Barbara Thenn

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Gedenktafel für Barbara Thenn im Badergässchen

Barbara Thenn (* 1519; † 1579) wohnte in der Salzburger Altstadt im Badergässchen Nr. 2. Sie war Münzmeisterin und Leiterin der hier ansässigen Münzstätte „Haus in der Zell“.

Leben

1500 der Münzmeister Hans Thenn nach Salzburg berufen. Sein Sohn Marx Thenn – verheiratet mit Barbara, Tochter der vermögenden Kaufmannsfamilie Alt – war einer der Münzmeister Salzburgs.

Mit 17 heiratete sie Marx Thenn, der kurz zuvor zum Münzmeister bestellt worden und dessen erste Frau gestorben war. Sein Vater Hans, ein überaus tüchtiger Geschäftsmann, war aus der Umgebung von Essen zugewandert und hatte offenbar durch beste Verbindungen das Münzmeisteramt erhalten. Barbaras Mann verstarb sehr plötzlich im April 1552 und sie stand allein mit drei kleinen Kindern da. Obwohl ihr das Vermögen der Thenn ein gutes Auskommen beschert hätte, fasste sie den Entschluss, sich als Münzmeisterin zu bewerben. Nie zuvor hatte eine Frau dieses Amt innegehabt – doch der gebildeten und selbstbewussten Patriziertochter Barbara Thenn gelang es. Sie führte zunächst drei Jahre lang die Münzprägung. Dann befand Fürsterzbischof Johann Jakob Kuen von Belasy wohl, dass es doch besser ein Mann übernehmen sollte, und übergab das Amt an ihren Schwager Berthold Thenn. Als dieser drei Jahre später verstarb, leitete sie wieder die Münzstätte.

Ihr Erfolg und die Tüchtigkeit rief jedoch Neider auf den Plan. Besonders Hans Geizkofler, der im Jahr 1560 in die Münze eingetreten war, trachtete mit allen Mitteln danach, die Münzmeisterin zu Fall zu bringen, was ihm elf Jahre später auch gelang. Die Pest war ausgebrochen, Barbara hatte die Münze aus Sicherheitsgründen geschlossen und war nach Mondsee geflüchtet. Das bot Geizkofler den Anlass, sie beim Fürsterzbischof zu verklagen. 1572 hatte er sein Ziel erreicht, im April wurde ihr die Münzverwaltung entzogen. Heute erinnert eine Bronzetafel an die tüchtige Münzmeisterin, die jahrelang das Geld der Fürsterzbischöfe geprägt hatte.

Quellen