Salome Alt

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Salome Alt
Gedenktafel für Salome Alt in der Sigmund-Haffner-Gasse Nr. 6

Salome Alt, ab 1600 Alt von Altenau (* 21. September 1568 in der Stadt Salzburg; † 27. Juni 1633 in Wels, Oberösterreich) war die Lebensgefährtin von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau.

Leben

Salome Alt wird in Salzburg in der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse 6 als Tochter des Wilhelm Alt und Magdalena Alt, geb. Unterholzer († 1607, begraben im Grab 23 in den Gruftarkaden auf dem Friedhof St. Sebastian), wohlhabender Kaufmann und Ratsherr in der fürsterzbischöflichen Stadt Salzburg, geboren.

Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ist von der Schönheit der Kaufmannstochter so angetan, dass er sie zu seiner Lebensgefährtin macht. Das Gerücht, er hätte sie auch geheiratet, kann bis heute nicht bewiesen werden. Sie wird von Chronisten als groß gewachsen, mit rotbraunem Haar, klaren grauen Augen, breiter Stirn und als die Schönste der Stadt beschrieben.

Salome Alt von Altenau schenkt dem Erzbischof 15 natürliche Kinder, von denen fünf früh sterben, zwei der Söhne verheiraten sich und zwei werden Mönche. Namentlich bekannt sind:

  1. Hannibal (* 1593, † 1616)
  2. Helena
  3. Euphemia († 1638) ∞ Max Richtersperger, Gegenschreiber zu Wels, verwitwet
  4. Maria Salome (* 1595, † 1605), sie ist in der Benediktinerinnenabtei Nonnberg mit einem Portraitgrabstein begraben,
  5. Eusebia († 1624),
  6. Cäcilie, am 3. Juni 1620 ∞ Georg Constantin Grundemann von Falkenberg († 1662). Kinder aus der Ehe waren
    1. Georg Constantin,
    2. Adam Anton ∞ Susanna Katharina Grüber von Grübegg,
    3. Franz Fortunat (Benediktinermönch im Benediktinerstift Kremsmünster),
    4. Johann Erasmus († unvermählt in kaiserlichen Kriegsdiensten),
    5. Ferdinand Wilhelm (in einem Donauarm bei Linz ertrunken, 13 Jahre alt),
    6. Ferdinand Adam Rudolf († als Kind).
    7. Über diese Familie der Grundemann von Falkenberg hat sich das Geschlecht der Alt von Altenau bis ins 21. Jahrhundert erhalten.
  7. Anton,
  8. Wolf Dietrich,
  9. Viktor (* 1604, † 1638 im Freihaus in Wels) ∞ am 20. Februar 1634 im Salzburger Dom mit Katharina Götz, Tochter des kurbayerischen Kanzlers in Burghausen, Dr. Johann Götz),
  10. Johann Georg Eberhard (* 1605,† 1675) unter dem Namen Ägidius wurde er Benediktinermönch im Stift Kremsmünster,
  11. Susanna.

Zu jener Zeit ist diese "wilde Ehe“ eine kaum tolerierte Ungehörigkeit und so verstoßen Salomes Eltern ihre Tochter und die politischen Gegner des Fürsterzbischofs spielten seine Liebe zu der jungen Frau gegen ihn aus. Dazu kommt, dass Salome Alt Lutherischen Glaubens[1] war. Aber Salome Alt ist Wolf Dietrich laut den spärlichen persönlichen Quellen sehr zugetan. Noch in den letzten Lebensjahren bezeichnet sie Wolf Dietrich als ihren "lieben guten Herrn". Wolf Dietrich ist der Meinung, dass die Erlaubnis für Priesterehen nur noch eine Frage von Tagen sein könne. Daran glaubt er seit dem ersten Tag der Bekanntschaft mit Salome.

1600 erhebt Wolf Dietrich Salome Alt in den Adelsstand, seither konnte sie sich Salome von Altenau nennen.

Da es ihm nicht gelingt, die Verbindung doch zu legalisieren, verhält er sich aber sehr standesgemäß und lässt für Salome Alt nach 22-jährigem Konkubinat und zehn gemeinsamen Kindern 1606 außerhalb der Stadtmauern vor dem Bergstraßtor eine Sommerresidenz errichten, die er "Altenau“ nennt. Das Landschloss jenseits der Salzach lässt Wolf Dietrich mit herrlichen Gartenanlagen ausstatten. Nach dem Tode Wolf Dietrichs wird Schloss Altenau von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems umgebaut und in Schloss Mirabell umbenannt.

1606 bezog sie ein neues Domizil an der Sigmund-Haffner-Gasse (heute Dietrichsruh). Durch eine als Schrank getarnte Tür sind die Gemächer von Salome Alt in der Residenz mit den Fürstenzimmern verbunden. Sie ist dem Fürsterzbischof von Salzburg eine den Regeln der Gesellschaft des 16. Jahrhunderts angepasste "Hausmutter", schenkt ihm 15 katholische Kinder, führt ihm den Haushalt und bleibt ihm über dessen Tod hinaus in ihrem Welser Exil treu. Sicher ist es nicht einfach für sie zu wissen, dass man einen katholischen Bischof eben nicht ehelichen kann.

Salome Alt nimmt am Gesellschaftsleben des Salzburger Hofes in weitem Umfang teil. Am 28. August 1609 wird sie von Kaiser Rudolf II. in Prag in den Reichsadelsstand erhoben, und ihre Kinder damit vom Makel der unehelichen Geburt befreit. Zitat[2]: dasß sie bei einer fürnemben geistlichen Person etliche Kinder, deren eltiste zwei mit Namen Hannibal und Helna ledigs Stands erzeugt und geboren, dieselben von ihr unschuldig empfangenen Mackel und Gebrechen irer unehelichen Geburt in Ansehung der ersprießlichen und willigen Dienst obberierter geistlicher Person.

Am 4. Dezember 1609 schenkt Wolf Dietrich die Gebäude um die alte Salzburger Münze Salome Alt (die sie seit 1606 bewohnt), da er mittlerweile die Thenn'sche Behausung in der Traidgasse an der Alm zur Münze eingerichtet hatte.

Salome Alt ist keine Mätresse eines Fürsten wie Madame Pompadour oder Madame Dubarry. Die sanfte Frau strebt nicht nach Glanz und Macht, sie ist dem Erzbischof stets eine treu ergebene Gefährtin und den gemeinsamen Kindern eine gute Mutter. Dem Liebespaar wird ein "ärgerliches Leben“ vorgeworfen und dass Wolf Dietrich mit ihr „zehen lebendige Kinder erzeugt, diese in allem Ueberfluße auferzogen, ansehnliche Summen Geldes an sie Verschwendet, sie in fremden Ländern unter einem anderen Namen, doch, dass man sie für erzbischöfliche Söhne wohl erkannte, unterhalten, der Konkubine sehr köstliche Sachen an Silber, Gold, Kleinodien, Kleidern, nicht anders, als wäre sie eine Fürstin begabt.

Salomes Alt von Altenau und ihre Kinder wurden am 24. Mai 1610 in die Hohe Salzburger Landschaft aufgenommen. Wolf Dietrich verlieh Salome Alt und ihren Kindern die Landstandschaft. Durch die Übertragung der „Landsassenfreiheit“ für das innerhalb des Burgfriedens gelegene Stammhaus Altenau wurde die Familie unter anderem von den gemeinen Bürden und der Niedrigen Obrigkeit, dem Zugriff der Stadthauptmannschaft, befreit. 1610 schenkte ihr Wolf Dietrich Schloss Seehaus im Rupertiwinkel. In diesem Jahr besitzt Salome Alt von Altenau durch Wolf Dietrichs Zukäufe und Schenkungen im Erzbistum Salzburg das ungeheure Vermögen von mehr als 400.000 fl.

1611 ahnt wohl Wolf Dietrich, was ihm bevorsteht und er lässt Salome und die Kinder nach Flachau in den Ansitz Thurnhof bringen. Nach seinem Sturz und Gefangennahme wird auch Salome Alt am 27. Oktober 1611 in Flachau verhaftet[3]. Jedoch schon bald auf Befehl des Domkapitels wieder freigelassen. Sie flieht zu ihrer Cousine Felicitas Alt nach Wels in Oberösterreich, die mit mit dem Handelsherrn Christoph Weiß verheiratet ist. Salome findet dort eine neue Heimat, in der sie ihre Kinder standesgemäß erziehen kann. Wolf Dietrich und Salome Alt haben einander nach seiner Verhaftung nie mehr wieder gesehen.

1612 verzichtet Salome Alt von Altenau für sich und ihre Kinder zu Gunsten des Salzburger Domkapitels auf ihre Schuldobligationen von 120.000 Gulden bei der Tiroler Landschaft.

Nach dem Tod 1617 von Wolf Dietrich von Raitenau trägt Salome nur noch Trauerkleidung. 1622 kauft Salome Alt von Altenau in Wels das Haus Stadtplatz 24, auf dem bis heute der spätgotische Erker mit drei Wappen der Familie Hofmann und Freskomalereien von 1570 zu sehen ist. Das Haus gehörte ursprünglich Kaiser Ferdinand I., ab 1552 war es Freisitz der Freiherrn von Hofmann.

Salome Alt von Altenau stirbt am 27. Juni 1633 im hohen Alter von 64 Jahren. Das Geschlecht Alt von Altenau erlischt mit Salome, da sie von keinem männlichen (Namen tragenden) Nachkommen überlebt wird. Universalerbin ist ihre Schwester.

Gedenktafel

In der Sigmund-Haffner-Gasse Nr. 6 befindet sich eine Gedenktafel für Salome Alt.

Weblinks

  • Eintrag zu Salome Alt in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)

Quellen

Einzelnachweise

  1. www.salzburgmuseum.at
  2. Quelle Ein Beitrag von Franz Martin in Salzburg Chronik, Verlag "Das Bergland-Buch", 1960
  3. Judas Thaddäus Zauner,Corbinian Gärtner,Sigmund von Robinig: Chronik von Salzburg, Band 7