Lorenz Hübner

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Lorenz Hübner (* 2. August 1751 in Donauwörth, Schwaben; † 9. Februar 1807 in München) war als Geistlicher ein wichtiger Vordenker der süddeutsch-salzburgischen Aufklärung, ein bedeutender Chronist und nicht zuletzt erster ausgewiesener Chefredakteur einer Salzburger Tageszeitung.

Hübner und Salzburg

1783 berief Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo den Bayern Lorenz Hübner als aufgeklärter Vordenker und dabei auch als Redakteur und Herausgeber der Salzburger Zeitung nach Salzburg. Es war das erste Mal, dass ein ausgewiesener Redakteur für die Erstellung einer Zeitung geholt wurde, davor hatten die Herausgeber (= Druckereien) einfach die Korrespondenzmeldungen aneinandergereiht.

1784 rief er die Lesegesellschaft ins Leben.

Bald schon erzielte Hübner mit dem in Oberdeutsche Staatszeitung umbenannten Blatt schöne Erfolge, nicht zuletzt deshalb, weil er mit der Zeitung ein Medium aufklärerischen Denkens geschaffen hatte. Plötzlich waren nicht mehr nur Staatsanzeigen und Chronikberichte interessant, sondern auch Themen wie Kritik an der Kirche oder Beiträge zur Geschichte des Landes Salzburg.

Möglicherweise noch wichtiger als sein Erfolg mit der Tageszeitung dürfte Hübners Gründung des ersten repräsentativen Rezensionsblattes, der Oberdeutschen allgemeinen Litteraturzeitung, im Jahr 1788 sein, in dem es ihm um die Selbstdarstellung der katholischen Aufklärung ging.

Während seiner Zeit in Salzburg machte er sich auch als Reisebuchautor einen Namen. Besonders erwähnenswert sind die zweibändige Beschreibung der hochfürstl.-erzbischöfl. Haupt- und Residenzstadt Salzburg, sowie die dreibändige Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg. Er brachte auch als Kartograf eine Straßenkarte des Fürsterzbistumes heraus, die es als Beilage zu seinem Buch Reise durch das Erzstift Salzburg zum Unterricht und Vergnügen gab.

1799 kehrte Hübner nach München zurück, wohin er als Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften berufen worden war.

In der Stadt Salzburg ist die Hübnergasse in der Riedenburg nach diesem Vordenker benannt.

Schriften der Salzburger Zeit

Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik
  • Salzburger Musenalmanach auf das Jahr 1787, Salzburg [1788].
  • Geschichte verschiedener hierländischer Baumwollarten und ihres ökonomischen Nutzens, Salzburg 1788.
  • Rosen auf das Grab Friedrichs des Einzigen, oder gesammelte Charakterzüge und Anekdoten aus dem merkwürdigen Leben dieses großen Königs, Sechs Körbe, Salzburg 1787.
  • Rosen auf das Grab Josephs des Zweyten, Kaisers der Deutschen, Salzburg [1788].
  • Epistola responsoria ad Liberium Candidum Iesuitam, [s.l.] [1788].
  • Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, 2 Bde., Salzburg 1792-93.
  • Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden, vorzüglich für Ausländer und Reisende. Nebst dem Grundrisse der Stadt, und ihres Bezirks, von L. Hübner aus dessen größerer Beschreibung von ihm selbst zusammengezogen, Salzburg 1794.
  • Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik,
    • Bd. 1: Das Salzburgische flache Land; Salzburg 1796,
    • Bd. 2: Das Salzburgische Gebirgland. Pangau, Pinzgau und Lungau. Salzburg 1796,
    • Bd. 3: Die übrigen Gebirgsortschaften, und die ausländischen Herrschaften des Erzstiftes nebst dessen Beschreibung im Allgemeinen, Salzburg 1796, ND Salzburg 1983.
  • Reise durch das Erzstift Salzburg zum Unterricht und Vergnügen. Nebst Stundenzeiger u. Straßenkarte, [s.l.] 1796, ND Salzburg 2000.
  • Abschied vom Mönchsberge in Salzburg am Schluße des J. 1799, s.l. 1799.

Weblinks

Werke Lorenz Hübners, digital:

Quellen