Hellmuth Stieff

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Bundesarchiv Bild 101I-146-1547-17, Hellmuth Stieff

Hellmuth Stieff (* 6. Juni 1901 in Deutsch Eylau, Preußen; hingerichtet am 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee) war in der Deutschen Wehrmacht Generalmajor und wurde ein Opfer des Nationalsozialismus.

Leben

Wegen der Vorkommnisse im Ostfeldzug wurde er zum Widerstandskämpfer, der sich am Anschlag vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler beteiligte.

Seine Witwe Ili wohnte bis 1980 in der Gaertner-Villa (Villa Amönenburg) in Thalgau.

Im Jahre 2005 wurde in Thalgau eine Gedenktafel an jener Stelle errichtet, wo sich Hellmuth Stieff von seiner Gattin Ili verabschiedete, bevor er zur Teilnahme am Attentat gegen Adolf Hitler fuhr.

Ihr Mann kämpfte mit Stauffenberg

Ili Stieff aus Thalgau war eine besondere Frau. Ihr Mann war NS-General. Sie ermutigte ihn dazu, sich dem Widerstand gegen Adolf Hitler anzuschließen.

Das Schicksal des Ehepaars Stieff ist außerhalb von Thalgau nur wenigen bekannt. Bernhard Iglhauser, der Leiter des Thalgauer Bildungswerks, wollte das ändern: Seit Mai 2019 zeigte das Museum in der Hundsmarktmühle eine eigene Ausstellung über die beiden.

Ili und Hellmuth Stieff heirateten 1929. In den 1940er-Jahren wurde Hellmuth Stieff Generalmajor in der Wehrmacht. Schon zu Beginn des Kriegs erkannte er die Grausamkeit von Hitlers Regime. Er überlegte lange, sich der Widerstandsbewegung rund um Stauffenberg anzuschließen. Seine Frau antwortete ihm stets: "Tu es!" Letztlich tat er es auch. Er wurde Teil des Widerstands, der am 20. Juli 1944 in der "Wolfsschanze" für eine Explosion sorgte. Der Ausgang ist bekannt: Das Attentat scheiterte, Adolf Hitler blieb am Leben. Er ließ Stauffenberg und alle Mithelfer hinrichten. Hellmuth Stieff wurde am 8. August vor 75 Jahren erhängt. Seine Frau fuhr nach Berlin, um noch ein letztes Mal in der Nähe ihres Mannes sein zu können. Nur sieben Tage danach, am 14. August, wurde auch Ili Stieff verhaftet. Sie war monatelang im Untersuchungsgefängnis, wurde stundenlang verhört. Sie rechnete schon mit ihrer Hinrichtung, wurde aber im Oktober 1944 freigelassen. Danach hielt sie sich versteckt und kehrte nach dem Einmarsch der Amerikaner in die Familienvilla nach Thalgau zurück. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1980 lebte Ili Stieff dort relativ zurückgezogen.

"Den Tod ihres Mannes hat sie nie ganz verkraftet", sagt Bernhard Iglhauser. Im Zuge der Recherche arbeitete Iglhauser eng mit der Familie von Ili Stieff zusammen. Stieffs Neffe Peter Gaertner stellte Kopien von Originalbriefen zur Verfügung. Die Schriftstücke führen dem Besucher die Tragik des Schicksals der Stieffs vor Augen.

Mit der Ausstellung will Iglhauser dazu beitragen, dass das Schicksal des Thalgauer Mitstreiters von Stauffenberg auch außerhalb seiner Heimatgemeinde bekannter wird.

Die Sonderausstellung war bis zum 27. Oktober 2019 zu sehen.

Bildergalerie

Quellen