museum zu sehen gewesen. Konzipiert wurde die Dokumentation von der Laube GmbH, die Ausstellungsgestaltung lag in den Händen von graficde'sign.pürstinger.

Dabei war Lebens(un)wert als Rundgang gestaltet und thematisch in drei Hauptkapitel gegliedert: Die Zeit vor 1933, den Zeitraum von 1933 bis 1945 und in die Phase ab 1945.

Auf rund 50 Laufmetern Präsentationsfläche wurde die Geschichte der NS-Euthanasie dargestellt. Korrespondierend zu diesen Inhalten wurden Original-Exponate gezeigt. Die Namen der etwa 400 Salzburger Opfer waren auf durchscheinende, schmale Stoffbahnen gedruckt, die von der Decke der Säulenhalle hängen. Ein Rundgang führte die Besucher durch die eng gehängten Namensfahnen, wodurch man mit den Opfern gewissermaßen "in Berührung" kommt. In einem eigens für die Ausstellung gestalteten Film von Hermann Peseckas und Reinhold Tritscher erzählten Zeitzeugen ihre Erinnerungen. Eine weitere Projektion zeigte historisches Filmmaterial.

Kuratorin

Dr. Renate Wonisch-Langenfelder

Literatur

  • Walter Reschreiter, Mitarbeit Johannes Hofinger und Christina Nöbauer: LEBENS[UN]WERT – „NS-Euthanasie im Land Salzburg“, Begleitpublikation zur Ausstellung, HG Laube sozialpsychiatrische Aktivitäten GmbH, Hallein, 2007

Quelle