Ferdinand Georg Waldmüller

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"Der Fuschlsee", Ölgemälde um 1835

Ferdinand Georg Waldmüller (* 15. Jänner 1797 in Wien; † 23. August 1865 in der Hinterbrühl bei Mödling) war viele Jahre Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien und gilt als der bedeutendste Maler der Biedermeierzeit.

Leben

Die Mutter Elisabeth stammte aus Ried im Innkreis, der Vater Georg aus dem Waldviertel. Seine großartigen Porträts, Genre- und Landschaftsbilder machten ihn bald sehr bekannt und berühmt. Manche davon kann man immer wieder auf Kunstkalendern oder in Ausstellungen bewundern.

Ferdinand Georg Waldmüller in Hof

Kaum bekannt dürfte jedoch sein, daß Waldmüller sich im August 1835 auch in Hof aufhielt (erst 1951 wurde Hof in „Hof bei Salzburg“ umbenannt). Er hatte sich ab Anfang August 1835 Urlaub genommen und war nach Bad Ischl gereist. Während seines Aufenthaltes malte er das berühmte Bild des Dachsteins vom „Sophien-Doppelblick“ in Bad Ischl aus, sowie drei Bilder von St. Wolfgang. Er machte jedoch auch einen Abstecher nach Hof und schuf das Bild „Der Fuschlsee mit dem Schafberg“, Größe 54 x 28.5 cm, Öl auf Karton. Das Bild zeigt den See mit Feldberg, einen kleinen Teil der Schober-Südseite, Eibenseekopf, Schafberg, den Ellmaustein über dem Ort Fuschl und rechts im Hintergrund das Katergebirge mit der Katrin bei Bad Ischl. Wenn man zwischen Ellmaustein und Katrin durchblickt, ist in der Ferne noch der Sandling zu erkennen. Im Vordergrund sieht man das „Moor” und - nicht mehr fertig ausgemalt - das Bauernhaus von „Strumegg”. In bisherigen Veröffentlichungen, zum Beispiel auch in einer 1996 erschienenen, wunderbar gestalteten Waldmüller-Biographie, ist dagegen der Hausname des Bauerngutes mit „Unter-Höfner“, sowie der Standort des Malers unrichtig angegeben.

Der Platz, an dem der berühmte Maler damals seine Staffelei aufgestellt haben muss, konnte anhand einer Kopie des Bildes ziemlich genau lokalisiert werden. Er liegt auf einem kleinen Hügel (früher „Spitzkrämer-Bichl“ genannt), direkt gegenüber dem ehemaligen Gasthof Baderluck, zwischen der heutigen Wolfgangsee Straße und der Seestraße.

Das Gemälde befindet sich heute in der Sammlung der Fürsten von Liechtenstein auf Schloss Vaduz. Eine Abbildung davon ist im Heimatbuch Fuschl am See (Fuschl 1997, S. 445.) enthalten. Die Gemeinde Hof bei Salzburg erhielt von den „Fürstlich Liechtensteinischen Sammlungen“ eine Farbkopie.

Im Jahre der Entstehung des Gemäldes war Ferdinand I. Kaiser von Österreich; Salzburg, das ehemals selbständige, reiche und wesentlich größere geistliche Reichsfürstentum, war nach dem 1816 erfolgten Anschluss an Österreich zum 5. Kreis Oberösterreichs geworden und auf einem politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Tiefpunkt angelangt. Es wurde von einem Kreishauptmann verwaltet, damals Albert Graf Montecuccoli-Laderchi, der der Landesregierung in Linz unterstand. Die Bevölkerungszahl des ganzen Landes betrug nur noch ca. 143 000. Erzbischof von Salzburg war Augustin Johann Joseph Gruber, der frühere Bischof von Laibach (heute Ljubljana, die Hauptstadt von Slowenien). Pfarrvikar in Hof war damals Johann Stöckl. Hof hatte ca. 660 Einwohner.

Das Strumegg-Gut war damals, also noch vor der Grundentlastung, im Eigentum des Benediktinerstiftes St. Peter in Salzburg als Grundherrschaft und an Baderluck-Wirt Simon Aigner zu Leihe vergeben. Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Strumeck ist im Urbar St. Peter, HSB 20, 4. Teil, Folio alt 40 enthalten: "von einem Guet genannt Strumeck bei dem Fuschlsee gelegen, dient jährlich Pfennig (Denare) 12, Hühner 2 und Verehrung in die Stift eine Henne"; das waren die jährlichen Abgaben an die Grundherrschaft St.Peter, deren Güter in dieser Region vom Amtmann des grundherrschaftlichen Amtes Seekirchen verwaltet wurden. Das Bauerngut scheint jedoch ohne Erwähnung eines Hausnamens schon 1494 im erwähnten Urbar auf, wo vermerkt ist, dass es an einen Michael zu Erbrecht verliehen wurde.

Bevor 1957 im Bereich Hof bei Salzburg die neue Trasse der Wolfgangsee Straße (B 158) angelegt wurde, führte die Hauptstraße Salzburg - Bad Ischl ganz nahe unterhalb des Bauernhauses Strumeck vorbei. Der oberste Teil der heutigen Seestraße, abzweigend vom Kreisverkehr Baderluck, ist noch ein Stück dieser 1848 angelegten ehemaligen Hauptstraße.

Das bisher bekannte älteste Gemälde des Schlosses mit dem Fuschlsee ist das Aquarell von Louis Vallée (1773-1838) aus dem Jahre 1826.

Nach diesen kurzen historischen Stichwörtern abschließend noch einmal zu Waldmüller:

Vor mehr als 170 Jahren hat die Schönheit der Landschaft um den Fuschlsee diesen berühmten Maler fasziniert. Als eine der größten Malerpersönlichkeiten seiner Epoche schuf er großartige Werke, die bis heute ihre Anziehungskraft auf die Betrachter nicht verloren haben.

Viele tausend Menschen, die Jahr für Jahr während ihres Urlaubes Erholung in der Salzburger Seen-Region und im angrenzenden (historisch echten) oberösterreichischen und steirischen Salzkammergut suchen, genießen diese Landschaft, die Waldmüller in seinen Werken so meisterhaft dargestellt hat.

Quelle

  • Eigentext Martin Gschwandtner