Kirche zu Unserer Lieben Frau am Bergl

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Gedenktafel
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Die Kirche zu Unserer Lieben Frau am Bergl, in der Literatur auch als Berglkirche oder Berglkirchlein bezeichnet, ist eine nicht mehr existierende historische Kirche in der Gstättengasse im Bereich des heutigen Ursulinenplatzes in der Altstadt der Stadt Salzburg.

Geschichte

1558 wird ein dort stehendes Haus bereits urkundlich erwähnt. Die "Kirche zu Unserer Lieben Frau am Bergl" als solche bestand in der Gstätten von 1619 bis zum großen Bergsturz am Mönchsberg 1669.[1]

1679 wurde die Berglkirche von Fürsterzbischof Max Gandolf Kuenburg neu aufgebaut. Felix Adauctus Haslberger schrieb in seiner Salzburger Chronik:

Jahreszahl oberhalb des Portals „1679“. Sie hat 3 Altäre: 1 hl. Maria mit dem Kind (Hauptaltar). 2. (Evang.- Seite) hl. Anna. 3. (Ep.-Seite) hl. Franz v. Paul. (946) [2] Nach Lorenz Hübner war das Kirchlein nicht viel über 30 Schritte lang und 15 breit (1 Schritt ist etwa 0,7 m), die Höhe kaum 50 Fuß.

Über der Türe sind die Jahreszahl 1679 und das Wappen von Fürsterzbischof Max Gandolf zu sehen. Die eigentliche Verzierung unternahm 1690 Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein. Er versah sie mit einem kleinen Kuppeltürmchen, das er mit Kupfer decken ließ und mit zwei Flügelgebäuden von drei Geschossen, wovon eines Zinsen zum Unterhalte der ­selben trägt. Johann Ernst ließ die Felsenwände des Hochaltars, den Altar selbst, worauf das Bildnis der Mutter Gottes sich befand, welche in einer etwa über 20 Fuß hohen und ebenso breiten Nische stand, das Kommunionsgebäude und die unterhalb der Höhlung auf beiden Seiten befindlichen Altäre aus Marmor machen und das Ganze mit einem eisernen Gitter, das die Jahreszahl 1690 trägt, verschließen.

1804 wurde das Berglkirchlein samt Mesnerhaus durch Versteigerung verkauft, mit der ausdrücklichen Bedingung, dass diese in ein Wohnhaus umgestaltet wird.[3] Das eiserne Abschlussgitter kam in das Innere der Ursulinenkirche.

1802 kaufte das Haus Josef Hades, bürgerlicherer Hutterer (d. h. Hutmacher) um 900 Gulden. Dessen Nachkommen blieben bis 1899 Besitzer. Dann erwarb es Franz Würz, gewesener Bäckermeister, 1905 Johann Enzersberger, Dienstmann, und im Jahre 1909 Paul Spitzauer, Flaschenbierhändler.

Alte Ansichten

Im Bild neben der Ursulinenkirche rechts zu sehen jeweils das Berglkirchlein zu Unserer Lieben Frau.

Quellen

  • Ursulinenplatz 3, Gedenktafel Berglkirchlein zu unserer Lieben Frau
  • Josef Eder: Das Kirchlein zu unserer lieben Frau am Bergl und das Mesnerhaus ANNO, Salzburger Volksblatt, 29. März 1924, Seite 11

Einzelnachweise

  1. Lorenz Hübner, Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden, 1794, Unser Lieben Frau Cappelen, Seite 124
  2. www.zobodat.at Die Salzburger Chronik des Felix Adauctus Haslberger
  3. books.google.at/Intelligenzblatt von Salzburg: 5.1804 f