Windkraft in der Gemeinde Thomatal

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Die Windkraft in der Gemeinde Thomatal war Gegenstand einer Gemeindebürgerbefragung am 21. September 2014 in der Lungauer Gemeinde Thomatal.

Die Vorgeschichte

14 Windkraftanlagen sind in Bundschuh-Schönfeld von zwei Betreibern geplant.

Im September 2014 wurden die Gemeindebürger über die weitere Entwicklung der beiden Projekte befragt. Sollen im Ortsteil Schönfeld (KG Bundschuh) auf dem „Wirtsnock“ und auf der „Mühlhauserhöhe“ Windkraftanlagen errichtet werden können und soll die Gemeindevertretung dazu die erforderlichen Ausweisungen dieser Projektgrundflächen als Sonderfläche für Windkraft im Flächenwidmungsplan beschließen? So lautet am Sonntag von 07:30 Uhr bis 11:30 Uhr die Fragestellung für 282 wahlberechtigte Thomataler.

Seit rund einem Jahr liegt ein Projektentwurf der beiden unabhängigen Betreibergesellschaften am Tisch. Die Samsonwind Wirtsnock GmbH plant acht Windräder auf dem Wirtsnock mit einer Versorgung für rund 15 000 Haushalte. Die Windlandkraft GmbH plant sechs Windräder auf der Mühlhauserhöhe, könnte damit rund 11 000 Haushalte jährlich versorgen. Die Windräder hätten eine Nabenhöhe von rund 100 Metern.

Es handelt sich um eine umweltfreundliche Produktionsform. Jedoch geht es auch um wertvolle, unberührte Natur. Genau aus diesem Grund wird die Bevölkerung befragt, ob das Projekt den Vorstellungen der Gemeindebürger entspricht“, sagt Bürgermeister Valentin König. Der Bürgerbefragung ging ein einstimmiger Beschluss der neunköpfigen Gemeindevertretung voraus. „Mit den jährlichen Entgeltleistungen der Windkraftanlagen könnte man eigene Anliegen im öffentlichen Interesse von Thomatal finanzieren. Es würde in Folge ein Verein gegründet,“ sagt König.

Im Zuge der Vorbereitungen auf die Bürgerbefragung formierte sich in Thomatal die Initiative „Gegenwind“. Ihr Anliegen ist es, die Bevölkerung auf den Wert der unberührten Natur hinzuweisen. „Ich bin grundsätzlich kein Gegner von Windkraft. Es gehört jedoch gut überlegt, auf welchem Standort sie eingesetzt wird“, sagt Sebastian Moser von der Initiative „Gegenwind“ aus Thomatal. „Windräder gehören dorthin, wo der Mensch schon Eingriffe in die Natur gemacht hat. In die Nähe von Industriegebieten oder in die Ebenen von Österreich, wo bekanntlich eine viel bessere Windausbeute gegeben ist und auch die Verbraucher für den erzeugten Strom vorhanden sind. Almgebiete im noch unbebauten Zustand sollen jedoch ein absolutes Tabu für Windkraftanlagen sein“, sagt Moser.

Je nach Ergebnis der Befragung am Sonntag wird das Projekt der Windkraftanlagen in Schönfeld entweder weiterverfolgt oder stillgelegt. „Je nach Ausgang der Bürgerbefragung wird die Gemeindevertretung einen Beschluss fassen, ob die Umsetzung der geplanten Windkraftprojekte, auch unter Berücksichtigung der tatsächlichen Höhe der Entgeltleistung, weiterverfolgt wird oder nicht“, heißt es in einer Aussendung der Gemeinde.

Für Peter Löcker aus Sankt Margarethen im Lungau von der Samsonwind GmbH liegen die Vorteile von Windkraftanlagen klar auf der Hand: „Windkraft ist die sauberste und billigste Form der Energieerzeugung. Der Klimawandel ist allgegenwärtig. Wir müssen dem entgegenwirken. Wir sind es unseren Nachkommen schuldig, eine saubere Umwelt zu hinterlassen. Es können sich alle Lungauer Bürger am Projekt beteiligen, wodurch auch die Wertschöpfung in der Region bleibt. Wer die Zukunft hat, hat die Jugend. Wichtig ist, dass man in der Diskussion sachlich und korrekt bleibt“, sagt Peter Löcker.

Klares Nein zu Windrädern

Die Thomataler stimmten mit 147 zu 78 Stimmen dagegen. Die Zeit sei wohl noch nicht reif, meint der Ortschef. Landesrat Josef Schwaiger sagt, man könne nicht immer und überall dagegen sein. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: 65 Prozent der Stimmen (147 Zettel) enthielten ein Nein, 35 Prozent (78 Zettel) ein Ja.

Energielandesrat Josef Schwaiger (ÖVP) spricht von einem herben Rückschlag für die Windenergie. „Wir haben um das Thema offenbar einen Nimbus aufgebaut. Jetzt gilt das Florianiprinzip – die Stimmung ist zwar positiv, aber nur nicht bei mir zu Hause bauen. Es kann aber nicht sein, dass man überall dagegen ist. Wir erzeugen nur 60 Prozent des Stroms selbst und müssen 40 Prozent importieren. Wir müssen hier Energiequellen finden.

Quellen