Union Sportklub Danubia Salzburg

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Der Union Sportklub Danubia Salzburg war ein von Donauschwaben gegründeter Fußballverein aus dem Salzburger Stadtteil Lehen.

Geschichte

Die „Danubia“ wurde im März 1948 von heimatvertriebenen und in Salzburg ansässig gewordenen Donauschwaben gegründet. Die vereinspolizeiliche Genehmigung erfolgte am 27. Juli 1948, welches somit das offizielle Gründungsdatum ist. Am 14. April 1949 nahm der SFV die Danubia als Schutzverein auf, erst ein Jahr wurde sie ordentliches Mitglied.

Die Donauschwaben siedelten zu Zeiten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie vorwiegende im Banat und der Batschka, zwei heute zwischen Serbien und Rumänien aufgeteilten Gebieten. Um diese Herkunft auszudrücken, wurde für den Verein der für Salzburg untypische Name „Danubia“, vom lateinischen „Danubius“ (= Donau), gewählt. Mit Ende des Krieges wurden sie als deutschsprachige weitgehend aus ihrer Heimat vertrieben, ein Teil davon strandete im Zuge eines Flüchtlingsstroms in Salzburg. Hier existierten für die unterschiedlichsten Flüchtlingsgruppen eigene Lager, ein großes für Donauschwaben war das Lager Lehen, in welchem die Danubia ihre Gründung fand.

Das vermutlich erste Spiel der Danubia stammt aus dem März 1948, als der Verein gegen Mondsee mit 4:1 gewann.

Die Kampfmannschaft spielte bereits wie die anderen beiden volksdeutschen Vereine, der USK Grödig und der USC Viktoria Salzburg in der Saison 1949/50 mit, allerdings außer Konkurrenz. Es existierten sowohl eine offizielle Tabelle ohne diese Vereine als auch eine inoffizielle welche die Resultate dieser Vereine berücksichtigte.

In der Saison 1950/51 durfte die Danubia offiziell in der 2. Klasse A in den Meisterschaftsbetrieb des Salzburger Fußball-Verbandes einsteigen und zählte von Beginn zu den Topvereinen der Liga. Im ersten Jahr scheiterten die Lehener nur knapp gegen Konkordiahütte Tenneck am Aufstieg. Auch im Jahr darauf reichte es für die torgefährlichen Donauschwaben wieder nur zum Vizemeister, diesmal zwei Zähler hinter dem ASK Salzburg.

1952/53 belegte die Danubia schließlich mit nur einer einzigen Niederlage in 18 Spielen den ersten Platz in der 1. Klasse B und hängte damit den ASV Salzburg im Kampf um den Aufstieg in die Landesklasse um vier Punkte ab. Nach einem dritten Rang gelang mit dem Vizemeistertitel 1954/55 hinter dem FC Salzburg gleich der nächste Aufstieg in die Tauernliga Nord, die damals als zweite österreichische Spielstufe zählte. Erst dort schien die Spielstärke der Konkurrenten ein klein wenig zu hoch zu sein. Danubia platzierte sich erstmals in der Vereinsgeschichte nur im Mittelfeld der Tabelle, geschlagen allerdings nur von den damaligen Topvereinen SK Bischofshofen, Blau-Weiß, SAK 1914, 1. Saalfeldner SK und 1. SSK 1919.

Die Danubia hatte allerdings abseits des Platzes mit deutlich größeren Problemen zu kämpfen. Da die Republik Österreich in der Hoffnung die Flüchtlinge würden so das Land verlassen, über Jahre die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft verweigerte sahen viele Volksdeutsche in Österreich keine Zukunft mehr, und wanderten nach Deutschland oder in die USA aus. Dadurch wurden die Spielerdecken bei den volksdeutschen Vereinen immer geringer. Als erstes warf Viktoria Salzburg das Handtuch und beschloß in seiner Jahreshauptversammlung vom 7. Jänner 1956 seine Auflösung, wobei alle noch dem Verein angehörenden Spieler und Funktionäre am 13. Jänner geschlossen dem USK Danubia beitraten.

Die Durchmischung der Mannschaften schien aber nicht reibungslos funktioniert zu haben, denn erstmals seit ihrer Gründung fand sich die Danubia im Abstiegskampf wieder. Am Ende der Saison 1956/57 entschied ein Zähler zugunsten der Salzburger, die damit den SV Schwarzach eine Stufe tiefer schickten. Trotzdem war nach dem 132. Meisterschaftsspiel das Ende für den Klub der Donauschwaben gekommen, denn zu Meisterschaftsspielen konnte der Verein aufgrund von Besetzungsproblemen teilweise nicht mehr mit 11 Spielern antreten. Dazu kam, dass der Platz in Lehen nicht mehr benutzt werden durfte. Am 24. Juli 1957 endete mit der freiwilligen Selbstauflösung das Kapitel USK Danubia in Salzburg. In der Sommerpause 1957 schloss sich was vom Verein übrig blieb dem unmittelbaren Ligakonkurrenten FC Salzburg, dem inoffiziellen Nachfolger des vor dem Krieg aktiven FC Altstadt, an, der seither als UFC Salzburg-Danubia auftritt und so immerhin noch an die donauschwäbische Vergangenheit erinnert.

Danubia-Sportplatz in Lehen, rechts die Salzach, links die Schießstättstraße, Luftbild vom 22.07.1953

Sportplatz

Seine Ligaspiele trug der Verein am eigenen Danubia-Sportplatz im Stadtteil Lehen aus. Dieser lag zwischen der Berufsschule und der Franz-Martin-Straße. Direkt über dem ehemaligen Spielfeld befindet sich heute die Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule II Salzburg. Über den Fußballplatz verlief ein festgetrampelter Weg, der von Passanten selbst während der Spiele gerne benutzt wurde, was dazu führte, dass der Verein Ordner aufstellte um nicht durch querende Fußgänger gestört zu werden. Hinter dem Tor an der Nordseite des Platzes befand sich eine Baracke mit einer Kantine, in der in den späten 1950er-Jahren natürlich auch die damals allerorts moderne Musicbox nicht fehlte. Neben dem Platz hauste in einer heruntergekommenen Hütte die sogenannte "Hundsgräfin". Ein Lehener Original, das rund 80 Hunde und Katzen um sich versammelte, was vor allem an warmen Sommertagen die Spiele der Danubia mit einem nicht angenehmen "Duft" unterlegte.

Erfolge

Bilanz aller Meisterschaften

Saison Spielklasse Rang Spiele Siege Remis Nied. Tore Diff. Punkte Information
1950/51 2. Klasse A (4) 2. 18 13 1 4 58:24 34 27 Vizemeister hinter Konkordiahütte
1951/52 2. Klasse A (4) 2. 20 14 3 3 91:24 67 31 Vizemeister hinter ASK Salzburg
1952/53 1. Klasse B (4) 1. 18 17 0 1 89:11 78 34 Meister vor ASV Salzburg; Aufstieg Landesklasse
1953/54 Landesklasse (3) 3. 18 8 7 3 47:25 22 23
1954/55 Landesklasse (3) 2. 20 11 6 3 67:26 41 28 Vizemeister; Aufstieg Tauernliga Nord
1955/56 Tauernliga Nord (2) 6. 16 7 1 8 30:35 -5 15
1956/57 Tauernliga Nord (2) 10. 22 4 6 12 26:48 -22 14 Anschluss von Viktoria; Anschluss an FC Salzburg
Gesamt . 132 74 24 34 408:193 215 172



Quellen

  • Zum Sportplatz: Unser Lehen - Das Stadtteilmagazin. Ausgabe 2/2005.
  • Hinweis zum Spiel von 1949: Austria Salzburg-Archiv;
  • Verschiedene Fußballartikel im „Salzburgwiki“

Weblink