Windenergie

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Windenergie ist eine im Bundesland Salzburg noch nicht genutzte Energie.

Allgemeines

612 Windkraftanlagen mit 982 Megawatt liefern zwei Milliarden kWh pro Jahr in Österreich. Das sind drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs bzw. Strom für 560.000 Haushalte in Österreich. Auch im Salzburger Land bläst Wind. Aber noch dreht sich kein einziges Windrad. Obwohl in den letzten Jahren immer wieder Versuche unternommen wurden, an besonders windsicheren Standorten Windkraftwerke einzurichten, scheiterten bisher alle Versuche an Bürgerinitiativen oder Politkereinsprüchen.

Wie steht die Windenergie im Land Salzburg 2014 da

Im Osten Österreichs schießen die Windräder aus dem Boden. In Salzburg tut sich nichts. Laut Experten liegt das nicht am fehlenden Wind. So viele Windräder drehen sich derzeit im Bundesland Salzburg. Und nach der Bürgerbefragung in Thomatal im September 2014 scheint klar, dass sich daran vorerst auch nichts ändern wird. Wie berichtet, haben zwei Drittel der Bürger bei einer Abstimmung am Sonntag Nein gesagt. So ist der Weg für 15 große Windräder versperrt.

Dasselbe Bild hatte sich im Oktober 2013 in Sankt Margarethen im Lungau ergeben: 60 Prozent der Befragten gegen drei Windräder. Massiven Widerstand gibt es auch in Thalgau und Golling an der Salzach, es werden Unterschriften gesammelt, Bürgerinitiativen kämpfen gegen die Stromriesen mit Nabenhöhen zwischen 80 und 137 Metern.

Es scheint: In Salzburg hat niemand so rechte Freude mit der Windenergie. Dass breite Mehrheiten der Bevölkerung aber durchaus umzustimmen sind, zeigt das Land Niederösterreich vor. Knapp 500 Anlagen drehen sich rund um Mistelbach und Gänserndorf, Hollabrunn und Bruck an der Leitha. In fünfzehn Jahren sollen es doppelt so viele sein – dann will die Landesregierung zwei Drittel ihres Energiebedarfs aus der bewegten Luft beziehen.

Das Interessante: Auch in Niederösterreich wurden die Bürger befragt – gleich in 40 Gemeinden. „Hier gibt es aber eine sehr breite Zustimmung. In zwei von drei Fällen gab es ein Ja für die Windkraft. So werden wir es schaffen, bis 2015 den gesamten verbrauchten Strom aus erneuerbaren Energien zu generieren“, sagt Umweltlandesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) im SN-Interview.

Was ist der große Unterschied zu Salzburg? „Das zarte Pflänzchen Windkraft ist in Salzburg viel zu früh zertreten worden“, lautet die Antwort von Thomas Knoll von der bundesweit tätigen Planungs- und Beratungsfirma Knollconsult. Sie hat in Niederösterreich in Sachen Kommunika tion und Organisation mit dem Land zusammengearbeitet.

Bereits vor 15 Jahren habe die Salzburger Kolowind GmbH im Flachgau Projekte gestartet. „Damals gab es aber eine österreichweit bekannte, besondere Strenge und Windkraftskepsis in der Naturschutzabteilung des Lan des, die natürlich von der Politik geduldet und unterstützt wurde.“ Dies betreffe ÖVP- wie SPÖ-geführte Koalitionen. Hinzu seien dann kritische Bürgerinitiativen gekommen – „dies zu einer Zeit, als Windkraft neu und noch sehr verwundbar war“, sagt Knoll. In Niederösterreich und auch im Burgenland dagegen hätten sich Landesregierungen und auch regionale Energieversorger viel stärker über „die Windenergie drübergetraut“.

Nebenbemerkung Knolls: Auch im Osten Österreichs sei der Widerstand gegen Windräder dort am größten, wo es in der Nähe noch keine gebe.

Wieder anders stellt sich die Wind-Lage in Oberösterreich dar: Mit 23 Windkraftanlagen gehört das Land nicht zu den österreichischen Spitzenreitern in Sachen Windenergie. Johann Winkelmeier, Geschäftsführer des Vereins „Energiewerkstatt“ im oberösterreichischen Lengau: „Es läuft eher schleppend.“ Immerhin gebe es in Oberösterreich einen mit dem Land ausgearbeiteten Windmasterplan, jedoch ohne Rechtsverbindlichkeit. 27 geeignete Flächen für Windräder seien in diesem Plan ausgewiesen. Doch wie viele davon realisiert würden, stehe in den Sternen, sagt Winkelmeier. Kritik an der Salzburger Energiepolitik übt jedenfalls auch Winkelmeier: Er vermisst die Unterstützung vonseiten des Landes. „In der jetzigen Situation bräuchte es eine klare Linie, eine Entscheidung von der Landespolitik, wie es in Salzburg weitergehen soll.“ Es sei wenig zielführend, wenn nur Betreiber und Bürger mitredeten, vom Land aber kein Signal komme.

Die Abstimmung in Thomatal sei ein Rückschlag gewesen. Denn in Salzburg gebe es ohnehin nur zwei Handvoll geeigneter Standorte für Windräder. „Wird ein Projekt dann noch mit Unwahrheiten von der gegnerischen Seite kaputt gemacht, dann wird es schwierig“, fürchtet Winkelmeier.

Das Argument, Windräder würden Touristen vertreiben, lässt der Experte übrigens nicht gelten. „Die Leute pilgern zu den Windrädern, egal ob in Oberzeiring in der Steiermark oder zum neuen Windpark in Munderfing.“ Und auch der Wertverfall von Immobilien in der Nähe eines Windrads sei eine Mär. Es existiere keine Studie, die das bestätige.

Was also tun – ist der Karren Windkraft in Salzburg rettungslos verfahren? Berater Thomas Knoll meint, nein. „Man kann sich auch nicht darauf ausreden, dass es keine Standorte gäbe. Der Flachgau eignet sich sicher genauso gut wie die Ebenen in Ostösterreich.“ Wichtig sei aber, den Bürgern ihre Ängste zu nehmen. „Ein erster Schritt wäre, Flächen auszuweisen, wo große Windräder sicher tabu sind. Im alpinen Raum und natürlich in Schutzgebieten. Im Rest des Landes sei es dann Aufgabe der Politik, einen Konsens mit den Bürgern zu finden." In Niederösterreich sei das gelungen, sagt Landesrat Pernkopf. „Auch indem wir gesagt haben, was die Alternativen sind: Atomstrom, Kohle oder Importgas aus dem Osten.

Projekte

    • unverständlicherweise wurde der Kolo-Windpark bei Thalgau nahe der Westautobahn wegen Behinderung des Auerhahns in der Balzzeit von den Behörden untersagt; auch eine Bürgerinitiative mit bereits 3000 Unterschriften war ja nicht so sehr gegen alternative Energie, jedoch stark gegen unnötige Landschaftsverschandelung[1]

Weitere geeignete Standorte wären Sattellagen in Obertauern, auf dem Ofenauer Berg bei Golling, im Bereich der Großglockner Hochalpenstraße und im nördlichen Pinzgau;

Unverständlich sind bei den Windkraftwerken Kolo-Windpark und Samson-Windpark die Befürchtungen der Bevölkerung gewesen, Windkrafträder könnten den Fremdenverkehr schaden. Beim Kolo-Windpark hatten gleich sieben Bürgermeister ihren Entschluss gefasst haben, für das generelle Verbot von Windkrafträdern im Flachgau einzutreten[2].

2011 wären nach Aussage von Franz Kok von der Salzachwind GmbH 50 bis 60 Windräder möglich. Diese Windkraftanlagen könnten 200 Gigawattstunden (200 Millionen kWh) Strom im Jahr erzeugen, was der Produktion von Strom von zwei bis drei Salzachkraftwerken entspräche.

Bereits gescheiterte Projekte

Angrenzendes Oberösterreich

In der Gemeinde Munderfing im oberösterreichisch-Salzburger Grenzgebiet im Kobernaußerwald ging im Sommer 2014 der Windpark Munderfing in Betrieb. Am Saurüssel im Attergau sind seit etwa 2014 Windkraftanlagen geplant - gegen den Widerstand der Bewohner von Zell am Moos am Irrsee.

Windkraft in Österreich

Oberösterreich Niederösterreich Wien Burgenland Steiermark Kärnten
Anlagen 23 454 9 337 48 1
Anteil[3] 1,6 % 47,3 % 0,4 % 45,7 % 4,9 % 0,03 %

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. Quelle search.salzburg.com in Leserbriefen
  2. Quelle search.salzburg.com in Leserbriefen
  3. an der Windkraftleistung Österreichs