Mittersill

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Ortsbild
Mittersill.jpg
Karte
Karte 5730.png
Basisdaten
Politischer Bezirk: Zell am See (ZE)
Fläche: 132,13 km²
Geografische Koordinaten: Länge 12.4833 / 12° 28' 60 ", Breite 47.2667 / 47° 16' 0"
Höhe: 790 m ü. A.
Einwohner: 5 380 (1. Jänner 2018)
Postleitzahl: 5730
Vorwahl: 0 65 62
Gemeindekennziffer: 50613
Gliederung Gemeindegebiet: 7 Katastralgemeinden
Gemeindeamt: Marktplatz 1
5730 Mittersill
Offizielle Website: www.mittersill.at
Geografische Karte:
Politik
Bürgermeister: Dr. Wolfgang Viertler
Gemeinderat (2014): 25 Mitglieder: 15 VIERT,
7 SPÖ,
2 GRÜNE,
1 TEAM
Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 2 028
1880 2 096
1890 2 120
1900 2 218
1910 2 377
1923 2 211
1934 2 422
1939 2 610
1951 3 155
1961 3 502
1971 4 455
1981 5 027
1991 5 427
2001 5 584
2011 5 408
2015 5 424
Mittersill
Kindergeburtstag
in der Stadtpfarrkirche Mittersill
Felberkirche
Felberturm
Museumensemble Felberturm
der Pihapper im Winter
Besuch der US-Botschafterin Alexa Wesner (2. v. r.) im Nationalparkzentrum Hohe Tauern
Größter Bergkristallfund von Josef Papp, 110 kg schwer, ausgestellt im Museum Felberturm

Mittersill ist eine Stadtgemeinde im Oberpinzgau (Pinzgau).

Geografie

Geografische Lage

Mittersill liegt im westlichem Pinzgau im Salzachtal an der Salzach und ist aufgrund seiner Größe der zentrale Ort im Oberpinzgau.

Da die Salzach durch den Ort fließt, wurde Mittersill bereits mehrmals Opfer von Hochwasser und dabei vollständig überflutet, zuletzt im Jahr 2005. Um weitere Überschwemmungen zu verhindern, plant die Gemeinde den Bau eines Staudamms (Stand 2007).

Im Nordwesten erheben sich die Kelchsauer Alpen, im Nordosten die Glemmtaler Alpen, beides Teile der Kitzbüheler Alpen. Gegen Süden dehnen sich die Zentralalpen mit den Hohen Tauern aus. Hier steht mit dem Pihapper auch der Mittersiller Hausberg. Nach Norden führt eine Bundesstraße über den Pass Thurn nach Nordtirol, nach Süden geht es durch das Felber- und Amertal zum Felbertauerntunnel nach Osttirol.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Katastralgemeinden von Mittersill sind Felben, Felberthal, Mittersill Markt, Mittersill Schloß, Paßthurn, Schattberg und Spielbichl.

Nachbargemeinden

Im Westen grenzt die Stadt an die Gemeinde Hollersbach im Pinzgau, im Nordwesten an die Gemeinde Bramberg am Wildkogel im Osten an die Gemeinden Stuhlfelden und Uttendorf, im Norden an Jochberg (Nordtirol) und im Süden an Matrei (Osttirol).

Geschichte

Der Name Mittersill enthält das Wort -sill "Haus, Hof", das wie althochdeutsch selida "Haus, Hütte, Wohnung, herberge" von sal "Haus, Hof, Gebäude" (Saal stammt ebenfalls daher) abgeleitet ist. Urkundlich wird Mittersill 1155 - 1164 als Mittersele bezeichnete, was ursprünglich etwa "mittlere Siedlung" bedeutet hat.

Es war zu Zeiten der Fürsterzbischöfe Sitz eines Pflegegerichts, wie im Atlas Salisburgensis vom Salzburger Kartografen Joseph Jakob Fürstaller angeführt.

Mittersill war wahrscheinlich wie Lienz in Osttirol bereits vor 1300 ein Markt. Aus 1357 ist ein Marktbrief von Erzbischof Ortolf von Weißeneck vorhanden, das erste schriftliche Zeugnis über den Markt Mittersill.

Am 15. Mai 1746 fielen 39 Häuser des unteren Marktes einer Feuersbrunst zum Opfer. Ab 16. August 1807 war der Ort eine ganze Woche vom Hochwasser eingeschlossen.

Am 16. August 1807 ereignet sich eines der historischen Hochwasser, das den Markt für eine Woche von der Umwelt abschließt.

1939 wurde auf der Lend die Heeresversuchsstelle Mittersill zur Entwicklung und Erprobung von kriegstauglichem Gerät - u.a. von Seilbahnen - errichtet. Am 15. September 1945 wurde der Komponist Anton von Webern unter ungeklärten Umständen, jedoch wahrscheinlich versehentlich, von einem US-Soldaten erschossen.

Mittersill wurde mit 1. Juli 2008 durch Landesgesetz zur Stadt erhoben. Damit ist die alte Marktgemeinde die elfte und zugleich jüngste Stadtgemeinde des Bundeslandes Salzburg. Die offizielle Feier zur Stadterhebung fand am 8. August statt.

Religionen

Die überwiegende Mehrheit der Einwohner in Mittersill ist römisch-katholischer Konfession (81,6) %. Die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in Mittersill stellt die islamische Gemeinde dar (7,4 %), gefolgt von der evangelischen Religionsgemeinschaft (5,1 %). 3,9 % der Bevölkerung sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Felberturm

Hauptartikel: Felberturm

Der "Felberturm", benannt nach dem Ministerialengeschlecht der Felber, ist seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar. Im 15. Jahrhundert gehörte der Turm den Salzburger Erzbischöfen, 1812 wurde er durch die bayerische Regierung versteigert, wurde Privatbesitz und schließlich Eigentum der Gemeinde. Im 19. Jahrhundert verfiel der Turm. Der Initiative des 1961 gegründeten Museumsvereines ist es zu verdanken, dass der Turm schließlich wieder saniert wurde.

Kirchen

Stadtpfarrkirche zum hl. Leonhard

Die Pfarrkirche zum hl. Leonhard wurde von Johann Kleber nach dem großen Marktbrand Mittersills (1746) von 1747 bis 1749 erbaut. Die Kirche besticht durch ihre schlichte Festlichkeit, hervorgerufen durch den wunderbaren Farbstuck im Rokokostil.

Das Hochaltarbild der Kirche zeigt den hl. Leonhard, den Patron des Viehs, des Ortes und der Pfarrkirche. Der einheimische Bildhauer Petrus Schmid schuf 1765 die Kanzel und die Kreuzigungsgruppe über dem Volksaltar.

Kunstgeschichtlich bedeutsam sind die Glasmalereien aus 1840. Ebenso sehenswert ist die "Schmerzenskapelle" mit dem leidenden Christus und vielen Votivtafeln. Die Kirche kann jederzeit besichtigt werden. Ein Kirchenführer liegt in der Kirche auf.

Felberkirche
Hauptartikel: Felberkirche

Die dem hl. Nikolaus geweihte Felberkirche neben dem Felberturm im Weiler Felben in Mittersill wurde im 13. Jahrhundert erbaut und im Jahr 1479 umgebaut. Laut Josef Lahnsteiner war in den Lärchenschindeln der Turmspitze im Jahr 1904 noch deutlich die Jahreszahl 1479 zu lesen. Bei der letzten Renovierung wurde diese Jahreszahl auch in einem Fresko im Chor der Kirche entdeckt. Es wird angenommen, dass diese Kirche eine Stiftung der Felber ist.

Anna-Kirche
Hauptartikel: Anna-Kirche
Schloss Mittersill
Hauptartikel: Schloss Mittersill

Mit dem Bau von Schloss Mittersill dürfte um 1180 begonnen worden sein, wie erste Nachrichten um das Schloss aus dem 12. Jahrhundert belegen. Die Grundsubstanz wurde 1563/64 errichtet, hat jedoch durch zahlreiche Aus- und Umbauten aus den Jahren 1882 und 1936, vor allem aber durch den verheerenden Brand von 1938, einiges an ihrem historischen Charakter eingebüßt. Während der NS-Zeit befand sich im Schloss Mittersill ein KZ-Nebenlager von Mauthausen. Die weiblichen Häftlinge verrichteten ihre Zwangsarbeit in dem damals im Schloss eingerichteten Sven-Hedin-Innerasien-Forschungsinstitut.

Heute besitzt das Schloss ein Café und wird als Konferenz- und Veranstaltungszentrum genutzt.

ehemaliges Bezirksgericht Mittersill

Das ehemalige Bezirksgericht Mittersill ist ein prägnantes Gebäude im Zentrum der Stadt, nach Verlegung der Agenden dieses Gerichtes im Jahr 2004 nach Zell am See ist es aber dz. (2010) noch ohne Verwendung.

Schloss Einödberg
Hauptartikel: Schloss Einödberg

Das heute in Privatbesitz befindliche Schloss Einödberg dürfte aus dem 13. Jahrhundert stammen.

Museen

Felberturmmuseum

Hauptartikel: Felberturmmuseum

Das Felberturmmuseum ist seit 1969 zu besichtigen. Themenschwerpunkte der umfangreichen Schau sind Handwerk, Skilauf, Alpinismus, bäuerliche und sakrale Kunst, Schulgeschichte, Nationalpark Hohe Tauern, Tierwelt der Heimat, Wald (Schädlinge, Nützlinge), Mineralien (ca. 900 Exponate), Bergbau einst und jetzt (Wolframbergbau), Feuerwehr, die Pinzgauer Lokalbahn und die Freiheitskämpfe 1809.

Heute zählt das Mittersiller Heimatmuseum zu den umfangreichsten Heimatsammlungen des Landes Salzburg. Es stellt mit Turm, Bauernhaus, Feuerwehrmuseum, "Sängerhaus" und landwirtschaftlichen Nebengebäuden einen eigenen Museumsbezirk dar.

Musik

Parks

Sport

Die Stadt im Oberpinzgau besticht als vielseitige Tourismusregion, weshalb im Sommer wie auch im Winter zahlreiche sportliche Aktivitäten betrieben werden können.

Sommersport: Bogensport, Golf, Wandern, Radfahren, Mountainbiking, Schwimmen, Beach Volleyball, Bogenschießen, Paintball, Fischen, Inlineskaten, Skaterpark, Rafting, Canyoning;

Wintersport: Bogensport, Skifahren, Snowboarden, Langlaufen, Schneeschuhwandern, Eislaufen, Skitouren, Winterwandern, Nordic Walking, Rodeln, Pferdeschlittenfahrten, Reiten, Funsport, Paragleiten, Drachenfliegen, Hallenbad Mittersill, Tennis, Squash;

Vereine

Kulturvereine

Sportvereine

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Kinderhotel Felben, Leder Ritsch, Egger Bau GmbH, Empl Bau, Biomassekraftwerk Mittersill, Hausbau GmbH

Öffentliche Einrichtungen

Rettungsorganisationen

Bildung

Politik

Bürgermeister

Hauptartikel: Bürgermeister der Stadt Mittersill

Auszeichnungen der Stadtgemeinde

Ehrenbürger

Hauptartikel: Ehrenbürger der Stadt Mittersill

Träger des Goldenen Ehrenrings der Stadt

Hauptartikel: Ehrenringträger der Stadt Mittersill

Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Stadt

Wappen

Nachdem die Stadt Mittersill bereits im 14. Jahrhundert zum Markt erhoben wurde und seitdem auf den Landestafeln des Erzstiftes Salzburg als Markt aufgeführt wird, verlieh ihr die Salzburger Landesregierung am 2. August 1930 das folgende Wappen:

Ein von Silber und Rot geteilter Schild, in dessen oberer Hälfte eine schwarze Gämse aus der Teilungslinie hervorwächst.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Gemeinde

Hauptartikel Töchter und Söhne der Stadt Mittersill

Panoramabilder

Mittersill, Zentrum
Mittersill, Nordansicht
Zentrum mit Gasthof Oberbräu
Mittersill, Kirche und Pfarrhof
Gasthof Bräurup

weitere Bilder

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Weblinks

Quellen

Städte und Gemeinden im Pinzgau
TennengauSalzburgFlachgauPongauLungauPinzgauLage des Pinzgau im Land Salzburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

Stadtgemeinden: MittersillSaalfelden am Steinernen MeerZell am See
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