Salzburger Sport im Jahr 1945

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Der Salzburger Sport im Jahr 1945 konnte bereits kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder Fuß fassen.

Geschichte

Sechs Wochen nach Ende des Zweiten Weltkriegs bestellte die Salzburger Landesregierung am 26. Mai 1945 Georg Kopp, Karl Iser und Albin Schmalzhofer - einige Wochen später an dessen Stelle Rupert Köpf - als kommissarische Leiter des ehemaligen NS-Sportwesens – praktisch die Geburtsstunde der späteren Landessportorganisation. Und das umtriebige Trio handelte schnell. Weil von den noch bestehenden Sportplätzen Umzäunungen aus Holz und Sitzbänke für Heizzwecke geplündert wurden, kündigte die Behörde harte Strafen an, um diese Diebstähle zu unterbinden. Schon im Juli gab es im Franz-Josef-Park (heute Volksgarten) das erste Tennisturnier mit Spitzenspielern aus Wien und Polen, Profis der US-Armee und einer Handvoll Salzburgern mit dem legendären "Mischa" Stachowitsch an der Spitze. Am 1. August 1945 trafen sich der SSK und die Austria zum ersten Fußballspiel nach 1945, welches der SSK gewann. Das Rückspiel im Franz-Josefs-Park vier Tage später entschied die Austria mit 7:2 für sich.

So richtig begann der Salzburger Sport dann – im wahrsten Sinn des Wortes – wieder zu laufen, als am 2. September das erste große Sportfest durchgeführt wurde. Nicht weniger als 6 000 Besucher pilgerten in den Volksgarten und bekamen für ihr Geld (Eintritt 1.- Reichsmark) ein buntes Programm zu sehen. Ausgerechnet beim Höhepunkt des Tages hatten die Zuschauer nichts zu lachen: Die Salzburger Fußball-Auswahl verlor das Länderspiel gegen Oberösterreich mit 1:7. Auch die Handballer verloren gegen Oberösterreich (11:14) und beim Radrennen auf der Aschenbahn landete das Salzburger Duo Franz Perfahl/Michael Schnellinger hinter zwei Linzern an zweiter Stelle. Viel Applaus bekam der Rekordmann im Speerwurf, der aus Wien angereiste Walter Pektor, für seine Würfe über 60 m, Jubel auch um den ungarischen Olympiasieger im Säbelfechten Imre Rajczi.

Nach diesem großartigen Auftakt wachten auch die übrigen Verbände und Vereine auf, konnten die vom Krieg ausgelaugte Bevölkerung mit Sport ein bisschen vom grauen Alltag ablenken. Im Fußball begann die erste Landesmeisterschaft mit sechs Klubs, Ende September folgte das erste Trabrennen in Aigen, zur gleichen Zeit ermittelten die Leichtathleten im Volksgarten erstmals wieder Landesmeister, mit Seyffertitz (Weitsprung 6,09 m) und Stachowitsch (400 m 55,2 Sekunden) trugen sich zwei Tennisspieler in die Siegerliste ein.

Quellen