Wolfgang Roscher

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Prof. Dr. Wolfgang Roscher (* 29. Mai 1927 in Komotau, tschechisch Chomutov, Böhmen; † 19. Februar 2002 in der Stadt Salzburg) war ein deutsch-österreichischer Musikpädagoge und Komponist, der lange Jahre am Salzburger Mozarteum tätig war.

Leben und Wirken

Wolfgang Roscher war Sohn des Chormeisters und Komponisten Franz Roscher.

Klavierunterricht hatte er bei dem bekannten Pianisten Goll und Fräulein Bodenstein. Infolge Kriegsdienstes mußte er seine bei Dr. Komma betriebenen Tonsatzstudien unterbrechen. Nach Kriegsgefangenschaft und tschechoslowakischer Internierung konnte er in Deutschland seine Musikstudien fortsetzen. Er studierte Komposition (u.a. bei Carl Orff), Musik- und Erziehungswissenschaft, Literatur- und Kulturgeschichte, Philosophie und Theologie in Bamberg, Erlangen und München); er wurde im Jahr 1951 an der Universität Erlangen zum Doktor der Philosophie promoviert.

Anläßlich der 1. Internationalen Festwoche der Abendländischen Akademie 1952 trat er mit einem geistlichen Chorwerk an die Öffentlichkeit. Nach kirchen- und schulmusikalischen Tätigkeiten übernahm er im Jahr 1960 den Lehrstuhl für Musikerziehung, später für Musik und Auditive Kommunikation in Alfeld/Hildesheim (Niedersachsen).

Im Jahr 1981 wurde er zum ordentlichen Professor für Musikpädagogik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg ernannt. Deren Rektor war er von 1991 bis 1995.

Als Ordinarius für Musikpädagogik am Mozarteum begründete er das Institut für Integrative Musikpädagogik und Polyästhetische Erziehung.

Als Rektor der Hochschule Mozarteum initiierte er die Poetik-Gastprofessur.

Neben seiner Lehrtätigkeit war er Herausgeber von Text-Klang-Bild-Dokumentationen, Schriftenreihen zur Integrativen Musikpädagogik, der Halbjahresschrift "polyaisthesis" ab 1986 und der Polyaisthesis-Jahrbücher 1992 − 2000. Für den interdisziplinären, interkulturellen und interreligiösen Austausch zwischen Lehrern, Künstlern, Forschern rief er 1982 die Internationale Gesellschaft für Polyästhetische Erziehung ins Leben und war bis zum Jahr 2000 deren Präsident.

Von 1992 bis 1998 war er Dekan der Klasse der Künste in der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Roscher verfocht die musik- und kulturpädagogische Lehre einer friedenserzieherischen und bildungsphilosophischen "Mehr-Wahr-Nehmung" (polyaisthesis).
Bücher wie

  • "Musik, Kunst, Kultur als Abenteuer" (1994),
  • "Sinn und Klang" (1997),
  • "Klangszenen zum Weltfrieden" (2000) oder
  • "Musik − daran die Welten hängen"

sind der Verbindung von ideen- und problemgeschichtlichen Analysen mit Impulsen zur Integration des Erfahrens und Darstellens für humane "Integrität" gewidmet. Diese zentralen Anliegen prägen auch seine Kompositionen und Filme, CD-Produktionen sowie Musiktheater- und Oratorienimprovisationen.

Schriften

(Auswahl)

  • Polyästhetische Erziehung, in: Musik und Bildung, 12 (1980) 5, S. 318-319
  • (Hrsg.): Läuterungen, Klärungen. Zu Sinn und Widerspruch Polyästhetischer Erziehung. Ein Interview mit Wolfgang Roscher und Christoph Kittl, in: Sinn und Widerspruch musikalischer Bildung; Beiträge zu „poesis“ und „aisthesis“ heute, S. 16-17, Verlag Emil Katzbichler, 1993 München
  • Musik − unsere Chance?, in: Musikforum 31 (1995) 8
  • (Hrsg.): Bildungstheoretische Perspektiven Integrativer Musikpädagogik, in: Integrative Musikpädagogik; Neue Beiträge zur Polyästhetischen Erziehung; Teil I: Theorie und Rezeption, S. 13-21. Heinrichshofen Verlag, 1983 Wilhelmshaven

Quellen

Zeitfolge