Gerlinde Santner

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Gerlinde Santner
Die Heimkehr der kostbaren Statue nach der erfolgreichen Auktion: v.l. Michael Neureiter, Pfarramtsleiterin Sr. Lydia Santner und Pfarrkirchenratsobmann Herbert Wallmann, im Hintergrund die spätgotische Pfarrkirche
v.l. Pfarrer Egon Katinsky, PGR-Obfrau Johanna Siller, die Gattin des Geehrten Aloisia Lehenauer, Rupert Lehenauer und Pfarrassistentin Sr. Lydia Santner
Bad Vigauner Sternsingergruppen bei der Überbringung ihres Beitrags für eine gerechtere Welt am Fest der Erscheinung des Herrn. Hinten die GruppenbegleiterInnen (v.l.) Sr. Lydia Santner, Theresia Eibl, Elisabet

Gerlinde Santner, Sr. Lydia Santner (* 1941; † 24. Dezember 2015 in Oberalm) war eine Ordensschwester.

Nachruf

Die Messfeier in der Pfarrkirche Oberalm leitete unter zahlreicher Beteiligung von Mitbrüdern und unter starker Anteilnahme aus Bad Vigaun Prälat Egon Katinsky. Nach dem Gottesdienst folgte der Trauerzug mit der Trachtenmusikkapelle, den Historischen Prangerschützen und Vereinsabordnungen aus Bad Vigaun durch den Markt sowie die Beisetzung in der Grabanlage der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen auf dem Oberalmer Friedhof.

Generaloberin Sr. Emanuela Resch skizzierte die Lebensgeschichte von Sr. Lydia, Gerlinde Santner, mit dem Prädikat „von der dreieinigen Liebe“:

Gerlinde wurde als „Nachzüglerin“ im Jahr 1941 dem Ehepaar Franz und Josefa Santner mitten im Krieg in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Die Volksschule besuchte sie in Alkoven, anschließend die Hauptschule in Eferding (.). Von 1956 bis 1959 besuchte sie die Fachschule für Damenkleidermacher in Hallein. Daraufhin ging sie für drei Jahre in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo sie anfangs in einem Pelzgeschäft, dann in einem Büro als Buchhalterin arbeitete.

1963 kehrte sie nach Österreich zurück und folgte dem inneren Ruf, den sie schon lange in sich trug, bei den Halleiner Schwestern Franziskanerinnen einzutreten, wo sie im selben Jahr auch in das Noviziat aufgenommen wurde. 1965 legte Sr. Lydia die erste Profess ab, danach begab sie sich wieder in die Schule und machte die Meisterprüfung sowie die Lehramtsprüfung für das Bekleidungsgewerbe. 1968 kam sie als Fachlehrerin an die Höhere gewerbliche Lehranstalt, heute Modeschule, in Hallein. Sie liebte Sprachen und so lernte sie Spanisch und begleitete die damalige Generaloberin 1990 auf ihrer Visitationsreise durch Bolivien und Argentinien, wo Sr. Lydia für drei Jahre geblieben ist.

1993 kam Sr. Lydia in die Heimat zurück und es tat sich für sie ein neues Wirkungsfeld auf. Sie erwarb sich das Wissen für die Tätigkeit als Pfarramtsleiterin und begann mit großem Engagement in der Pfarre Bad Vigaun. Mit Freude und Begeisterung hat sie sich mit ganzem Herzen für das Pfarrleben eingesetzt. Ihren Auftrag verstand sie, die Liebe Gottes den Menschen erfahrbar werden zu lassen und die Freude der Auferstehung zu bezeugen. Sr. Lydia hatte immer ein offenes Herz für die Kinder und die Jugend. Sie wollte stets auf den Willen Gottes hören und ihn erfüllen. Ihr geistliches Leben, ihre Christus-Verbundenheit und das Wort der hl. Schrift stärkten Sr. Lydia in den Herausforderungen des Lebensalltags.

Im Juni 2015 wurde Sr. Lydia und wir alle durch die Diagnose einer bereits fortgeschrittenen Krebskrankheit (Lungen- und Knochenkrebs) total überrascht. Nach 22-jähriger Tätigkeit in der Pfarre Bad Vigaun musste sie von heute auf morgen alles aus der Hand geben. Sie vertraute sich und die Pfarre in ihrer schweren Situation, die sie tapfer getragen hat, der dreieinigen Liebe Gottes an – sie lebte die Hingabe und mit dem Satz, den sie immer wieder sagte, „ich habe Ihm mein Leben geweiht, er kann tun mit mir, was er will“, ging Sr. Lydia in tiefer Ergebenheit dem Tod entgegen.

Sr. Lydia konnte im Pfarrhof nichts aufräumen, wegräumen – ja sie konnte nichts mehr übergeben und sich nicht verabschieden vor Ort – nur mehr aus dem Krankenbett bei den vielen dankerweisenden, wertschätzenden Besuchen ihres geschätzten Herrn Pfarrer Kadinskys, ihren geliebten treuen Vigaunern, Freundinnen und Freunden. Sr. Lydia freut sich sicher, dass schon viele ausgestreute Samen aufgehen und reiche Frucht bringen sollen!

So durfte Sr. Lydia am hl. Abend heimgehen in das himmlische Weihnachten. Ein Wort von Moringo, das Sr. Lydia am Krankenbett liegen hatte und das Sr. Cornelia gesehen hat, die sie bis zum Ende begleitete, möchte ich fast als ein Vermächtnis an uns auffassen: „Tut, was er euch sagt. Sagt, was er euch tut. Nehmt, was er euch gibt. Gebt, was er euch nimmt.

Prälat Matthäus Appesbacher hielt beim Trauergottesdienst die Ansprache. Er knüpfte am Moringo-Zitat an:

…Ich habe das auch bei Sr. Lydia vor vielen Jahren nach einem Vortrag über Maria so erlebt. In so manchen Gesprächen hat sie das eine oder andere dieser vier Worte zitiert und so das tägliche Leben oder Denken über eine Sache mit dem Evangelium und mit dem Leben Marias verknüpft. Die Konkretheit der Liebe Marias hatte sie tief im Herzen…

Gerade im Evangelium dieser hl. Messe ist vom kindlichen Vertrauen in den Vater und in seine Fügungen die Rede. Aus diesem kindlichen Vertrauen entspringt die Fähigkeit der Hingabe und die Gelassenheit, wie wir sie in Jesus sehen und wie wir sie auch durch Sr. Lydia erleben durften. Und nun ist sie der Einladung für immer gefolgt: ‚Kommt alle zu mir, die ihr auch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.‘ Amen.

Für die Pfarrgemeinde Bad Vigaun nahm Pfarrgemeinderats-Obmann Rupert Lehenauer Abschied:

… Sr. Lydias unermüdliches Bemühen um uns Bad Vigaunerinnen und Bad Vigauner, angefangen von der Taufe, der Erstkommunion, zur Firmung, bei der Hochzeit bis hin zur Sterbebegleitung, möge reiche Früchte tragen. Für Hinterbliebene hat sie immer tröstende Worte gefunden.

Sr. Lydias besonderes Anliegen war die Kinder- und Jugendbetreuung, vor allem die Ministranten lagen ihr am Herzen. So fuhr Sr. Lydia, als sie noch jünger war, mit ihnen und einer Abordnung von Müttern unter anderem eine Woche auf die Erentrudisalm auf Ferienlager, um den Kindern eine Freude zu bereiten.

Durch die schwere Krebserkrankung im Juni dieses Jahres war Sr. Lydia nicht mehr in der Lage, ihre Pfarre als Pfarramtsleiterin zu betreuen. Sie vertraute sich und unsere Pfarre der dreieinigen Liebe Gottes an und ertrug mit Hingabe zu Gott bis zuletzt tapfer ihre schwere Krankheit. Schwester Lydia, ein herzliches Vergelts Gott für Deine segensreiche Arbeit bei uns in Bad Vigaun. Wir vermissen Dich!

Ein besonderer Dank gebührt Pfarrer Egon Katinsky, der Sr. Lydia 22 Jahre lang bis zu ihrem Tod begleitet hat. Wir gedenken heute auch der verstorbenen Sr. Gerlinde und Sr. Coletta. Ein ganz besonderer Dank gilt Sr. Cornelia, die die letzten 5 Jahre im Pfarrhof mitwirkte und uns auch in Sr. Lydias Abwesenheit eine große Hilfe war. Sie stand Sr. Lydia bis zum Tode treu zur Seite.

Guter Gott, Du hast Sr. Lydia jetzt bei ihrem Namen gerufen. Du weißt um die Liebe zu Dir und das viele Gute, das Sr. Lydia getan hat, du weißt auch um ihre Grenzen. Nimm das Werk ihres Lebens an und lasse sie ganz nahe bei Dir wohnen. O-Herr, gib ihr die ewige Ruhe!

Seitens der Gemeinde Bad Vigaun sprach Bürgermeister Fritz Holztrattner:

…Sr. Lydia hatte es wahrlich nicht immer einfach in ihrem Leben, doch die Bedeutung des ihr selbst gegebenen Namens Lydia klärt auf! Kämpferin – und dies war sie bis zu ihrem Tode. Ich war nicht der Einzige, den sie überzeugen konnte. Durch ihre konsequente und hartnäckige Art und Weise konnte sie viele dazu bewegen, in der Pfarre aktiv mitzuarbeiten.

Nach 22 Jahren Pfarramtsleiterin in Bad Vigaun musste Sr. Lydia auf Grund ihrer Krankheit das Amt niederlegen. Noch zu Erntedank bekam Sr. Lydia den Ehrenring der Gemeinde Bad Vigaun verliehen, den sie stolz am Krankenbett entgegennahm.

Liebe Sr. Lydia, im Namen der Gemeinde darf ich mich für deinen unermüdlichen Einsatz bedanken. Auch wenn wir deine Arbeit nicht immer gleich würdigten, wir wussten sehr wohl, was du alles für uns getan hast. Wir werden dir stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Liebe Sr. Lydia, ruhe in Gottes ewigen Frieden!

Quelle