Michael Kurz (Augenarzt)

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Michael Kurz

Dr. Michael Kurz (* 1925, aufgewachsen in Kirchbichl, Tirol) ist Augenarzt.

Leben

Michael Kurz war als Wehrmachtssoldat von 1943 bis 1945 in Russland eingesetzt und wurde zwei Mal leicht verwundet. Danach studierte er in Innsbruck Medizin und promovierte 1950. Die Facharztausbildung machte er in Wörgl. 1956 ließ er sich als Facharzt in Zell am See nieder. Er war maßgeblich am Aufbau der Augenabteilung im Krankenhaus Zell am See beteiligt und leitete diese bis 1990. Michael Kurz ist seit 1954 mit seiner gleichaltrigen Frau, einer Apothekerin, verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne.

Vorgestellt

Als die Salzburger Nachrichten bei Michael Kurz um einen Termin anfragten, sagte er, er müsse zuerst seinen Terminkalender kontaktieren. Schließlich fand der vielbeschäftigte 85-Jährige doch noch Zeit.

Der Augenarzt führt seit 1956 seine Praxis in Zell am See. "Dreieinhalb Tage in der Woche arbeite ich noch", sagt er. "Mehr nicht. Ich will mich ja nicht umbringen." Etwa 15 bis 20 Patienten kommen täglich zu ihm. Vereinzelt operiert er sogar noch. Wenn er seine Hand in die Luft hält, ist nicht das geringste Zittern zu bemerken.

Fortbildung ist für ihn selbstverständlich. "Ich habe eine riesige Bibliothek und beziehe die wichtigsten medizinischen Zeitschriften. Ich bilde mich weiter, weil ich es muss und weil ich es gern mache. Es ist interessant, wenn man durch neue Erkenntnisse sieht, dass man zeitlebens Fehler gemacht hat. Für Ärzte ist das schwer einzusehen."

Als Kurz 1956 nach Zell am See kam, war er der einzige Augenarzt im Bezirk. "100 Patienten am Tag sind gekommen. Ich hatte auch am Samstag offen und am Abend habe ich operiert. Dazu musste ich bei Notfällen in der Nacht auch noch manchmal raus."

Der Arzt setzte sich dafür ein, dass 1958 am Zeller Spital eine Augenstation eingerichtet wurde, damit er operieren konnte. "Die Ausstattung musste ich selbst bezahlen. Später habe ich das Geld zurückbekommen." Bis 1990 leitete er die Abteilung.

"Ohne Arbeit wäre mir ja langweilig", meint Kurz. "Und Nichtstun bringt nichts. Die sumpern dann den ganzen Tag herum und ärgern ihre Frau." Ein, zwei Jahre will er die Praxis noch führen. "Dann gehe ich in Pension. Ich muss mein umfangreiches Film- und Fotoarchiv aufarbeiten." Auf die Frage, wie man in seinem Alter noch so fit sein kann, sagt Kurz: "Man soll nicht wegen jeder Kleinigkeit zu Medikamenten greifen. Da sind Hausmittel besser als Antibiotika-Bomben. In meiner Jugend habe ich mich auch viel bewegt. Im Krieg in Russland sogar gratis." Später war ich ab und zu Ski fahren oder auf dem Berg. Aber ich habe mich nie um Sport gerissen. Wenig gegessen habe ich, weil ich nie Zeit hatte. Ich trinke nicht und nach einem Herzinfarkt mit 67 Jahren habe ich zum Rauchen aufgehört", erzählt der Mediziner.

Und er habe gute Gene. "Meine Mutter wurde 97 und ihr Hirn hat gut funktioniert."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Anton Kaindl)