Richard Panzenböck

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Richard Panzenböck (* 23. März 1909 in Hohenberg bei Lilienfeld, Niederösterreich; † 11. Juni 1944 in Salzburg (ermordet)) war ein Opfer des Nationalsozialismus in Salzburg.

Leben

Panzenböck war verheiratet und verdiente seinen Lebensunterhalt als Forstarbeiter. 1941 erfolgte die Einberufung zur Deutschen Wehrmacht. Panzenböck kam zum Gebirgspionier-Ersatzbataillon 82 in Salzburg. Ein Jahr später hatte er Heimaturlaub und kam zu seiner Familie. Die Äußerung: "Der Krieg könne schon längst zu Ende sein, wenn das Volk nicht so blöd wäre und so weiter mitmachen würde. Wir an der Front sollten alle die Prügel wegwerfen, dann möchte es schon aus werden. Es ist stupid, dass ein Mensch die ganze Welt beherrschen will.", wurde ihm allerdings zum Verhängnis.

Infolgedessen kam Panzenböck vor das Kriegsgericht, wo er zu 1 Jahr und 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Allerdings wurde die Strafe zur "Frontbewährung" ausgesetzt. Ein dreiviertel Jahr lebte Panzenböck untergetaucht in der Stadt, wo ihn eine Geliebte unterstützte. An Ostern 1944 lief eine Fahndung gegen Panzenböck und seine Geliebte. Auf Druck der Kriminalpolizei verriet die Frau Panzenböck, lockte ihn beim Schloss Hellbrunn in eine Falle. Es kam zu einem Schusswechsel. Unklar war, ob Panzenböck durch die Schüsse der Wehrmachtsfahnder oder durch Selbstmord aus dem Leben schied. Seine letzte Ruhestätte fand er im "Grab der Vergessenen" auf dem Salzburger Kommunalfriedhof.

Zum Andenken an Richard Panzenböck wurde am 15. November 2016 am Fürstenweg vor dem Schloss Hellbrunn ein Stolperstein verlegt.

Quelle