Trockenbach

Aus Salzburgwiki
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Trockenbach vor Hochkönigmassiv
Trockenbach b. Mühlbach am Hochkönig
Trockenbach Mühlbach am Hochkönig
trockener Bach beim Hintersee in Ramsau

Trockenbach ist die Bezeichnung für einen Bach, der nur in der Zeit der Schneeschmelze und nach intensivem Niederschlag oberflächlich Wasser führt.

Allgemeines

Im Bundesland Salzburg gibt es mindestens zwei Trockenbach genannte Bachläufe. Beide Bachbette liegen meist trocken und führen nur nach intensiven Niederschlägen Wasser.

Der Trockenbach im Hüttwinkltal

Einer der beiden Trockenbach genannten Bachläufe hat sein Einzugsgebiet unterhalb der Bockhartscharte, nimmt das Wasser ursprünglich aus zwei nach Westen führenden Gräben auf, die später ineinander münden. Das so gebildete Bachbett wendet sich kurz vor der Straße nach Kolm-Saigurn, die das Bachbett nördlich von Gersteben überquert, nach Norden und mündet auf Höhe der Fröstllehenalm in die Hüttwinklache.

Der Trockenbach im Hochkönig

Das hier abgebildete Trockenbachbett wird bei Regenwetter ebenfalls aus zwei Gräben gespeist, die direkt unterhalb des Hochkönigs beginnen, von Norden nach Süden führen und im Bereich der Widdersbergalm zusammentreffen und den Trockenbach bilden. Der Trockenbach wird zwischen Mühlbach am Hochkönig und Dientner Sattel unter der Hochkönig Straße, die dort eine starke Biegung macht und Trockenbachkurve genannt wird, durchgeleitet. Das Bachbett wendet sich unterhalb der Straße Richtung Südosten, vereint sich auf ca. 950 m ü. A. (beim Lederer) mit dem Fellersbach. Nach dem Zufluss des Schrammbach im Ortsbereich von Mühlbach am Hochkönig bilden die drei Bäche den Mühlbach, der nun Richtung Nordosten durch das Mühlbachtal fließt und schließlich in Mitterberghütten in die Salzach mündet. Das Wasser dieser drei oben erwähnten Bäche wird vom Flusskraftwerk Mühlbach zur Energiegewinnung genutzt.

Bemerkenswertes

Der letztgenannte Trockenbach weist einige Besonderheiten auf. Das Bachbett liegt am westlichen Rande des prähistorischen Bergbaugebietes von Mühlbach am Hochkönig und dürfte in seinem Verlauf einen prähistorischen Schmelzplatz angeschnitten haben, was dazu führt, dass Kundige hin und wieder prähistorische Schlackenstücke auflesen können, wie sie auch im Rahmen des Museumsprojektes Bergbaumuseum und Schaustollen Mühlbach am Hochkönig zusammen mit so bedeutenden Exponaten wie die Nachbildung der Himmelsscheibe von Nebra und einer interessanten Präsentation von Mineralien zu sehen sind. Der Trockenbach transportiert aber auch Fossilien mit sich, die aus dem Hochkönigmassiv stammen und dem Norisch-rhätischen Dachsteinkalk angehören. In seinem Bett befinden sich darüber hinaus einige größere Felsblöcke, die von Ortskundigen als Kletterfelsen genutzt werden.

Quellen

→ n 154, BMN 4705, Rauris, 1. 25 000 V und 125, BMN 4702, Bischofshofen, Bundesamtamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien
  • Gero Moosleitner, "Fossilien sammeln im Salzburger Land", edition Goldschneck, 1. Auflage 2004