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Karl-Markus Gauß

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (links) überreichte Karl-Markus Gauß 2019 anlässlich seines 65. Geburtstages einen Ehrenbecher.
Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß (* 14. Mai 1954 in Salzburg) ist ein zeitgenössischer Schriftsteller, Essayist, Chronist, Herausgeber und Kritiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

 
Gedenksäule an die NS-Verbrechen im Gerichtsgarten in Thalgau mit einem Text von Karl-Markus Gauß

Gauß studierte Germanistik und Geschichte und gibt seit 1991 die Zeitschrift "Literatur und Kritik" heraus. Als Literaturkritiker hat Gauß inzwischen gut 1 000 Rezensionen neuer Bücher verfasst. Der Schriftsteller, dessen Werke in 15 Sprachen übersetzt worden sind, lebt in Salzburg.

Gauß hat sich zunächst als Essayist einen Namen gemacht - zum Beispiel mit dem Band "Das europäische Alphabet" (1997). Zweitens hat Gauß Reisebücher geschrieben. Diese Reportagen über Reisen an die Ränder unseres Kontinents finden sich in den Bänden "Die sterbenden Europäer" (2001), "Die Hundeesser von Svinia" (2004), "Wirtshausgespräche in der Erweiterungszone" (2005) und "Die versprengten Deutschen" (2006).

Gauß ist aber auch Autor von Journalen, in denen er Essays, Kommentare und Notizen zum aktuellen Zeitgeschehen versammelt: "Mit mir, ohne mich" (2002); "Von nah, von fern" (2003). Im Frühjahr 2007 erschien unter dem Titel "Zu früh, zu spät" die dritte Folge dieser Journale im Zsolnay Verlag erscheinen.

In der Wochenendbeilage der Salzburger Nachrichten schreibt Karl-Markus Gauß einmal im Monat ein Kolumne über ein Thema seiner Wahl.

2019: Ein literarisch Großer wurde 65

Zum 65. Geburtstag von Karl-Markus Gauß lud Landeshauptmann Wilfried Haslauer den Schriftsteller, Essayisten, Literatur- und Kulturkritiker in den Chiemseehof, um sich in einer Runde mit Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn und Persönlichkeiten des Kulturlebens auszutauschen. „Er belegt mit seinem Werk und seiner eigenen Biografie, wie vielschichtig Europa ist. Karl-Markus Gauß beschreibt, er lebt diesen Kontinent mit Salzburg im Herzen. Wir dürfen uns glücklich schätzen, einen kritischen Beobachter wie ihn zu haben“, betonte der Landeshauptmann und gratulierte zum 65er.

Das Landes-Medienzentrum (LMZ) hat mit Karl-Markus Gauß über sein Verständnis von Heimat und Europa gesprochen.

LMZ: Sie haben sich viel mit europäischen Völkern im Abseits beschäftigt. Wie sehen sie Ihre eigene Heimat, Salzburg und die Salzburger?

Gauß: „Ich bin Aiglhofer, Europäer, Salzburger. Ich verfolge die Entwicklungen in meiner Heimat mit derselben Neugierde, wie ich das auch bei meinen Reisen in andere Regionen mache, bezeichne mich als kritischen Patrioten und kann mich über Missstände ärgern. Salzburg ist jedoch unzweifelhaft eine Stadt, in der man gut leben kann. Ich bin ein sesshafter Reisender, mein Ausgangspunkt ist und bleibt Salzburg.“

LMZ: In welchem Europa wollen Sie leben?

Gauß: „In einem Europa der Vielfalt, in dem auch die kleinen Regionen, Sprachgruppen ihre Rechte bekommen, in dem vielen von dem, das man nationalistisch zu lösen versucht, aufgegeben wird, weil das so nicht funktioniert. Wir sind im glücklichsten aller Zeitalter geboren und aufgewachsen. Das gilt es mit Selbstbewusstsein und Engagement zu erhalten und zu entwickeln. Europa, das ist nicht das Ausland, sondern ein Teil von uns. Aber es ist wesentlich mehr als nur die Europäische Union.“

LMZ: Sprache und Literatur – wohin führt der Weg?

Gauß: „Ich bin für eine doppelte Strategie: Behördliches muss so formuliert sein, dass es für Menschen mit Sprachschwierigkeiten leicht verständlich ist. Die Literatur hingegen wird nur überleben können, wenn sie auf Sprachkunst und hohes Niveau beharrt, es nicht billiger gibt und sich den Unterhaltungsangeboten anbiedert.“

Preise

Für seine literarische Arbeit hat Karl-Markus Gauß zahlreiche Auszeichnungen erhalten:

  • 1994: Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik
  • 1997: Europäischer Essaypreis Charles Veillon
  • 1998: Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch
  • 2004: René-Marcic-Preis
  • 2005: Vilencia-Preis für Mitteleuropäische Literatur
  • 2006: Manès-Sperber-Preis
  • 2006: Georg Dehio-Buchpreis
  • 2006: Aufnahme in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung
  • 2007: Ehrendoktorat der Philosophie der Salzburger Universität
  • 2007: Mitteleuropa-Preis des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM)
  • 2009: Großer Kunstpreis für Literatur des Landes Salzburg

Ehrungen

Ende April 2014 wurde ihm das Ehrenzeichen des Landes Salzburg verliehen. Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn: "Brillante Schreibe und hohe politisch-gesellschaftliche Intelligenz"

Am 14. Mai 2014 feierte Karl-Markus Gauß seinen 60. Geburtstag - aus diesem Anlass ist auch sein aktuelles Buch erschienen: "Lob der Sprache, Glück des Schreibens" - pointierte Glosse, eleganter Essay, kulturkritische Polemik, selbstironische Erzählung[1];

Am 6. Juni 2019 überreichte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer dem Schriftsteller einen Ehrenbecher.

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. ISBN 978-3-7013-1214-6