Matthäus Lang von Wellenburg

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Matthäus Lang von Wellenburg
Matthäus Lang von Wellenburg (* 1468 in der freien Reichsstadt Augsburg; † 30. März 1540 in Salzburg) war von 1519 bis 1540 Salzburger Fürsterzbischof.

Abstammung

Sein Vater hieß Hans Lang, seine Mutter war eine geborene Margarethe Sulzer. Sein Vater wurde 1507 mit der erkauften Wellenburg auf dem Lechfelde bei Augsburg belehnt und stammte aus einer verarmten Patrizierfamilie, die in der Augsburger Gegend ansässig war. Matthäus Lang war vermutlich das zweite von dreizehn Kindern.

Leben

Matthäus Lang war zunächst Sängerknabe und nahm bei einem alten Priester des Stiftes St. Stephan in Augsburg Privatunterricht. Matthäus Lang studierte an der Universität in Ingolstadt (Immatrikulation am 24. April 1485), wo er 1486 das Baccalaureat erlangte, dann an der Universität in Tübingen, auf die er im Jahre 1489 wechselte. Am 11. August 1490 schloss er sein Studium mit Sponsion zum Magister artium liberalium in Tübingen ab. Matthäus Lang begann damals auch in Tübingen mit juristischen Studien, die er ab 13. April 1493 in Wien fortsetzte. Matthäus Lang trat dann in den Dienst des Mainzer Erzbischofes Berthold von Henneberg, dem Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dort gelang es Matthäus Lang wohl, die wichtigsten Grundsteine zu seiner späteren Karriere zu setzen. 1494 trat Matthäus Lang aus dem Mainzer Erzstift aus und wechselte zu König Maximilian I. (später römisch-deutscher Kaiser), dessen Sekretär er wurde und für den er häufig als Gesandter und politischer Verhandler in Europa unterwegs war. Nicht zuletzt seinem Geschick ist der Heiratsvertrag zwischen dem Haus Habsburg und Ungarn zu verdanken.

Ab 1496 begann auch seine kirchliche Laufbahn. Das genaue Datum der Aufnahme in den Klerikerstand durch die Erteilung der Tonsur ist nicht bekannt, es muss jedoch schon vor 1494 stattgefunden haben, da er sich in diesem Jahr um Pfründe bemühte, die er in der Folgezeit reichlich sammelte. Die erste, die er bekam, war die Propstei Maria Wörth in Kärnten. 1497 hatte Matthäus Lang bereits eine zweite Pfründe inne: ein Kanonikat am Kollegiat-Stift St. Peter und St. Alexander in Aschaffenburg. Im selben Jahr bekam er vom König Maximilian auch noch die Zusage zur Doppelpfarrei Gars-Eggenburg im Waldviertel, welche Pfründe er 1500 erlangte. Matthäus Lang ließ die Pfarre durch Vikare versehen. Er war damals noch gar nicht Priester (Priesterweihe erst 1519). 1501 wird Matthäus Lang Koadjutor und vier Jahre später Bischof von Gurk, weiters war er auch Propst in Konstanz und besaß Kanonikate in Aschaffenburg und Eichstätt. 1510 wird Lang Bischof von Cartagena in Spanien, am 10. März 1511 von Papst Julius II. zum Kardinal erhoben. Am 5. April 1512 ernannte ihn derselbe Papst zum Koadujtor des regierenden Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach mit dem Recht der Nachfolge.

Ungeachtet dieser kirchlichen Pfründe stand Matthäus Lang jedoch nach wie vor im Dienst des Königs Maximilian. Man sah in ihm jedoch bereits einen der führenden Hofleute, dessen Gunst man zu gewinnen suchte. Nach dem Tod Kaiser Maximilians und als Nachfolger des ebenfalls 1519 (am 8. Juni) verstorbenen Leonhards von Keutschach widmete sich Matthäus Lang ab 8. Juni 1519 ganz seiner neuen Funktion als Salzburger Fürsterzbischof, das er absolutistisch regierte. Am 23. September hielt der Kardinal dann den traditionellen Einzug von Schloss Freisaal in die Stadt.

Angeblich beherrschte Matthäus Lang fließend die lateinische Sprache und konnte auch Italienisch sprechen. Er wurde mit der Zeit zu einem bedeutenden Geistlichen der katholischen Kirche. Zur Zeit von Kardinal Matthäus Lang waren unter anderem auch Paul Hofhaimer Hoforganist und Johannes Mulinus die Poetenschule, eine Art humanistisches Gymnasium in Salzburg. In seine Regierungszeit fällt auch die erste Erwähnung einer "deutschen Schule" in Laufen.

Am 15. Mai 1537[1]fand unter seiner Regentschaft die Salzburger Provinzialsynode 1537 statt. Zu diesem Zeitpunkt war der Kardinal bereits von zwei Schlaganfällen gezeichnet.

Wichtige kirchliche Stationen in seinem Lebenslauf

  • 1501 / 1502: Koadjutor in Gurk
  • 1505: Weihe zum Bischof
  • 5. Oktober 1505 bis 1522: Fürstbischof von Gurk
  • Wahrscheinlich September 1510 bis 1540: Bischof von Cartagena (Spanien), es gibt unterschiedliche Theorien, seit wann er Bischof von Cartagena war; zum Beispiel kämen folgende Angaben in Frage: 30. September 1510 oder 5. September 1512
  • 10. März 1511: Weihe zum Kardinal "in pectore" durch Julius II. (in pectore = "in der Brust, im Herzen", damit ist "geheim" gemeint).
  • 1512: Koadjutor in Salzburg
  • 8. Juni 1519 bis 1540: Fürsterzbischof von Salzburg, wobei er jetzt erst zum Priester geweiht wurde
  • 1529: Matthäus Lang wurde auch Primas[2] von Deutschland
  • 26. Februar 1535 bis 1540: Kardinalbischof des italienischen Bistums Albano (bei Rom)

Matthäus Lang und die Gegenreformation

Matthäus Lang erkannte die Tragweite der Lehre Luthers und versuchte mit Reformmaßnahmen, die Verbreitung in Salzburg einzudämmen. Zu seinen Maßnahmen zählten 1522 das Mühldorfer Konvent, 1524 die Regensburger Ordnung oder 1537 die Salzburger Provinzialsynode. Aber durch Auseinandersetzungen mit dem Landeskirchtum der bayerischen und österreichischen Herrscher fruchteten seine Bemühungen wenig.

Matthäus Lang konnte sich 1523 als Salzburger Fürsterzbischof im unblutigen "Lateinischen Krieg", gegen die auf ihre alte Rechte beharrenden Bürger der Stadt Salzburg durchsetzen. In den Jahren 1525 und 1526 kam es dann jedoch zum Salzburger Bauernaufstand gegen den Fürsterzbischof. Die Festung Hohenwerfen und Hallein wurden von den aufständischen Bauern im Mai 1525 erobert. Die Bauern konnten dann auch noch die Altstadt von Salzburg unter der Führung von Michael Gruber einnehmen, nicht aber die Festung Hohensalzburg, auf die Fürsterzbischof Kardinal Matthäus Lang mit seiner Gefolgschaft samt einem Neffen (dem Lamberger) geflohen war. Diese belagerten sie nun wochenlang. Von dieser Festungsbelagerung stammt auch die Sage vom Salzburger Stierwascher.

Die aufständischen Salzburger Bauern wurden schließlich vom zu Hilfe gerufenen Landsknechtführer Georg von Frundsberg vor den Toren von Salzburg vertrieben. Am 31. August 1525 kam es zum Friedensvertrag mit den aufständischen Bauern, der jedoch von Matthäus Lang gebrochen wurde. Die aufständischen Bauern, Gewerken und Knappen aus dem Salzburger Land, die seit dem Frühling 1526 von Michael Gaismair, dem Tiroler Bauernführer, geleitet wurden, hatten im Mai und Juni 1526 noch Erfolge in Gefechten gegen mehrere heranrückende Heerhaufen des Schwäbischen Bundes. Im Juli 1526 mussten sie kampflos die Belagerung von Radstadt aufgeben. Durch die Kriegsverwüstungen wurde der Fürsterzbischof Matthäus Lang, der den Prunk und die Pracht sehr liebte, zur Sparsamkeit gezwungen. Er bemühte sich in den nächsten Jahren um die Schaffung eines neuen Beamtenstaates und eine umfassende Landesgesetzgebung in Salzburg. Auch versuchte er die gewaltsame Unterdrückung der Reformation, die sich in allen Teilen des Salzburger Landes rasch verbreitete.

Adelsstand

1498 wurde Matthäus Lang und seine Familie geadelt. Zum Nachnamen "Lang" wurde das Adelsprädikat "von Wellenburg" hinzugefügt. Diese Burg am Lechfeld erwarb sein Vater im Jahre 1507. Der spätere Fürsterzbischof wurde meist jedoch weiterhin "Matthäus Lang" genannt.

Quellen und Literatur

  • Salzburger Provinzialsynode 1537 und dortige Quelle(n)
  • Dopsch, Heinz: Salzburg im Spätmittelalter. In: Geschichte Salzburgs-Stadt und Land, Bd. I/1, hg. von Heinz Dopsch, 2. Aufl. 1983, S. 487- 593, hier: S. 584 ff.

Fußnoten

Zeitfolge