Münzstätte Salzburg

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Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt die Geschichte des nicht mehr existierenden Gebäudes der Münze Salzburg. Die Geschichte der Münzstätte, deren Prägungen sowie Bezüge zu den Salzburger Erzbischöfen behandelt der Artikel Salzburger Münze

Die Münzstätte Salzburg war an wechselnden Orten im Stadtgebiet von Salzburg untergebracht.

Standorte der Münzstätte Salzburg

996 erhielt Erzbischof Hartwig (9911023) von Kaiser Otto III., eine Münzstätte Erzbistum Salzburg zum Prägen von Regensburger Silberpfennigen zu errichten. Bis dahin dürften die Herzöge von Bayern bereits eine eigene Münzstätte betrieben haben, was mit dem Fund eines Pfennigs aus der Zeit von Herzog Heinrich II. (955–976 und 985–995) belegt ist.

Erzbischof Hartwig hatte aber nach der Verleihung des Münzrechts nicht sofort begonnen, selbst Münzen zu prägen. Er nutzte weiterhin in der baierischen Herzogsmünze in Salzburg. Erst Erzbischof Konrad I. (11061147) ließ zwei Münzprägestätten im Erzstift errichten, in der Kärntner Stadt Friesach ließ er die Friesacher Pfennige schlagen und in Laufen an der Salzach errichtete er die zweite Münze.

Kaiser Heinrich VI. verlieh dann 1195 Erzbischof Adalbert II. das alleinige Recht im gesamten Erzstift Münzen prägen zu dürfen. Die Salzburger Münze mit ihren Münzstätten in Laufen an der Salzach, in der Stadt Salzburg und im Kärntner Friesach und den dort hergestellten Prägungen blieb ab Beginn ihrer Tätigkeit im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts jahrhundertelang Zeugnis der Selbständigkeit des Erzstiftes Salzburg.

Wo sich während der Regierungszeit von Fürsterzbischof Sigmund I. von Volkersdorf (14521461) die Münze befand, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Einzige Tatsache ist, dass sie sich in der Nähe des Hauses Getreidegasse 19/Universitätsplatz 9 befunden haben musste. Denn aus einer Urkunde vom 5. Mai 1475 vom Besitzer dieses Hauses, Virgil Venediger[1], geht hervor, dass der Abt von St. Peter ihm erlaubt hatte, eine Tür in die Mauer zum Frauengarten zu brechen, die unter anderem zu ainem eingang und durchganck dem benanten meinem gnädigen herren von Salzburg ect. in das münshaus dienen sollte.

Die Erzbischöfe betrieben eine eigene Münzprägung, die sie bis ins Jahr 1572 verpachtet hatten. Der Gewinn, den Pächter der Münze erwirtschafteten, floss in eine Gesellschaft, an der der Münzmeister und natürlich der Erzbischof beteiligt waren. 1572 informiert eine Notiz über ein nicht mehr existierendes Verzeichnis des Münzzeugvorrates (der Thenn'schen Erben[2]). Eines der Häuser der Familie Thenn war das Badergässchen Nr. 2. Spätestens 1577 war dann aber eine vom Fürsterzbischof selbst eingerichtete Münzstätte in der Käsgasse in Betrieb gegangen[3]

Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ließ die Münze dann in das Haus Getreidegasse 19/Universitätsplatz 9 verlegen. Unter diesem Haus, das auch der Familie Thenn gehörte, fließt noch heute der Almkanal, der für die damals einführte Walzenprägung die Energie lieferte. Allerdings gibt es Beweise für die tatsächliche Anwendung der Walzenprägung erst ab 1620 unter Erzbischof [ [Paris Graf Lodron]] (16121653).

Die Münzstätte übersiedelte neuerlich und nahm am 12. Juli 1605 ihren Betrieb dann in einem Gebäude im Badergässchen auf, das Fliegerbomben im Zweiten Weltkrieg zerstörten und schließlich 1953 dem Griesgassen-Durchbruch weichen musste. Die Münzstätte im Badergässchen war bis 1662 in Betrieb.[4]

Für den Zeitraum von 1662 bis bis 1810 fehlen dem Salzburgwiki noch die Informationen, wo Münzstätten im Stadtgebiet befanden.

Am 4. Dezember 1810 wurde dann die Salzburger Münzstätte endgültig geschlossen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. dieser Name deutet auf einen Handelsherrn hin, der mit Venedig Handel trieb, siehe Handel (historisch)
  2. Bruder Berthold Thenn war salzburgischer Münzpächter
  3. Quelle Tausend Jahre Salzburger Münzrecht, Seite 123
  4. Quelle www.stadt-salzburg.at, ein Beitrag von Dr. Reinhard Medicus