Peter Pässler

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Peter Pässler, auch Päßler geschrieben, war Südtiroler Heerführer bei den Salzburger Bauernaufständen und Bauernkriegen 1526 und Gefährte vom ebenfalls aus Südtirol stammenden Bauernheerführer Michael Geißmayer.

Leben

Am Morgen des 14. Juli 1524 konnte man in der Südtiroler Stadt Bruneck eine Fehde-Ankündigung lesen. Geschrieben vom bis dahin bischöflichen Fischer Peter Pässler aus Antholz im Pustertal. Oswald Pässler hatte die Fischereirechte auf der Rienz bis zur Mündung des Antholzer Baches. Aus nicht überlieferten Gründen fiel Oswald Pässler, bei seinem obersten Dienstherren, dem Bischof und Landesfürst des Territorialstifts Brixen in Personalunion, Sebastian Sprenz, in Ungnade. Er nahm Pässler das Fischereirecht weg, was ein sehr gutes Einkommen für die ganze Familie bedeutete, und gab sie der ebenfalls in Antholz ansässigen Familie Undterperger. In Folge kam es zu Übergriffen der Sippe Pässler gegen der Familie Undterperger, bis eben Peter Pässler absagte[1].

Es kam zu verschiedenen Auseinandersetzungen mit dem Bischof, der sich Hilfe von seinem Landesherrn, den Habsburger Erzherzog Ferdinand aus Innsbruck erhoffte. Nichts geschah. Dann begann Peter Pässler Getreidespeicher anzuzünden, um die in seiner Absage von den Brunecker Bürgern gestellte Forderungen durchzusetzen. Schließlich musste Pässler fliehen, seine Familie wurde verhört, sein Vater gefoltert. Im Herbst 1524 wurde dann Peter Pässler mit seinem Gefährten, dem Antholzer Gastwirt Hans Jarl, gefangen. Bald schon wurde Jarl hingerichtet. Pässler sollte am 9. Mai 1526 in Brixen hingerichtet werden. Bei dieser Hinrichtung war Michael Geißmayer anwesend, damals noch Schreiber des Landeshauptmanns Leonhard von Völs. Plötzlich strömten aus allen Richtungen Bauern mit gezogenen Waffen auf den Richtplatz und nahmen Pässler mit. In sicherer Entfernung in einem Wald wurde Pässler von seinen Ketten befreit und floh in die Berge.

Im Frühjahr 1526 traf er mit Michael Geißmayer, der mittlerweile in die Schweiz geflohen war und in Klosters lebte, im Pinzgau. Dort hatten Aufständische am 6. April Mittersill der Kontrolle des Erzbischofs entrissen und warteten auf Geißmayer und seine Truppe. Gemeinsam begannen sie dann die Belagerung von Radstadt.

Noch vor Ende der Belagerung von Radstadt war Peter Pässler mit einem Teil der Belagerungsaufständischen den Pinzgauer Bauern zu Hilfe geeilt, da von Tirol ein Bündner Heer</ref>Die Ostschweizer hatten seit dem Verlassen Geißmayers die Seite gewechselt und unterstützten nun Erzherzog Ferdinand von Tirol im Kampf gegen die aufständischen Bauern</ref> in den Oberpinzgau eingedrungen war. Bei Zell am See war Pässler sein Heer in eine Schlacht gegen das Heer des Schwäbischen Bundes, das von Norden her vorgedrungen war. Doch Pässler verlor den Kampf und seine Truppen wurden versprengt.

Etwa 2.000 Leute von dem etwa 5.000 Mann starken Heer überlebten Belagerung und Schlacht. Wer nicht fliehen konnte und in die Hände des Erzbischofs fiel, der mit einem Heer von Salzburg nach Radstadt gekommen war, wurde gnadenlos umgebracht, durch das Schwert oder durch den Strang.

Pässler musste fliehen und zog nach Venzone (deutsch Peuschelsdorf) im nördlichen Friaul, wo er als Straßenräuber sein Dasein fristete. Auf seinen Kopf hatte Ferdinand von Tirol 200 Gulden ausgesetzt. Der in Werfen geborene Lucas Wieser, war in den Jahren 1525 und 1526 an den Bauernaufständen gegen Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg beteiligt gewesen und seitdem auf der Flucht. Das Angebot Ferdinands und des Erzbischofs, Pässler (und Geißmayer) zur Strecke zu bringen, dafür eine Belohnung und Straffreiheit zu erlangen, war für Wieser zu verlockend. Als Weggefährte von Pässler konnte er sich diesem ohne Argwohn Pässlers nähern. In einem Schreiben vom 24. September 1527 berichtete dann Wieser an den Brunecker Stadtrichter Wolfgang Wistl von seinem Vorhaben, Pässler zu meucheln und bat Wistl, den Brief dem Innsbrucker Hofrat weiterzuleiten. Mitte Oktober 1527 fiel dann der tödliche Schuss auf Pässler und Wieser musste vor den Freunden Pässlers fliehen. Er floh nach Salzburg, wo ihm die Behörden tatsächlich auch die 200 Gulden ausbezahlten. Allerdings war der Erzbischof Matthäus Lang der Meinung, dass Wieser als Aufständischer sehr seine Strafe verdient hätte und ließ ihn verhaften.

Einzelnachweise

  1. eine Fehde erklären

Quelle