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Leopold Anton Freiherr von Firmian

Leopold Anton Freiherr von Firmian

Leopold Anton Freiherr von Firmian (* 27. Mai 1679 in München, Bayern; † 22. Oktober 1744 in Salzburg), war ein Fürsterzbischof von Salzburg. Unter seine Regentschaft fällt eines der dunkelsten Kapitel der Salzburger Geschichte, die Vertreibung der Protestanten in den Jahren 1731 und 1732.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Er war der Sohn von Franz Wilhelm Freihherrn von Firmian und dessen Gattin Maria Victoria, geborene Gräfin von Thun. Er wurde in München geboren, da sein Vater gerade als kaiserlicher Gesandter in der Stadt weilte. Seine Studien absolvierte er in Salzburg.

Sein kirchlicher Werdegang begann 1713 als Propst und 1714 als Domdechant in Salzburg. Am 22. Mai 1718 wurde er von Fürsterzbischof Franz Anton Fürst Harrach zum Bischof geweiht und zum Bischof des Bistums Lavant ernannt, dann 1724 auch des Bistums Seckau und 1727 von Laibach (heute Ljubljana, Hauptstadt von Slowenien) und am 4. Oktober 1727 Fürsterzbischof von Salzburg.

Die Vertreibung der Protestanten

Nach einer ruhigen Zeit unter dem gemäßigten Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein (Firmians Onkel) und Franz Anton Fürst Harrach wurde die Lage der Evangelischen in den Salzburger Landen sehr ernst, als Firmian den erzbischöflichen Stuhl bestieg. Er rief aus Bayern die Jesuiten in das Land, um mit ihrer Hilfe das evangelische Glaubensbekenntnis auszurotten.

Auf den Marktplätzen oder auf freiem Feld veranstalteten die Jesuiten große Versammlungen, zu denen alle Einwohner kommen mussten. Das Fernbleiben wurde streng bestraft. Die "Ketzer"-Gerichte mehrten sich, die Kerker füllten sich, hohe Geldstrafen wurden verhängt. Aber alle Bekehrungsversuche der Jesuiten hatten nur den Erfolg, dass die Evangelischen sich zu um so freudigerem Bekenntnis ihres Glaubens zusammenschlossen.

Firmian, unterstützt von seinem gewiegten Hofkanzler Hieronymus Cristani von Rall, erließ am 31. Oktober 1731 den berüchtigten Emigrationserlass, der am 11. November bekanntgemacht wurde. Über 20 000 Protestanten wurden des Landes vertrieben (siehe Protestantenvertreibung).

Bautätigkeit

Firmian ließ Schloss Kleßheim fertigstellen sowie die Kapitelschwemme und die Marstallschwemme neu ausgestalten.

Für seinen Neffen Franz Lactanz Graf von Firmian ließ er Schloss Leopoldskron erbauen.

Straßenbenennung

Die Salzburger Firmianstraße ist nach ihm benannt.

Bildergalerie von Wappen des Fürsterzbischofs

Quellen