Barbara Thenn

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Gedenktafel für Barbara Thenn im Badergässchen

Barbara Thenn (* 1519; † 3. Juni 1579) wohnte in der Salzburger Altstadt im Badergässchen Nr. 2. Sie war Münzmeisterin der hier ansässigen Münzstätte „Haus in der Zell“.

Leben

1500 wurde der Münzmeister Hans Thenn nach Salzburg berufen. Sein Sohn Marx Thenn – verheiratet mit Barbara, Tochter der vermögenden Kaufmannsfamilie Alt (und spätere Tante von von Salome Alt) – war einer der Münzmeister Salzburgs.

Als 1536 die erste Frau von Marx Thenn an der Pest starb, heiratete die 17-Jährige Barbara Marx Thenn, der kurz zuvor zum Münzmeister bestellt worden war. Sein Vater Hans, ein überaus tüchtiger Geschäftsmann, war aus der Umgebung von Essen zugewandert und hatte offenbar durch beste Verbindungen das Münzmeisteramt erhalten. Barbaras Mann verstarb im Alter von 53 Jähren sehr plötzlich am 5. April 1552 und sie stand allein mit drei kleinen Kindern da, dessen ältestes sechs Jahre alt war. Obwohl ihr das Vermögen der Thenn ein gutes Auskommen beschert hätte, fasste sie den Entschluss, sich als Münzmeisterin zu bewerben. Nie zuvor hatte eine Frau dieses Amt innegehabt – doch der gebildeten und selbstbewussten Patriziertochter Barbara Thenn gelang es. Sie konnte den Erzbischof-Administrator Ernst Herzog von Bayern, ihr "die ganze Münzverwaltung" zu übertagen, die sie dann bis 1572 führte.

Ihr wirtschaftliches Verständnis und Können führte zur Vermehrung des Vermögens der Familie Thenn. So gehörten ihr verschiedene Bergwerksunternehmen wie das Eisenwerk in Hammerau und der Silber- und Kupfererzbergbau in Kitzbühel. Doch dann befand Fürsterzbischof Michael von Kuenburg, dass die Münze doch besser ein Mann übernehmen sollte, und übergab das Amt an ihren Schwager Berthold Thenn, der auch der Vormund ihrer drei Kinder war. Als dieser drei Jahre später, 1568 verstarb, leitete sie wieder alleine die Münzstätte. In dieser Funktion bestätigte sie auch der neue Fürsterzbischof Johann Jakob Kuen von Belasy.

Ihr Erfolg und die Tüchtigkeit rief jedoch Neider auf den Plan. Besonders Hans Geizkofler, der im Jahr 1560 in die Münze eingetreten war, trachtete mit allen Mitteln danach, die Münzmeisterin zu Fall zu bringen, was ihm elf Jahre später auch gelang. Die Pest war ausgebrochen, Barbara hatte die Münze aus Sicherheitsgründen geschlossen und war nach Mondsee geflüchtet. Das bot Geizkofler den Anlass, sie beim Fürsterzbischof zu verklagen. 1572 hatte er sein Ziel erreicht. Mit 22. April wurde ihr die Münzverwaltung entzogen.

Barbara Thenn ahnte wohl aber auch, dass ihr Verbleib in der Münze nur eine Frage der Zeit war. Ihre Familie hatte eine protestantische Gesinnung, was ein mitentscheidender Grund für die Entziehung der Münze war.

Thenn starb im Alter von 70 Jahren an Wassersucht. Da im Erzstift Salzburg keine Möglichkeit zu einem protestantischen Begräbnis bestand, hatte sie testamentarisch die Überführung nach Mondsee verfügt. Sie fand ihre letzte Ruhestätte in der Spitalskirche (?) in Mondsee, wo ein prunkvoller Epitaph noch heute an sie erinnert.

Heute erinnert eine Bronzetafel an die tüchtige Münzmeisterin, die jahrelang das Geld der Fürsterzbischöfe geprägt hatte.

Quellen