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Wappen der Salzburger Erzbischöfe und Fürsterzbischöfe

(Weitergeleitet von Wappen der Fürsterzbischöfe)

Die Wappen der Salzburger Erzbischöfe und Fürsterzbischöfe befinden sich sehr häufig an Objekten in der Stadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Sie besitzen als marmorne Zeichen des jeweiligen Erbauers des Objekts häufig ein ovales Wappenschild und sind mit einer verzierten Kartusche (oval, polygonal oder quadratisch) umrahmt. Aus dem Mittelalter sind vor Leonhard von Keutschach aber kaum marmorne Wappen erhalten. Von den frühesten Bischöfen bzw. Erzbischöfen sind die einstigen Wappen vielfach gar nicht bekannt. Im späten 19. Jahrhundert wurden deshalb oft fehlenden oder unbekannte Wappen durch Phantasiewappen ersetzt. Das erste bekannte erzbischöfliche Wappen stammt von Herold (939/40-959). Durchgehend bekannt sind die Wappen der Salzburger Regenten ab Erzbischof Konrad I. von Abenberg (11061147). Diese Wappen stammen also noch aus der Zeit, in der Salzburg Teil des bayrischen Gesamtstaates war. Etliche frühe mittelalterliche Wappen sind in ihrem Ursprung nach aber nicht ausreichend gesichert.

Wappen des Fürsterzbistums

Das Wappen des Fürsterzbistums Salzburg ist einmal gespalten (= mittig senkrecht geteilt) und besitzt zur rechten einen schwarzen "aufgrimmenden" (aufstehenden bzw. stehenden) Löwen mit hervorragender Zunge im silbernen [1], später allgemein aber im goldenen Feld. Das linke (vom Betrachter her das rechte) Feld ist rot mit einem waagrechten silbernen Balken. Auf dem Helm ist ein Kreuz, das vom Legatenhut bedeckt wird. Beiderseits des Schildes sind ein Schwert zur Rechten (weltliche Gewalt) und zur Linken der Krummstab (Bischofstab, Zeichen der geistigen Würde). Die Helmdecken sind zur Rechten gelb und schwarz, zur linken weiß und rot.

Wappen und Symbole

In das gesamten Wappen der Fürsterzbischöfe mit dem mittigen Wappenschild sind zumeist mehrere Teilwappenelemente oder Symbole eingearbeitet.

Das persönliche fürstliche (Familien-)Wappen ist sehr häufig mit dem Wappen des Fürsterzbistums Salzburg oder nur mit dem schwarzen Löwen, als Wappentier Salzburgs verbunden. Über dem Wappenschild steht oft ein christliches Doppelkreuz (Patriarchenkreuz), das vom Hut eines Bischofs (Prälat, Kardinal, päpstlichen Legaten) beschützt wird. Bischofsstab und Mitra sind in der Frühzeit ebenfalls häufiger zu sehen.

Das Wappen des Fürsterzbistums Salzburg ist ein gespaltener Schild: rechts in Gold ein aufrechter, nach rechts gewendeter schreitender schwarzer Löwe, links in Rot ein silberner Balken.[2]

Quasten

An den Quasten[3] sind z. T. Rang und die Stellung des Bischofs abzulesen:

  • Bischof: vom Hut hängen je sechs Quasten in drei Reihen herab (insgesamt zwölf Quasten).
  • Erzbischof oder Fürsterzbischof: vom Hut hängen je zehn Quasten in vier Reihen herab (insgesamt 20 Quasten, Farbe grün).
  • Kardinal: wurde der Fürsterzbischof zum Kardinal erhoben, so sind es je fünfzehn Quasten, die in fünf Reihen herabhängen (insgesamt 30 Quasten, Farbe: rot).

Die Quastenanzahl wurde aber in der Geschichte nicht einheitlich geregelt und entwickelte sich im Detail erst allmählich.

Titel

Die Wappen sind häufig mit Inschriften versehen.

  • Archiepiscopus bedeutet Erzbischof der Erzdiözese, d.h. der Hauptdiözese einer Kirchenprovinz als Zusammenschlusses mehrerer Diözesen.
  • Princeps bedeutet der Erste oder Führende, d.h. regierender Fürst
  • Sacrum Romanum Imperium oder kurz ex S.R.I. bedeutet des Heiligen Römischen Reiches
Das Heilige Römische Reich war die offizielle Bezeichnung für den Herrschaftsbereich der deutschen Kaiser seit dem 10. Jahrhundert. Diese beanspruchten das Imperium der römischen Kaiser unter christlichem Vorzeichen fortzusetzen. Der Salzburger Erzbischof war gleichzeitig Fürst, somit kirchlicher Bischof und weltlicher Herrscher.
  • Sanctae Sedis Apostolicae Legatus Natus bedeutet Geborener Legat (Gesandter) des Heiligen Apostolischen Stuhls
Der Heilige Stuhl oder Apostolische Stuhl ist der Bischofsstuhl von Rom. Apostolisch bedeutet, dass dieser beansprucht, in Nachfolge des Apostels Petrus zu stehen. Er steht für den Vatikan und den Papst. Der Legat ist ein Bevollmächtigter oder Botschafter, der in seinem Namen handelt. Geborener Legat bedeutet, dass dieser Titel mit dem Amt unauflöslich verknüpft ist, d.h. nicht nur ehrenhalber verliehen wurde.[4]
  • Primas Germaniae bedeutet der Erste (kirchliche Fürst) Deutschlands
Als Primas wurde ursprünglich der Bischof der bedeutendsten (bzw. auch ältesten) Diözese eines Landes bezeichnet. Nachdem der Titel im Spätmittelalter an letztlich drei Bischöfe des Römisch-Deutschen Reiches verliehen worden war, verlor er vorübergehend an Bedeutung. Seit der Reformation trug aber nur mehr der Salzburger Erzbischof diesen Ehrentitel. Der Titel besteht bis heute weiter.[5]
  • ex comitibus de N.N. bedeutet aus den (Adels-)Geschlecht von N.N.
Die regierenden Fürsterzbischöfe stammten alle aus dem Adelsstand, vielfach aus einem Grafengeschlecht (lateinisch comes)
Häufig wird die vollständige Titulatur im Text gekürzt oder abgekürzt oder mit &c. (et cetera) auf die allgemein bekannte Fassung im Langtext (pleno titulo, p.t.) verwiesen.
Im Einzelfall wird in späterer Zeit nur mehr eine Folge von Buchstaben verwendet (z.B. A.P.S.S.A.L.N.G.P. in der Gedenktafel an der Mariensäule auf dem Domplatz).

Fundstellen

Im Salzburgwiki wurden bisher mehr als 130 meist marmorne Wappentafeln an Gebäuden oder Wehranlagen in Salzburg dokumentiert. Darüber hinaus finden sich solche fürsterzbischöfliche Wappen vielfach auch auf Wappensiegeln, auf Urkunden, auf Altären oder auch auf Grabsteinen. Je Fürsterzbischof wird in dieser Liste nur ein typisches oder markantes Wappen gezeigt. Weitere Wappen je Fürsterzbischof sind beim jeweiligen Artikel über den Fürsterzbischof zugeordnet. Alle derzeit im Salzburgwiki bekannten Wappen findest Du unten bei "weitere Bilder".

Die Wappen der Erzbischöfe und Fürsterzbischöfe des Mittelalters

Hinweis: Die adeligen Wappen entstehen in der Regel in der Zeit nach 1000 n. Chr. Die Wappen von Erzbischöfen vor 1000 n. Chr (und wohl auch noch viele Jahrzehnte später) waren daher in der Regel unter der jeweiligen Amtsführung im gesamtbayrischen Staat noch weitgehend unbekannt oder besaßen wenig Bedeutung. Vielfach vergaben die Adelsfamilien, aus denen die jeweiligen Erzbischöfe stammen, später auch ihren Vorfahren aber bereits das jeweilige Familienwappen.

Nr Wappen Beschreibung Standort Jahr
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Herold (939/40 bis 958)
mutmaßliches Wappen: im blauen Feld ein dreifach gezackter goldener Balken.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Hartwig (991 bis 1023)
mutmaßliches Wappen: Feld viergeteilt 1. und 4. Feld silberweiß mit roter Spitze, im silberweißen Feld zwei rote Flügel, in der roten Spitze ein silberweißer Flügel; 2. und 3. Feld golden mit rotem Schrägbalken. Herzwappen geschacht (= gewürfelt) in rot und silberweiß (in vier Reihen zu drei Plätzen, heute Wappen der Stadt Ellrich).
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Gebhard (1060 bis 1088)
mutmaßliches Wappen: Feld mittig gespalten, rechter Teil wieder gespalten: im roten Feld silberne Spindel (= langgezogene Raute) und im silbernen Feld rote Spindel. Im linken Schildfeld drei schwarze Panther im goldenen Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Thiemo (1090 bis 1101)
Wappen der Frühzeit, wohl später zugedacht (?) Sarazenenschwert, Streitaxt und rotes Herz im silberweißen Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Konrad I. von Abenberg (1106 bis 1147)
Wappen: gold und schwarz schräg geteiltes Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Eberhard I. von Biburg (1147 bis 1164)
Wappen: Feld blau und silberweiß geteilt (Farben Bayerns)
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Konrad II. von Babenberg (1164 bis 1168
Wappen: fünf goldene Adler, je zwei gegeneinander und einer nach links gewendet im blauen Feld (heute Wappenschild Niederösterreichs).
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Adalbert III. von Böhmen (1168 bis 1177 und 1183-1200)
Wappen: Auf rotem Grund ein silberner doppelschwänziger, rotzungiger goldbewehrter und goldgekrönter steigender Löwe.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Konrad III. von Wittelsbach Kardinal (1177 bis 1183)
Wappen: im roten Feld ein dreifach gezackter goldener Balken. (Später blau-silberweiß gerautetes Feld als bayrisches Kernwappen)
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Eberhard II. von Regensberg (1200 bis 1246)
Wappen derzeit nicht zur Gänze klärbar.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Burkhart I. von Ziegenhain (1200 bis 1246)
Wappen: bis um 1350 (!) ein Ziegenkopfadler, später ein sechsstrahliger silberner Stern im schwarz und gold geteilten Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Philipp von Spanheim Erwählter (Administrator) (1247 bis 1256)
Wappen gespalten rechts drei schwarze Panther auf Goldgrund (heute Wappen Kärntens). links silberes Band auf rotem Grund.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Ulrich I. (1256 bis 1265)
Wappen: silberweißer segnender Arm mit gestrecktem Zeige- und Mittelfinger im rotem Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Wlodizlaus von Schlesien Kardinal (1265 bis 1270)
Wappen: silberweißer (schlesischer) Adler im roten Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Friedrich II. von Walchen (1270 bis 1284)
Wappen: ein rotes Feld, das eine silberne Mauerkrone mit Zacken nach oben und nach unten quert.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Rudolf I. von Hohenegg (1284 bis 1290)
Wappen: Schwarzer Stierkopf im goldenen Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Konrad IV. von Fohnsdorf (1291 bis 1312)
Wappen: silberne Fahne mit drei gleichbreiten Lätzen im roten Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Weichart von Polheim (1312 bis 1315)
Wappen: siebenfach schräg rot-silbern geteiltes Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Friedrich III. von Leibnitz (1315 bis 1338)
Wappen: silbernes Geweih im roten Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Heinrich von Pirnbrunn (1338 bis 1343)
Wappen: Schild schräg geteilt oberer Teil schräg blau-silbern gerautet, unterer Teil silberweiß.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Ortolf von Weißeneck (1343 bis 1365)
Wappen: im roten Feld ein senkrechter silberner Pfahl.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Pilgrim II. von Puchheim (1365 bis 1396)
Wappen:roter Balken im weißen Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Gregor Schenk von Osterwitz (1396 bis 1403)
Wappen: silberner (Dach-)Sparren im schwarzen Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Eberhard III. von Neuhaus (1406 bis 1427)
(Wappen der Herren von Neuhaus zu Greifenfels) von Silber und Schwarz schräglinks geteilt.
Das größere Wappen ist viergeteilt, die Felder 1 und 4 sind geteilt mit einem oberen roten Schildhaupt, unten Silber und Schwarz schräglinks geteilt, die Felder 2 und 3 zeigen in Silber auf einem grünen Dreiberg einen auffliegenden schwarzen Rabe mit goldener Krone, im Schnabel einen goldenen Fingerring haltend.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Eberhard IV. von Starhemberg (1427 bis 1429)
Wappen: Ein aus Maul, Ohren und Nase speiender grüner (später auch blauer) Panther mit gewundenem doppeltem Schwanz im silbernen Feld. Ab etwa 1460 (vielleicht auch schon früher) wird die untere Wappenhälfte von einem roten Tuch abgedeckt.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Johann II. von Reisberg (1429 bis 1441)
Wappen: im goldenen Feld ein schwarzer Schrägbalken.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Friedrich IV. Truchseß von Emmerberg (1441 bis 1452)
Wappen: Wassereimer im blauen Feld, hier: im roten Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Sigmund I. von Volkersdorf (1452 bis 1461)
Wappen der Volkersdorfer (auch Volkenstorfer): Schild mit Hermelinfell überzogen.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Burkhard II. von Weißpriach (1461 bis 1466)
Wappen: ursprüngliches Wappen auf Silber drei schwarze rechte Spitzen,
später: rechte (vom Beschauer linke) Wappenseite schwarz, linke auf Silber drei schwarze rechte Spitzen
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Bernhard von Rohr (1466 bis 1481)
Wappen: gespalten von rot nach Weiß mit eineinhalb (oder zweieinhalb) Zinken
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Johann III. Beckenschlager (1481 bis 1489)
Wappen: stehender gekrönter Löwe farblich waagrecht geteilt, oben golden, unten blau,
Feld waagrecht dreigeteilt in blau, rot, gold
rechteckige Kartusche, Halbrelief, Marmor, Inschrift auf Spruchband
Insignien: Kreuz, Mitra, Krummstab
das linke Wappen zeigt das Wappen des Fürstersbistums Salzburg
Schüttkasten
Festung Hohensalzburg
ca. 1484
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Friedrich V. von Schaunberg (1489 bis 1494)
Wappen gespalten von rot nach weiß.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Bildnutzungsbedingungen der Universitätsbibliothek Salzburg beachten Sigmund II. von Hollenegg (1494 bis 1495)
Wappen: weißer Storch mit ausgebreiteten Flügeln im goldenen Feld.
Universitätsbibliothek Salzburg (Handschrift M I 175)
Leonhard von Keutschach (1495 bis 1519)
Wappen: silberne Rübe im schwarzen Feld,
quadratische Kartusche, Halbrelief, Marmor
das linke Wappen zeigt das Wappen des Fürsterzbistums.
Um die beiden Wappen sind die bischöflichen Insignien Kreuz, Mitra und Krummstab (Bischofsstab) angeordnet
Nonnberggasse
Haus Nr 18
ca. 1495 bis 1519

Die Wappen der Fürsterzbischöfe der Neuzeit bis 1800

Nr Wappen Beschreibung Standort Jahr
Matthäus Lang von Wellenburg
Wappen: Ein Türband in Lilienform, zur Hälfte rot, zur Hälfte silbern im silbernen nach rot längs geteilten Feld.
Rechteckige Kartusche, Flachrelief,
Wappenfeld hier viergeteilt, im 1. und 4. Feld das Wappen des Fürsterzbistums
Matthäus-Lang-Zisterne
Festung Hohensalzburg
1539
Ernst Herzog von Bayern
Wappen: Das geviertete Wappen ist seit etwa 1340 das Wappen von Altbayern. Im 1. und dritten Feld zeigt das Wappen der Pfalzgrafen vom Rhein, seit 1214 auch das der Wittelsbacher (Bayern), den goldenen Löwen auf schwarzem Grund, das 2. und 4. Wappen mit dem Bayrischen Rautenschild wurde 1242 zum Wappen der Wittelsbacher.
Dukaten von 1547 1547
Michael von Kuenburg
Wappen: viergeteilter Schild, Das 1. und 4. Feld sind längs rechts rot und links silbern geteilt, mittig eine rechts silberne, links rote Kugel,
das 2. und 4. Quartier quer von Schwarz nach Silber geteilt, mit senkrechtem sechsnägeligen Torband in gewechselten Farben.
Rechteckige Kartusche, Flachrelief, Marmor, Inschrift auf Tafel
Hier findet sich anstelle des oben bezeichneten 1. und des 4. Feldes allerdings als Wappenvariante das Wappen des Fürsterzbistums
Großes Zeughaus
Festung Hohensalzburg
1559
Johann Jakob von Kuen-Belasy
Wappen: viergeteilter Schild, 1. und 4. Quartier silbener Löwe im quergeteilten silbernen Feld
2. und 3. Quartier offenes zweiflügeliges silbernes Tor im roten Feld.
Rechteckige Kartusche, Halbrelief, Marmor, Inschrift auf Tafel
das zweite Wappen links ist jenes des Fürsterzbistums
Gstütthof
Nonntal
ca. 1579
Georg von Kuenburg
Wappen (wie Michael von Kuenburg): viergeteilter Schild, erstes und viertes Quartier längs rechts rot links silbern geteilt, mit mittiger rechts silberner, links roter Kugel,
das 2. und 4. Quartier quer von Schwarz nach Silber geteilt, mit senkrechtem sechsnägeligen Torband in gewechselten Farben.
Rechteckige Kartusche, Flachrelief, Marmor, Inschrift auf Tafel
linkes Wappen: Fürsterzbistum Salzburg
Arbeitshaus
Festung Hohensalzburg
ca. 1586
Wolf Dietrich von Raitenau
Wappen das Mittelschild zeigt eine schwarze Kugel im silbernen Feld Das Hauptfeld ist viergeteilt, das 1. und 4. Quartier zeigt eine eine mittige dreispitzige Krone und ist längs rot und silbern geteilt, dass 2. und 3. Quartier ist längs geteilt und zeigt rechts einen roten Löwen im silbernen Feld, links einen silbernen Schrägbalken im blauen Feld.
Rechteckige Kartusche, Halbrelief, Marmor, Inschrift auf Tafel
Bürgermeisterturm
Festung Hohensalzburg
1588
Markus Sittikus von Hohenems
Wappen: ein goldener aufrecht schreitender Steinbock im grünen Feld.
Darüber hier das Wappen des Fürsterzbistums Salzburg.
Ovaler Ornamentrahmen, Halbrelief, Marmor
zweigeteilter Schild mit reichen Voluten darüber Legatenhut, verziert mit je sechs Quasten
außen als Schildträger: Salzburger Wappenlöwe und Steinbock (Wappentier von Markus Sittikus)
Schloss Hellbrunn, Römisches Theater 1615
Paris Graf von Lodron
Wappen: Silbener schreitender Löwe mit dem Brezelschweif (heraldisch gelöwter Leopard) im roten Feld.
Rechteckige Kartusche, Halbrelief, Marmor, Inschrift auf Tafel
Lodronsche Wehrmauer, beim Amorbrunnen hinter dem Großen Saal Mozarteum
Schwarzstraße
1627
Guidobald Graf von Thun und Hohenstein
Wappen: Das viergeteilte Hauptschild besitzt hier eine Mittelschild. Das Mittelschild zeigt einen silbernen Querbalken im roten Feld. Das 1. und 4. Feld des Hauptschildes zeigt im blauen Feld einen silbernen Schrägbalken mit gleichfarbiger Einfassung, das 2. und 3. Feld sind längs geteilt rechts ist ein schwarzer Adler im silbernen Feld, links ein silberner Querbalken im Schwarzen Feld.
Ovaler Ornamentrahmen. Halbrelief, Marmor
Marstall-Wandbrunnen
Hofstallgasse
ca. 1660
Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg
Wappen Beschreibung siehe Nr. 3 (Michael von Kuenburg).
Ovaler Ornamentrahmen, Halbrelief, Marmor
Langer Gang
Domplatz
ca. 1668-1670
Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein
Wappen: Siehe Nr. 9 (Guidobald Graf Thun).
Ovaler Ornamentrahmen, Flachrelief, rechteckiger Kartusche, Marmor
Mirabellgarten
südlicher Zugang
1689
Franz Anton Fürst Harrach
Wappen: drei silberne Straußenfedern, in einer goldenen Kugel steckend in rotem Feld. (Anm. solche Straußenfedern-Bälle konnten einst als Frühform von Federbällen dienen.) Über dem Wappen der Fürstenhut
Ovaler Ornamentrahmen, Vollrelief, Marmor, Inschrift auf ovaler Tafel mit Voluten
Alte Residenz
Residenzplatz
1710
Leopold Anton Freiherr von Firmian
Wappen ist als viergeteiltes Hauptschild mit einem Mittelschild gestaltet. Das Mittelschild zeigt eine goldene Krone im silbernen Feld. Das 1. und 4. Feld zeigt auf rotem Grund drei silberne Querbalken, über dem obersten Querbalken 3, über dem mittleren Balken 2 und über dem unteren Balken 1 mondförmiger "Bogenstrich". Das 2. und 3. Feld zeigen ein silbernes Hirschgeweih mit 4 goldenden Sternen an den vier Enden im blauen Feld.
Ovaler Ornamentrahmen, Halbrelief, Marmor
Pfleggericht Lofer
Lofer 1
1731
Jakob Ernst Graf Liechtenstein
Wappen Hauptschild mit Mittelschild
Mittelschild: umgestürzte silberne Pyramide im blauen Feld
1. und 4. Feld des Hauptschildes ein silberner doppelt geschweifter Löwe im roten Feld
2. und 3. Feld: oben ein roter halber Löwe im silbernen Feld, unten ein leeres schwarzes Feld
heute: Alter Markt, Sparkassengebäude, ursprünglich Hannibalplatz (Makartplatz) 1747
Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein
Wappen: längs zweigelteiltes Feld, links rot, rechts silbern, darin zwei nasch innen gekehrte silberne Winzermesser
...... ....
Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach
Wappen: Der Herzschild (Stammwappen) zeigt im schwarzen Feld einen weißen Fluss schräg nach rechts unten, im Eck links oben einen goldenen Stern, im Eck rechts unten ein mit drei Blättern besetzter goldener Ast.
Der Hauptschild zeigt oben das Wappen des Erzbistums Salzburg: auf Goldgrund einen aufrechten schwarzen Löwen, daneben ein rotes Feld mit silbernen Querbalken.
Feld 1 des Hauptschildes: vorn in Gold ein halber roter Adler, hinten in Silber vier rote Schrägrechtsbalken;
Feld 2, mittig Über dem Herzwappen: mittig in rotem Feld zwei silberne Hände, die Daumen nach innen;
Feld 3: in dem von Gold und Schwarz siebenmal waagrecht geteilten Feld ein weißer Schrägrechtsbalken;
Feld 4 unten rechts (in der Ansicht links): im Silberfeld ein grüner Lorbeerkranz;
Feld 5 (mittig unten): in Silber ein schwarzes schwebendes Tatzenkreuz;
Feld 6 unten links (in der Ansicht rechts): in rotem Feld ein weißer Löwe.
Sigmundstor 1766
Hieronymus Graf Colloredo
Wappen: Vierteiliger Hauptschild mit Mittelschild. Mittelschild mit schwarzem Feld und waagrechten Querbalken darin doppelköpfiger schwarzen Adler mit einer Krone zwischen den Köpfen; 1. und 4 Feld des Hauptschildes schwarzer schwebender Löwe in goldenem Feld, 2. und 3. Feld silberner waagrechter Querbalken im roten Feld

..... ....

Die Wappen der Erzbischöfe der Neuzeit nach 1800

Nr Wappen Beschreibung Standort Jahr
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Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg - Administrator (1812 bis 1814),

persönliches Wappen: gespalten und zweimal geteilt:
Feld 1 und 4 in Gold drei übereinander schreitende schwarze Löwen
Feld 2 in Blau drei goldene Tannenzapfen (Abstammung von Herren von Tann);
Feld 3 in Blau über schwarzem Dreiberg eine goldene Sonne (Herrschaft Sonnenberg).
Feld 5 und 6 Wappenvermehrung durch kaiserliches Gnadenzeichen, Feld 5 von Rot und Silber gespalten ein farbgewechselter Doppeladler; Feld 6 in Rot ein Silberbalken
Das Schildhaupt zeigt wegen des Erbtruchsessenamtes einen goldenen Reichsapfel


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Leopold Maximilian von Firmian Administrator "in spiritualibus" (1816 bis 1822)
persönliches Wappen: gleiches Wappen wie Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian

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Augustin Johann Joseph Gruber (1823 bis 1835)

Erster Erzbischof Salzburgs, der nicht aus einer adeligen Familie stammt!
Wappen: Das Wappen bezieht sich auf den Namen der Familie: In blauem Schild auf grünem Boden zeigt es einen weiß gekleideten Engel, der mit seinem Spaten eine Grube schaufelt, rechts davon steht ein grüner Strauch


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Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg Kardinal (1836 bis 1850)
Wappen: Das Wappen der Fürsten Schwarzenberg ist viergeteilt und besitzt ein Herzschild.
Das Hauptschild ist im 1. Feld Silber und Blau siebenmal gespalten,
Das 2. Feld zeigt in Silber nebeneinander drei aufragende rote Spitzen,
Das 3. Feld in Silber ein schräger fünfmal gestummelter und am Ende brennender schwarzer Ast,
Das 4. Feld in Gold einen abgehauenen Türkenkopf mit schwarzem Schnurrbart und darauf ein schwarzer Rabe mit goldenem Halsband, mit der Kralle das linke Auge des Türkenkopfes auskratzt.
Im Herzwappen rechts in Rot auf einem schwarzen Dreiberg ein gezinnter silberner Torturm, links in Blau drei goldene Kornähren
>
Maximilian Josef von Tarnóczy
Wappen: Das Feld ist blau über Grün geteilt, darin ein rechts ansteigender silberner Felsen mit einem schreitenden zweischweifigen roten Löwen, in der Rechten einen Degen, in der Linken drei silberne Rosen haltend.
Über diesem Wappenfeld das Wappen des 1850 neu begründeten Kronlandes ("Herzogtums") Salzburg
Ovaler Ornamentrahmen, Vollrelief, Marmor
Erzbischöfliches Palais
Kapitelplatz Nr. 2
ca. 1870
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Franz de Paula Albert Eder OSB (1876 bis 1890)
Wappen:
>
Andreas Rohracher (letzter Erzbischof, der den Titel "Fürsterzbischof" trug)
Wappen hier einfach: Sbg. Landeswappen, darunter silberer Wellenbalken mit grünblättrigem schwarzen Rohrkolben

Eine aufwändigere Wappengestaltung zeigt fünf Felder (viergeteilter Schild + eingesetzte Spitze):
Feld 1 gekreuzte goldene Schlüssel (St. Peter),
Feld 2 gespalten, vorne in Gold schwarzer rot bewehrter Adler, hinten in Rot ein links gewendeter wachsender goldener Krummstab (Bistum Chiemsee),
Feld 3 in Rot übereinander zwei goldene Löwen,
Feld 4 ein Kreuz,
Feld 5 in Silber einen grüner Schildfuß mit silbernem Wellenbalken (stehen für die "Ache"), aus dem drei Rohrkolben (stehen für das "Rohr") wachsen

Edmundsburg
auf dem Mönchsberg
20. Jahrhundert

Das Wappen bezieht sich auf den Nehmen der Familie: In blauem Schild auf grünem Boden ein weiß gekleideter Engel, der mit seinem Spaten eine Grube schaufelt, rechts davon ein grüner Strauch.

weitere Wappenbilder

  Wappen der Salzburger Erzbischöfe und Fürsterzbischöfe – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

  • Seyler, Gustav A. [Bearb.]; Siebmacher, Johann [Begr.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 1,5,1,1): Bisthümer — Nürnberg, 1881 [6]

Einzelnachweise