Salzburger Tracht

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zu sehen ist Mode auf Salzburgerisch, ein Beitrag über Salzburger Tracht. Fräulein Pussi G. im Trachtenkleid einer Lungauerin im Festspielsommer 1934.
Desiree von Halban trägt grau-grünes Lodenkostüm mit einem Bluserl aus rot-weiß kariertem Kretonne, der auch das Jackenfutter abgibt. Links: Sogar der Hosenrock wirkt "ländlich" - waren es doch zuerst die Sennerinnen, die dieses praktische Kleidungsstück (wenn auch nicht ganz in seiner heutigen modischen Form) für sich annahmen. Frauke Lauterbach trägt dazu ein Jägercape, Trikotbluse und Hut im Bauernstil.
Bild links oben: Personen aus Taxenbach in Salzburger Tracht im Festspielsommer 1934.

Es gibt rund 80 verschiedene Salzburger Trachten in Stadt und Land Salzburg.

Allgemeines

Sogenannte Trachtenmappen geben dabei einen Überblick. Beispielsweise besitzt die Salzburger Volkskultur eine Sammlung von 40 Damen- und 20 Herrentrachtenmappen. 1935 gab es erstmals eine Ausgabe der Salzburger Landestrachten mit 29 Vorschlägen für Stadt und Land, für Bürger und Bauern. Seit 2006 entscheiden sich immer mehr Gemeinden für eine eigenen Tracht. Wobei dieser Trend im Flachgau am stärksten ist.

Geschichte

Die Anfänge des Trachtenbewusstseins reichen bis in die romantische Epoche des Historismus und der Kunstgewerbebewegung des 19. Jahrhunderts zurück. Diese Bewegung kam in Frankreich durch Jean Jacques Rousseau's Forderung "Retournez à la nature" (Zurück zur Natur) ins Laufen. Unterstützt wurde er dabei von der Tochter Maria Theresia's, Marie Antoinette, die mit König Ludwig XVI. verheiratet war. Erzherzog Johann war für die Verbreitung in Österreich maßgeblich verantwortlich gewesen. Er nahm sich aus politischen und wirtschaftlichen Gründen die Kleidung des einfachen Volkes zum Vorbild.

In Salzburg wurden im ausgehenden 18. Jahrhundert Standestrachten von Bürger, Bauer und Edelmann in der Kuenburg-Sammlung (ca. 1792 bis 1790), einer Bildersammlung von ursprünglich 400 Gouachen mit Standestrachten aus dem Fürsterzbistum Salzburg von der Malerfamilie Lederwasch dokumentiert.

Zeitgenössischer Text aus dem Jahr 1934

Die Zeitschrift Die Bühne schreibt in ihrer Sonderausgabe im Festspielsommer 1934:

Salzburg ist große Mode geworden. Es „beeinflußt" Kleider und Kostüme, wirkt sich hier durch eine Linie, da durch ein nettes Detail aus, ein drittesmal wiederum durch das Material - denn die Vorliebe für das Leinen schreibt sich sicherlich, ganz ebenso wie jene für das Dreiecktüchel, vom Salzburgerischen her. Und das „Dirndl", ganz „echt" oder leicht „verstädtischt", ist moderner als je. Mode und Folklore gehen Hand in Hand. Das ist für alle interessant - für jene, die große internationale Mode machen und sich ihre Inspirationen aus der Tracht holen, und für uns Österreicher, die wir immer mehr unsere Vaterlandsliebe entdecken und erwedcen und dazu prädestiniert sind, Österreichertum zu pflegen - auch in der Tracht. Deshalb sei hier einer hübschen kleinen Schrift gedacht: „Salzburg - Sein Volk und seine Trachten", sehr klug und wissensreich von Franz Karl Ginzkey geschrieben und sehr anmutig und „echt" von Toni Angerer illustriert. Die hier wiedergegebenen Zeichnungen stammen aus diesem hübschen Band, der im Verlag der „Österreichischen Kunst", Wien, erschienen ist.

Bedeutung der Tracht im Nationalsozialismus

In Zusammenarbeit mit der Salzburger Volkskultur und dem ORF Salzburg wurde am Beispiel des künstlerischen Lebenswerks der bekannten Wiener Malerin Erna Piffl-Moser, die viele Jahre in Thalgau lebte, die Bedeutung der Tracht im Nationalsozialismus behandelt.

Geboren am 20. Jänner 1904 in Wien, arbeitet die Künstlerin nach einer Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien sowie in Amsterdam an der Schaffung vieler ethnografischer Zeichnungen im Dienste des Ahnenerbes der Nationalsozialisten.[1]

Vorlagen

Für die Schneiderung von Werktags- und Sonntagstrachten werden Bilder auch im Original erhaltene Kleidungsstücke verwendet.

Produzenten

In Salzburg sind Werkstätte Beurle Trachten, Geschwister Lanz Trachtenmoden und Trachtenkleidung Gössl am bekanntesten.

Museen

Im Volkskunde Museum in Hellbrunn zeigt die schönsten, für die Salzburger Gaue typischen Trachten. Die Trachtensammlung Werkstätte Beurle zeigt ebenfalls eine Anzahl von Trachten.

Ausstellungen

Im Sommer 2011 zeigte Ausstellung Kaprun in Tracht im Kaprun Museum in Kaprun Stücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Siehe auch

Bildergalerie

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Salzburgwiki-Artikel NS-Opfer-Gedenkstätte in Thalgau und dortige Quellen