Röhrmoosmühle

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Die Röhrmoosmühle in Seeham
Karte

Die Röhrmoosmühle liegt am Teufelsgraben-Angerbach im Teufelsgraben im Ortsteil Röhrmoos in Seeham und ist mit Müller Johann Gruber eine der letzten aktiven Mühlen im Flachgau. Die Einrichtung der Mühle steht unter Denkmalschutz.

Der Müller vom Teufelsgraben

Gemahlen wurde früher in nahezu allen Orten. Dies ging über 2000 Jahre, bis im 19. Jahrhundert Stahl-Rollen-Mühlen eingeführt und in den 1950er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sich kleine Bauernmühlen entweder vergrößerten oder schlossen.

Die Röhrmoosmühle in Seeham überlebte jedoch: sie ist heute die Mühle der Biobauern der Umgebung. Von weither, auch aus dem Innviertel, kommen die Landwirte, um ihr Getreide das ganze Jahr über stets frisch mahlen zu lassen. Und sie ist auch eine Schaumühle, die man besuchen kann.

Der Besitzer Johann Gruber (74) erzählt, dass das „Werkl“ schon an ein halbes Jahrtausend alt ist. Urkundlich wurde sie erstmals 1563 erwähnt. Seit 1835 ist sie im Familienbesitz, als sie sein Großvater erwarb.

Nicht immer war Gruber Müller gewesen. Er erlernte in einer Mühle im Attergau das Handwerk. 1953 starb sein Vater früh, und 1957 mussten alle kleinen Mühlen geschlossen werden, die weniger als fünf Tonnen Tagesleistung hatten. So wollte man es. 1958 hatte Johann Gruber noch die Gesellenprüfung abgelegt, ohne seine Mühle betreiben zu können. Er ging einem anderen Beruf nach und pendelte nach Bayern zur Arbeit.

Nach dem Tod seiner Mutter übernahm er die damals desolate Mühle, die ohne Trinkwasserzuleitung und Strom war. Mühle und Wohnhaus lagen so tief, dass sie die Hochwasser des Teufelsgrabenbaches oftmals überschwemmten. Gruber gab die Mühle dennoch nicht auf. Er und seine Gattin Giuditta errichteten das Wohnhaus in hochwassersicherer Lage, das 1987 bezogen wurde. Gemeinsam mit 14 Biobauern konnte er in mehr als 6 000 Arbeitsstunden die alte Mühle instand setzen und 2001 wiedereröffnen. Der Mühlenbauer Felix Neuhofer aus Henndorf am Wallersee reparierte das Werk, der Seehamer Aicherbauer Greischberger baute das Mühlrad original nach. Die Biobauern vertrauten ihm zudem sein Getreide an. Heute wird die „oberschächtige“ Mühle wie ehedem betrieben.

Die Anlage erstreckt sich über drei Stockwerke: im obersten Stock befindet sich der Sichtboden, darunter der Absackboden mit dem Walzenboden und im untersten Stockwerk ist der Radgraben mit den Transmissionsriemen. Gemahlen werden Dinkel, Weizen und Roggen der Biobauern. Das Mehl wird in Säcke mit 25 bis 60 kg Inhalt abgefüllt. Die Mühle ist Teil des Öko-Kulturprojekts Teufelsgraben. Die Geschichte „Vom Korn zum Brot“ wird hier in Form einer Ausstellung vermittelt. Das Biogetreide wird zu Mehl vermahlen, und dieses direkt bei der Mühle im Backofen zu Brot verarbeitet.

Das von Giuditta Gruber geführte Gasthaus ist zudem eine beliebte Einkehr für die Wanderer im Teufelsgraben. Die Enkel Marco und Christina wollen Mühle und Gasthaus weiterführen. Es wurde inzwischen darüber hinaus zu einem gastronomischen Geheimtipp, und das nicht nur für Wanderer.

Information

Führungen der Schaumühle gibt es dienstags von 09:30 Uhr bis 11:30 Uhr, sonntags von 14 bis 16 Uhr, von Mai bis Oktober.

Diese können entweder beim Tourismusverband Seeham oder direkt beim Müller (Telefon 0 62 17 - 73 18) gebucht werden.

Quellen