Bockhartscharte

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In der Bildmitte die Bockhartscharte vor der Goldberggruppe
Bockharttal, Bockhartseen und Radhausberg
Gebäudereste auf der Bockhartscharte

Die Bockhartscharte (2 226 m ü. A.) befindet sich zwischen dem Pinzgauer Hüttwinkltal im Westen und dem Pongauer Bockharttal im Osten und bildet einen passartigen Übergang.

Lage und Beschreibung

Die Bockhartscharte ist Bezirksgrenze und Übergang zugleich. Nördlich der Scharte befinden sich die Baukarl Scharte (2 470 m ü. A.) und der Große Silberpfennig (2 600 m ü. A.), südlich liegen der Seekopf (2 413 m ü. A.) und der Kolmkar Spitz (2 529 m ü. A.). Im Westen liegt das Rauriser Hüttwinkltal mit Kolm-Saigurn im Talschluss und der Filzenalm als Raststation, im Osten das Bockharttal, ein Seitental des Gasteinertales, das durch die Bockhartscharte begrenzt wird. Von beiden Seiten führt ein Weg auf die Scharte, die einen wunderschönen Ausblick auf beide Täler, u.a. auch auf den Oberen Bockhartsee und den Unteren Bockhartsee, sowie auf den Radhausberg bietet.


Die Scharte bildet auch den Kreuzungspunkt der Wege vom Gasteinertal ins Hüttwinkltal, bzw. umgekehrt, der streckenweise in Form einer Buchrückenpflasterung angelegt ist, und des Weges zur Baukarlscharte, zur Erzwies und zum Silberpfennig im Norden und zum Niedersachsenhaus im Süden.

Geschichte

Die Bockhartscharte liegt mitten im spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Goldbergbaugebiet und es finden sich auch noch Gebäudereste vor Ort, die auf diese Zeit zurück gehen. Bis in die Nähe der Bockhartscharte sind im Bockharttal Reste einer römerzeitlichen Straße im Gelände sichtbar, die aus dem Gasteinertal herauf führt und im Bockharttal endet. Deren Zweck konnte bisher nicht geklärt werden, hängt wohl aber am ehesten mit dem Bergbau zusammen.


Das Bockharttal selbst wurde nachweislich erstmals in der Jungsteinzeit und weitere Male in der Bronzezeit und in römischer Zeit als Weidegebiet genutzt, wobei man sich keine Almwirtschaft im neuzeitlichen Sinn vorstellen, sondern von einer saisonalen Weidewirtschaft ausgehen sollte.

Neben den Gebäuderesten fallen die Schalensteine auf, die auf der Alpines Lexikon#Sch|Scharte]] wie eine Kette angeordnet sind und an der Geländekante zwischen dem oberen und dem unteren Bockharttalbereich eine Entsprechung haben. Somit grenzen sie jenes Gebiet ein, das - wie oben erwähnt - erstmals in der Jungsteinzeit und ein zweites Mal in der Bronzezeit genutzt wurde.

Quellen

  • freytag & berndt, Wanderkarte 191, 1:50 000, Gasteiner Tal, Wagrain, Großarltal
  • Salzburgwiki, Stichworte Bockharttal und Oberer Bockhartsee