Michael Neureiter (Politiker)

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Michael Neureiter
Franz Geßl erläutert bei der Krippenausstellung in Kuchl gerade mit Michael Neureiter eine Reliefszene aus "Heilige Nacht", einer Weihnachtslegende von Ludwig Thoma.
Präsentation der Ausgabe "Chronometrie", Mitteilungen Nr. 152, Winter 2017, der "Deutschen Gesellschaft für Chronometrie" mit dem Beitrag "Uhren und Glocken im Schlosshof von Hellbrunn, Salzburg" im Uhrturm der Kapelle im Schlosshof von Hellbrunn in Salzburg; von links: Mag. Josef Kral, Autor der Ausgabe, Ingrid Sonvilla, Leiterin Schloss Hellbrunn und MMag. Michael Neureiter, Autor der Ausgabe. Das historische Uhrwerk stammt aus dem Jahr 1615, aus der Zeit des Erbauers des Lustschlosses Hellbrunn, Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems, der von 1612 bis 1619 regierte.

Mag. theol., Mag. phil. Michael Neureiter (* 28. Mai 1950 in Hallein) ist Theologe und Historiker, Uhrmacher, ehemaliger ÖVP-Politiker, Landtagsabgeordneter und Zweiter Präsident des Salzburger Landtags.

Leben

Er besuchte von 1956 bis 1960 die Volksschule in Hallein, von 1960 bis 1968 das Bundesgymnasium in Hallein und machte 1968 Matura. Es folgte 1968/69 der Präsenzdienst, dann von 1969 bis 1976 das Studium der Theologie und Geschichte an der Universität Salzburg, das er 1975 mit Mag. theol., 1976 Mag. phil. beendete.

Er war dann von 1974 bis 1980 Sekretär des Seelsorgeamts der Erzdiözese Salzburg und 1980/81 Lehrer am Akademischen Gymnasium Salzburg. 1981 bis 1983 arbeitete er als Studienleiter des Bildungshauses St. Virgil in Salzburg und von 1983 bis 2004 als Geschäftsführer des Österreichischen Bibliothekswerks, von 1984 bis 2004 war er Vorsitzender-Stellvertreter des Büchereiverbands Österreichs, seit 2004 Konsulent des Österreichischen Bibliothekswerks, seit 2003 Groß- und Turmuhrmacher (Kleinunternehmen "horologium").

Er ist mit Mag. Franziska, geborene Gall, seit 1974 verheiratet, hat drei Kinder Eva (* 1975), Michael (* 1980) und Susanne (* 1983). Weiters ist er Großvater einer Enkelin und dreier Enkel. Michael Neureiter lebt seit 1983 in Bad Vigaun.

Politische Laufbahn

1976 Beitritt zur ÖVP, 1985 bis 1998 Bezirksobmann des ÖAAB Tennengau, 1992 bis 2000 und 2009 bis 2010 Gemeindeparteiobmann der ÖVP Bad Vigaun, 1997 bis 2005 Bezirksparteiobmann der ÖVP Tennengau; von 1997 bis 2008 Mitglied des ÖVP-Landespräsidiums.

Neureiter gehörte von 1984 bis 2014 der Gemeindevertretung von Bad Vigaun an und war von 1989 bis 2004 sowie von 2009 bis 2014 Gemeinderat.

1984 Abgeordneter zum Salzburger Landtag, 1996 bis 2004 Klubobmann-Stellvertreter der ÖVP im Landtag; von 2004 bis 2008 Zweiter Präsident des Salzburger Landtags, 2004/2005 Mitglied des Österreich-Konvents, 2004 bis 2008 Vorsitzender des Europa-Integrationsausschusses des Salzburger Landtags und Mitglied der Kommission für nachhaltige Entwicklung im Kongress der Gemeinden und Regionen Europas des Europarats. Am 27. April 2008 trat Neureiter von seinen politischen Ämtern zurück, nachdem er sein Auto ohne den ihm tags davor wegen starker Alkoholisierung am Steuer von der Exekutive abgenommenen Führerschein erneut in Betrieb genommen hatte. (ORF Salzburg-27.04.2008).

Ehrenamtliches und zivilgesellschaftliches Engagement

1985 bis 1997 Obmann der Halleiner Arbeitsinitiative (HAI), seit 1965 Mitglied der katholischen österreichischen Studentenverbindung "Illyria" Hallein und seit 1994 deren Ehrensenior, von 1995 bis 2014 war er Bezirksleiter des Salzburger Bildungswerks Tennengau, von 2001 bis 2015 Obmann des Kultur- und Museumsvereines "VICONE" Bad Vigaun, seit 2007 Präsident der Stille Nacht Gesellschaft, von 2008 bis 2016 Obmann der Initiative "Neue Halleiner Stille Nacht-Orgel", seit 2009 Vorsitzender der Dr. Hans Lechner-Forschungsgesellschaft.

Ehrungen und Auszeichnungen

Am Jakobsweg

Abschied von der Herberge
"dort ist das Ende der Welt" - Michael Neureiter am "Cabo Finisterre" nordwestlich von Santiago de Compostela
Essen in der Herberge
Kathedrale von Santiago de Compostela, seitliche Ansicht
Pilger auf dem Weg: v.l. Eusebio aus Italien, Sally aus Finnland, Dan aus Irland und Michael aus Österreich
Kathedrale von Santiago de Compostela
Besuch auf dem Uhrturm mit Antonio

Im Frühjahr 2012 war Neureiter alleine 710 km von Bilbao nach Santiago de Compostela am Jakobsweg in Nordspanien unterwegs. Davon berichtet er:
Ergehen, erwägen, erleben
Ich bin ziemlich erleichtert heimgekommen: Ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Ich habe Kraft in den Haxen bekommen und Kraft für die Seele. Ich freue mich über viele Erlebnisse und Begegnungen. Und: Ich habe sechs Kilo abgenommen.“ berichtet Michael Neureiter aus Bad Vigaun über die vier Wochen nach Ostern, in denen er auf dem „Camino del Norte“ von Bilbao im Baskenland nach Santiago de Compostela in Galicien gegangen ist. Seine tägliche Marschleistung waren 30,8 Kilometer, die Geschwindigkeit im Schnitt vier Kilometer pro Stunde.

Entlang des Nordweges
Neureiter entschied sich für den Nordweg, der zu zwei Dritteln entlang der Nordküste Spaniens Richtung Westen führt und ab Ribadeo in das Landesinnere nach Santiago abzweigt, weil dieser nicht so frequentiert ist wie der meistbegangene „Camino Frances“: „Ich habe mich allein auf den Weg gemacht, oft habe ich stundenlang niemanden getroffen. Ich habe erfahren, dass der Satz ‚Der Weg entsteht beim Gehen.‘ stimmt: Im Ergehen war auch das Erwägen und das Erleben da.

Nach Santiago führen übrigens viele Wege, neben den beiden genannten etwa auch der portugiesische Weg, die Via de la Plata aus dem Südosten oder der wegen starker Höhenunterschiede anstrengende „Camino Primitivo“. Eine Woche lang war Neureiter mit Heidi und Mark Saradeth aus München unterwegs, die in vergangenen Jahren die Via de la Plata und den Camino Primitivo schon gegangen sind.

Regen, dreimal Hagel und Blasen an den Füßen
Weniger Freude hat der frühere Zweite Landtagspräsident, Bad Vigauner ÖVP-Gemeinderat und Spezialist für historische Uhren, mit einem anderen Sprichwort: „Der Weg ist das Ziel:“ „Mein Ziel war die Stadt des Apostels Jakobus. Ich habe aber im Gehen auch mein Leben erwägen können und viel erlebt. Dazu gehören die bunte Zusammensetzung der Pilgerinnen und Pilger aus vieler Herren Länder und die einfachen Quartiere in den Pilgerherbergen, die im wechselhaften Aprilwetter fast immer ungeheizt waren.

Gewöhnungsbedürftig war in den ersten drei Wochen der häufige Regen: „Dreimal hat es auch leicht gehagelt, der Regenschutz musste mehrmals täglich übergezogen werden.

Der tägliche Weg begann mit der Fußpflege mit Hirschtalg und dem Verstauen von wenigen Gepäckstücken im Rucksack, der knapp neun Kilogramm wog. Am Ende des täglichen Pensums war nach zehn bis zwölf Stunden die Fußkontrolle angesagt: „Ich habe in den 23 Tagen, an denen ich größere Strecken gegangen bin, nur einmal Blasen feststellen müssen, die aber mit dem Blasenpflaster gut zu behandeln waren.

Trappistenkloster Sobrado des Monches, ein Höhepunkt
Neureiter nennt auch Höhepunkte auf seinem Jakobsweg: Einen Tag blieb er im Trappistenkloster Sobrado des Monches, das im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Tiefe Eindrücke gab es bei der Ankunft in Santiago und beim Erleben der Kathedrale, in der sich das Jakobusgrab befindet. „Und dass ich am letzten Tag in Santiago um 10 Uhr nachts mit Antonio Conde Fontao den Uhrturm besteigen, das Turmuhrwerk aus 1831 bewundern und Antonio beim täglichen Aufziehen helfen konnte, werde ich nicht vergessen.“ Auch den Besuch am „Ende der Welt“, dem Kap de Finisterre, dem westlichsten Punkt der iberischen Halbinsel, will der Jakobspilger aus Bad Vigaun nicht missen.

Warum er sich den doch strapaziösen Weg überhaupt vorgenommen hat? „Ich habe viele begeisterte Schilderungen von Santiago-Pilgern gehört, darunter von meiner Schwester Agnes und von Bernhard Binder von der Jakobsgemeinschaft Salzburg. Ich wollte die Herausforderung annehmen und bin recht froh über die Fülle von Eindrücken.

Und ob er schon seinen nächsten Jakobsweg plant? „Ich muss jetzt einmal die Erfahrungen der letzten Wochen verdauen. Aber es stimmt schon, dass dieses Erlebnis ansteckend ist!

Pressearbeit über Kunst und Kultur

  • Michael Neureiter ist für die Förderung von regionaler Kunst und Kultur sehr aktiv und sorgt dafür auch für mediale Präsenz.

Quellen

  • Gespräch mit Michael Neureiter
  • SN vom 11. November 2010

Weblinks