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Salome Alt

Salome Alt
Gedenktafel für Salome Alt in der Sigmund-Haffner-Gasse Nr. 6

Salome Alt (ab 1609 Alt von Altenau) (* 21. September 1568 in Salzburg; † 27. Juni 1633 in Wels, Oberösterreich) war die Lebensgefährtin von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Salome Alt wird in Salzburg in der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse 6 als Tochter des Wilhelm Alt, wohlhabender Kaufmann und Ratsherr in der fürsterzbischöflichen Stadt Salzburg, geboren.

Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ist von der Schönheit der Kaufmannstochter so angetan, dass er sie zu seiner Lebensgefährtin macht. Das Gerücht, er hätte sie auch geheiratet, kann bis heute nicht bewiesen werden. Sie wird von Chronisten als groß gewachsen, mit rotbraunem Haar, klaren grauen Augen, breiter Stirn und als die Schönste der Stadt beschrieben.

Salome Alt von Altenau schenkt dem Erzbischof 15 natürliche Kinder, von denen fünf früh sterben, zwei der Söhne verheiraten sich und zwei werden Mönche. Namentlich bekannt sind: (1) Hannibal (* 1593; † 1616), (2) Helena, (3) Euphemia (* ?; † 1638), (4) Maria Salome (* 1595, † 1605), (5) Eusebia (*?; † 1624), (6) Cäcilie, (7) Anton, (8) Wolf Dietrich, (9) Viktor, (10) Johann Georg Eberhard (* 1605; † 1675) unter Ägidius Benediktiner Mönch im Benediktinerstift Kremsmünster (Oberösterreich) und (11) Susanna;

Zu jener Zeit ist diese "wilde Ehe“ eine kaum tolerierte Ungehörigkeit und so verstoßen Salomes Eltern ihre Tochter und die politischen Gegner des Erzbischofs spielten seine Liebe zu der jungen Frau gegen ihn aus. Aber Salome Alt ist Wolf Dietrich laut den spärlichen persönlichen Quellen sehr zugetan. Noch in den letzten Lebensjahren bezeichnet sie Wolf Dietrich als ihren "lieben guten Herrn". Wolf Dietrich ist der Meinung, dass die Erlaubnis für Priesterehen nur noch eine Frage von Tagen sein könne. Daran glaubt er seit dem ersten Tag der Bekanntschaft mit Salome.

Da es ihm nicht gelingt, die Verbindung doch zu legalisieren, verhält er sich aber sehr standesgemäß und lässt für Salome Alt nach 22-jährigem Konkubinat und zehn gemeinsamen Kindern1606 außerhalb der Stadtmauern vor dem Bergstraßtor eine Sommerresidenz errichten, die er "Altenau“ nennt. Das Landschloss jenseits der Salzach lässt Wolf Dietrich mit herrlichen Gartenanlagen ausstatten. Nach dem Tode Wolf Dietrichs wird Schloss Altenau von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems umgebaut und in Schloss Mirabell umbenannt. Oft wird behauptet, dass vom Schloss Altenau "kaum ein Stein mehr zu finden" sei. Tatsächlich aber ist der Keller fast unverändert in der Südhälfte des Gartentraktes von Schloss Mirabell erhalten. Wahrscheinlich gehören auch alle aufgehenden Hauptmauern und zahlreiche Trennmauern dieses Bereiches der ältesten Bauphase an, da dieser beim Umbau von Lukas von Hildebrandt nachweislich in den Neubau einbezogen worden ist. Somit lassen sich Dimensionen und Grundriss des ursprünglichen Adelssitzes recht gut abschätzen.

Salome Alt nimmt am Gesellschaftsleben des Salzburger Hofes in weitem Umfang teil. Am 28. August 1609 wird sie von Kaiser Rudolf II. in Prag in den Reichsadelsstand erhoben, und ihre Kinder damit vom Makel der unehelichen Geburt befreit. Zitat[1]: dasß sie bei einer fürnemben geistlichen Person etliche Kinder, deren eltiste zwei mit Namen Hannibal und Helna ledigs Stands erzeugt und geboren, dieselben von ihr unschuldig empfangenen Mackel und Gebrechen irer unehelichen Geburt in Ansehung der ersprießlichen und willigen Dienst obberierter geistlicher Person.

Durch eine als Schrank getarnte Tür sind die Gemächer von Salome Alt in der Residenz mit den Fürstenzimmern verbunden. Sie ist dem Fürsterzbischof von Salzburg eine den Regeln der Gesellschaft des 16. Jahrhunderts angepasste "Hausmutter", schenkt ihm 15 katholische Kinder, führt ihm den Haushalt und bleibt ihm über dessen Tod hinaus in ihrem Welser Exil treu. Sicher ist es nicht einfach für sie zu wissen, dass man einen katholischen Bischof eben nicht ehelichen kann.

Salome Alt ist keine Mätresse eines Fürsten wie Madame Pompadour oder Madame Dubarry. Die sanfte Frau strebt nicht nach Glanz und Macht, sie ist dem Erzbischof stets eine treu ergebene Gefährtin und den gemeinsamen Kindern eine gute Mutter. Dem Liebespaar wird ein "ärgerliches Leben“ vorgeworfen und dass Wolf Dietrich mit ihr „zehen lebendige Kinder erzeugt, diese in allem Ueberfluße auferzogen, ansehnliche Summen Geldes an sie Verschwendet, sie in fremden Ländern unter einem anderen Namen, doch, dass man sie für erzbischöfliche Söhne wohl erkannte, unterhalten, der Konkubine sehr köstliche Sachen an Silber, Gold, Kleinodien, Kleidern, nicht anders, als wäre sie eine Fürstin begabt.“

1610 besitzt Salome Alt von Altenau durch Wolf Dietrichs Zukäufe und Schenkungen im Erzbistum Salzburg das ungeheure Vermögen von mehr als 400.000 fl. 1611 ahnt wohl Wolf Dietrich, was ihm bevorsteht und er lässt Salome und die Kinder nach Radstadt bringen. Nach seinem Sturz und Gefangennahme wird auch Salome Alt am 27. Oktober 1611 in Flachau verhaftet[2]. Jedoch schon bald auf Befehl des Domkapitels wieder freigelassen. Sie flieht zu ihrer Cousine Felicitas Alt nach Wels in Oberösterreich, die mit mit dem Handelsherrn Christoph Weiß verheiratet ist. Salome findet dort eine neue Heimat. in der sie ihre Kinder standesgemäß erziehen kann. Wolf Dietrich und Salome Alt haben einander nach seiner Verhaftung nie mehr wieder gesehen.

1612 verzichtet Salome Alt von Altenau für sich und ihre Kinder zu Gunsten des Salzburger Domkapitels auf ihre Schuldobligationen von 120.000 Gulden bei der Tiroler Landschaft.

Nach dem Tod 1617 von Wolf Dietrich von Raitenau trägt Salome nur noch Trauerkleidung. 1622 kauft Salome Alt von Altenau in Wels das Haus Stadtplatz 24, auf dem bis heute der spätgotische Erker mit drei Wappen der Familie Hofmann und Freskomalereien von 1570 zu sehen ist. Das Haus gehörte ursprünglich Kaiser Ferdinand I., ab 1552 war es Freisitz der Freiherrn von Hofmann.

Salome Alt von Altenau stirbt am 27. Juni 1633 im hohen Alter von 64 Jahren. Das Geschlecht Alt von Altenau erlischt mit Salome, da sie von keinem männlichen (Namen tragenden) Nachkommen überlebt wird. Universalerbin ist ihre Schwester.

Gedenktafel

In der Sigmund-Haffner-Gasse Nr. 6 befindet sich eine Gedenktafel für Salome Alt.

Weblinks

  • Eintrag zu Salome Alt in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)

Quelle

Fußnoten

  1. Quelle Ein Beitrag von Franz Martin in Salzburg Chronik, Verlag "Das Bergland-Buch", 1960
  2. Judas Thaddäus Zauner,Corbinian Gärtner,Sigmund von Robinig: Chronik von Salzburg, Band 7