Franz Joseph von Herz in Herzfeld

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Dr. iur. utr. Franz Joseph Herz, geadelt als von Herz in Herzfeld (* 1681? Babenhausen, Bayerisch-Schwaben; † 8. November 1739), war Professor der Rechte zu Salzburg.

Leben und Wirken

Franz Joseph Herz erblickte das Licht der Welt als Sohn eines Weinwirts in dem schwäbischen Städtchen Babenhausen, das den Grafen Fugger als Residenz diente. So kam es, dass er aufgrund seiner guten schulischen Leistungen den jungen Rupert Anton Joseph Fugger Grafen von Kirchberg und Weissenhorn (* 1683; † 1724) zum Philosophiestudium nach Salzburg begleiten durfte, wobei er mit diesem die Lektionen zu üben und ihn bei Tisch zu bedienen hatte.

Nach dem damals für alle Studenten obligaten Philosophiestudium begann Herz das Studium der Rechte und erwarb 1706 den Grad eines Licentiatus iuris. Er wurde im darauffolgenden Jahr Konsistorial- und Hofgerichtsadvokat und dank der Förderung des Fürsterzbischofs Johann Ernst Grafen von Thun Hofratssekretär, bald darauf wirklicher Hofrat. 1717 wurde er zum Doktor beiden Rechte promoviert.

Zugleich wurde er zum Professor an der Universität ernannt. Er hielt Vorlesungen zunächst über Römisches Recht, dann auch über deutsches Staatsrecht, Natur- und Völkerrecht. Bei den Studenten erfreute er sich wegen seiner Gründlichkeit und seines leicht fasslichen Vortrages großer Beliebtheit.

Sein Hauptwerk, die Historia civilis de quatuor mundi monarchiis, widmete er im Jahr 1734 seinem Landesherrn, Fürsterzbischof Leopold Anton Eleutherius Freiherrn von Firmian. Darin wird die Geschichte des Zivilrechts nach der Vision des Propheten Daniel in der Abfolge der vier Weltreiche der Babylonier, Perser, Makedonen und Römer (einschließlich des damals noch bestehenden Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation behandelt. Die dargestellten Geschichtsabläufe nimmt der Autor zum Anlass rechtsethischer Erörterungen, zB „Waren die Kriege der Römer gerecht?“, wobei Argumente einander gegenübergestellt werden, etwa der Zivilisierungsprozess dem hohen Blutzoll. Das prachtvolle Widmungsexemplar ist in der Salzburger Universitätsbibliothek erhalten.

Prof. Herz wurde am 10. August 1733 mit dem Prädikat „von Herz zu Herzfeld“ in den Adelsstand erhoben.

Er starb im Alter von 58 Jahren.

Seinem Sohn Franz Christoph hinterließ er unter anderem eine repräsentative Gemäldesammlung, eine reichhaltige Bibliothek, Galanterieobjekte wie eine Schnupftabakdose aus Schildkrötenpanzer − und nicht zuletzt einen Totenkopf, von dem er sich an die Vergänglichkeit des Irdischen erinnern lassen wollte.

Werk

Quellen

  • Brandhuber, Christoph: Franz Joseph von Herz zu Herzfeld (Universitätsarchiv Salzburg, März 2010), gestützt auf
    • Redlich, Virgil: Die Matrikel der Universität Salzburg 1639 – 1810. – Salzburg 1933.
    • Sattler, Magnus: Collectaneen-Blätter zur Geschichte der ehemaligen Benedictiner-Universität Salzburg. Kempten 1890.
  • Ersch, Johann Samuel; Gruber, Johann Gottfried (Hrsg.): Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge, Zweite Section (H-N), Siebenter Theil. Leipzig, Johann Friedrich Gleditsch, 1830. S. 94 f.