Wie lebte man 1816 als Bergbauer

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v. li: Axel Wagner, Vorsitzender des Förderverreins, Landesrat Heinrich Schellhorn, Michael Becker, Museumsdirektor, im Lärchenhof (St. Martin am Tennengebirge)
Sonderausstellung:
"Wie lebte man 1816 als Bergbauer"
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"Wie lebte man 1816 als Bergbauer"

Wie lebte man 1816 als Bergbauer ist der Titel einer Sonderausstellung zu "Salzburg 20.16" im Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain im Jahr 2016.

Die Sonderausstellung

In dieser Sonderausstellung wird anschaulich und informativ aufgezeigt, wie die ländliche Bevölkerung um 1816 gelebt hat. Besucher bekommen so eine lebendige Vorstellung von Lebensrealitäten vergangener Jahrhunderte.

Das Freilichtmuseum widmet seine Aufmerksamkeit dem armseligen Alltagsleben einer um das Jahr 1816 lebenden Bauernfamilie. Das Leben der Familie Grimming, das in der Sonderausstellung "Hunger, Not und Gottvertrauen!" exemplarisch dargestellt wird, ist nur eines von vielen, das in jener Zeit einen solchen oder ähnlichen Verlauf nahm. Die Sonderschau wurde im Lärchenhof (ursprünglich aus St. Martin am Tennengebirge) eingerichtet, wo die Familie Grimming damals auch tatsächlich wohnte.

Was wurde angebaut, was stand auf dem Speiseplan? Welche Krankheiten suchten die Familie heim? Wie viel Abgaben musste sie jährlich dem Grundherrn leisten? Das sind einige der Fragen, denen in dieser Ausstellung nachgegangen wird. Weit weg von dem, was heutzutage in vielen Hochglanzmagazinen als authentisches Landleben verkauft wird, soll den Besucherinnen und Besuchern ein möglichst wahrheitsgetreues Bild der Umstände, die vor 200 Jahren auf einem Bergbauernhof im Land Salzburg herrschten, nähergebracht werden. Nach heutigen Maßstäben wäre das Leben der Familie Grimming wahrscheinlich eine einzige Abfolge von Katastrophen, damals nahm man das dürftige Auskommen und die Schicksalsschläge als gottgewollt hin.

Sorge um ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln

Die Familie Grimming bewohnte und bewirtschaftete den Lärchenhof von 1771 bis 1843. Die Jahre der Grimmings auf dem Hof waren geprägt von der Sorge um eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln, der Willkür der Obrigkeit und dem Umgang mit Krankheiten und Tod.

Wie lebte man um 1816 als Mitglied der Unterschicht, der auf dem Land rund 60 Prozent der Bevölkerung als bäuerliche Selbstversorger angehörten? Was wurde angebaut, was stand auf dem Speiseplan? Welche Krankheiten suchten die Familie heim? Wie viel Abgaben musste sie jährlich dem Grundherrn leisten? Das sind einige der Fragen, denen in dieser Ausstellung nachgegangen wird.

Harte Zeiten abseits idealisierter Bilder vom Landleben

Die Ausstellung sensibilisiert für diese Zeit mit dem täglichen Kampf der Menschen ums Überleben. Dem gegenüber steht das heutige durch Hochglanzmagazine verbreitete und idealisierte Bild vom Landleben. Doch 1816 war vieles ganz anders: Der einzige beheizbare Raum im Haus war zur Zeit der Grimmings die Stube, gekocht hat man nur auf der offenen Feuerstelle. Braten oder Kuchen standen noch nicht auf dem Speiseplan, weil es kein Backrohr gab. Der Holzofen war noch nicht erfunden. Es gab keine sanitären Räume, die Familie wusch sich am kalten Brunnen vor dem Haus. Im Haus gab es kein Fließwasser. Als Abort benutzte man den Stall oder ging ins Freie. Abwässer versickerten im Erdreich und damit im Grundwasser. Es gab weder Petroleumlampen noch Kerzen am Lärchenhof. Ein wenig Licht spendeten Talglampen oder Kienspäne.

Kleidung stellten die Grimmings aus Schafwolle oder aus Flachs und Leinen selber her. Sie waren Selbstversorger und lebten autark. Über den Sommer musste der Vorrat für Mensch und Tier angelegt werden. Sämtliche Arbeiten wurden mit menschlicher oder tierischer Muskelkraft erledigt. Es gab keine Maschinen.

Ohne Sozialversicherung und auch weitgehend ohne medizinische Versorgung blieben die Menschen und so auch die Familie Grimming auf sich gestellt. Die Sterblichkeitsraten waren entsprechend hoch. Durch die eingeschränkte Mobilität in den bergbäuerlichen Regionen bot nur die Dorfgemeinschaft Schutz und Hilfe, andererseits unterlag man aber auch der sozialen Kontrolle des Dorfes.

Kompromisslose Abgaben an die Obrigkeit

1816 gab es in Salzburg noch keine freien Bauern. Mit wenigen Ausnahmen war das Land im Eigentum verschiedener Grundherren, die es an ihre Untertanen verliehen. Als Gegenleistung erhielt die Herrschaft Naturalien, Geld oder forderte Robotarbeiten, also als Eigenleistung eingebrachte Arbeit für den Grundherren, von den Bauern ein. Die Grimmings besaßen das Erbrecht, das heißt, dass der Hof mit allen Verpflichtungen an die Kinder weitervererbt werden durfte.

Quellen