NS-Opfer-Gedenkstätte in Thalgau

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NS-Mahnmal in Thalgauer Gerichtsgarten, enthüllt 2008

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Thalgauer Bedenkjahr 2008" wurde in der Flachgauer Marktgemeinde Thalgau im ehemaligen Garten des Bezirksgerichtes am 18. Mai 2008 eine NS-Opfer Gedenkstätte enthüllt. Schon 2001 wurde im Gemeindegebiet ein Mahnmal für die NS-Opfer errichtet.

Beitrag in den Salzburger Nachrichten

Aus diesem Anlass erschien in den Salzburger Nachrichten folgender Artikel:

Als Unrecht geschah: Thalgau erinnert sich.

Mehr als 2 000 Besucher gestalteten das „Thalgauer Bedenkjahr 2008“ zu einem beeindruckenden und vorbildhaften Ereignis der „Kultur des gemeinsamen Erinnerns“.

Das Kreuz wollt ihr uns rauben? All unser Heil und Licht!
Nein, nein, ihr könnt es glauben. Das Kreuz bekommt ihr nicht!

Mit der Uraufführung des verschollenen Kreuzliedes von Pfarrer Leonhard Steinwender durch das Vokalensemble „G. Stimmt“ des erzbischöflichen Gymnasiums Borromäum und der Ausstellung „Blutzeugen des Glaubens“ über den Thalgauer Pfarrer Johann Schroffner, der nach Thalgau einem grauenhaften Martyrium 1940 im KZ Buchenwald durch die Todesspritze ums Leben gekommen war, wurde am 29. Februar 2008 das „Thalgauer Bedenkjahr 2008“ eröffnet.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“: Durch die personalisierte Erinnerung gab die zweite Veranstaltung „Gesichter im Schatten“ im Rahmen der 17. Bildungswoche „Hut ab vor diesen Bekennern“ den fünf Thalgauer Opfern der Euthanasiemaschinerie in Hartheim eine einfühlsame und würdige Erinnerung.

Mit den Worten des Salzburger Schriftstellers Karl-Markus Gauß – „Als Unrecht geschah, haben viele mitgemacht: aus Verblendung oder weil es ihr Vorteil war. Als Unrecht geschah, haben viele weggeschaut: aus Angst oder weil sie ihre Ruhe haben wollten.“ – ist am 18. Mai im einst als NS-Heldenhain geplanten, heutigen Gerichtspark die NS-Gedenkstätte der Marktgemeinde Thalgau enthüllt worden.

Einzigartig für Österreich werden unterschiedliche Konfessionen und politische Gesinnungen an einem Mahnmal vereint.

Der Themenabend „Portrait der Verzweiflung“ vollzog den Weg des Thalgauer Ehepaares Hellmuth und Ili Stieff in den aktiven Widerstand gegen Hitler und sein Regime nach.

Ausstellung

Ausstellung „Schicksal zwischen Liebe und Gewissen“ zeigte das innere, immer qualvolle Ringen, das Zögern und die Verzweiflung um die Entscheidung des Offiziers Hellmuth Stieff für eine Beteiligung am Attentat, in der Hoffnung auf das Gelingen, aber auch im Wissen um das tödliche Risiko, auf.

Widerstand

„Endstation in Moabit“ schilderte die Entscheidungen der Thalgauer Heimatsöhne Engelbert Weiß und Johann Ellmauer, sich als revolutionäre Sozialisten und Bibelforscher dem Diktat der Nationalsozialisten mit der Konsequenz entgegenzustellen, den Tod durch das Fallbeil zu erleiden.

Den Abschluss des Gedenkbogens einer neuen „Kultur des gemeinsamen Erinnerns“ zum Anlass „70 Jahre Anschluss“ bildete die Veranstaltung „Die Macht der Tracht“ am Freitag, 24. Oktober 2008.

Bildergalerie

Quellen