Hans Stadelmann

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hans Stadelmann (* 1941; † 1. Mai 1977 am Salzburgring, Koppl), war ein Schweizer Motorradrennfahrer.

Karriere

Hans Stadelmann war mehrfacher Schweizer Meister in der 125er und 250er Klasse und trug sich in die Siegerlisten diverser kleinerer Motorsportveranstaltungen ein, bevor er 1975 auch in der Weltmeisterschaft erstmals reüssierte. Beim Großen Preis von Österreich am Salzburgring erreichte er beispielsweise den 8. Platz, beim GP von Deutschland sogar den 5. Platz im 350er Rennen. Insgesamt landete er in diesem Jahr am 15. Endrang in der WM-Wertung der 350er Klasse.

Beim 350er Rennen des GP von Österreich am 1. Mai 1977 am Salzburgring verunglückte Hans Stadelmann in der 7. Runde tödlich.

Stadelmann und Salzburg

Strahlender Sonnenschein, die gesamte Weltklasse anwesend, rund 70.000 Zuschauer, der Jubiläums-Motorrad-WM-Lauf um den "Großen Preis von Österreich" hätte am 1. Mai 1977 auf dem Salzburgring ein Motorsport-Festival werden sollen. Er endete mit einem Todessturz, mit einer Serie von Schwerverletzten und einem totalen Krach zwischen Veranstalter und den Halbliterstars. Die Auseinandersetzung führte zu einem teilweisen Rennboykott in der populärsten Klasse.

Das Unglück nahm in der siebten Runde des Einleitungsrennens der 350er-Klasse seinen Beginn. Der Italiener Franco Uncini, hinter dem Führenden John Ekerold (RSA) an zweiter Stelle liegend, fuhr zu schnell in die Fahrerlagerkurve ein und wurde mit rund 190 km/h gegen die Leitplanken, die mit Strohballen gesichert waren, geschleudert. Die Maschine schleuderte zurück auf die Strecke, die unmittelbar nachfolgenden Fahrer Johnny Cecotto, Dieter Braun und Patrick Fernandez konnten nicht mehr ausweichen. Ein Massensturz, in dem Menschen, Maschinen und Strohballen durch die Luft geschleudert wurden, war die Folge. Rund zehn Sekunden danach krachte es neuerlich. Der Schweizer Hans Stadelmann raste, ausgerutscht auf einem Öl- und Benzinfleck, mit seiner Yamaha direkt in die Unfallstelle.

Die Bilanz der Katastrophe: der 35-jährige Stadelmann erlag noch auf dem Weg ins Krankenhaus seinen schweren Kopfverletzungen, der Franzose Fernandez musste bis in die Abendstunden operiert werden, der Deutsche Braun, der nach seinen Knochenbrüchen ein Comeback feiern wollte, erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Stauchung der Halswirbelsäule, der Venezolaner Cecotto brach sich die linke Hand, Uncini trug Prellungen davon und ein Streckenposten wurde am Arm verletzt.

Die Rennleitung brach den Lauf in der 15. Runde ab. Und hier begannen erstmals an diesem traurigen Nachmittag die Diskussionen. "Zu spät abgewunken, die Fahrer hielten sich nicht an die gelbe Flagge - Gefahr, Tempo reduzieren - der Rettungsdienst funktionierte nicht", so die allgemeinen Kommentare. Fest steht, dass viele Fahrer ihr Tempo nicht reduzierten. Pilot Max Wiener beschrieb das so: "Wenn ich bremse, fahren mir fünf vor, was soll's?"

Eine Reihe von Zuschauern in der Kurve verlor angesichts der vielen Verletzten die Nerven und bewarf die Rettungsmannschaften mit Steinen. Unsportlicher geht es kaum.

Zum Zeitpunkt des Abbruchs führten die Südafrikaner Ekerold und North vor Agostini. Die Jury beschloss das Rennen nicht zu wiederholen, der Lauf zählt, da die Mindestdistanz von zwei Drittel nicht erreicht war, nicht zur WM.

In weiterer Folge kam es zu Protesten der Fahrer der 125er- und 500er-Klassen, die vom Veranstalter verlangten, die Streckenposten neu einzuweisen. Außerdem wurden von ihnen die notärztliche Versorgung, die Rettungshubschrauber und die zu kleinen Spitäler in Salzburg kritisiert. Während die 125er-Klasse mit kurzer Verzögerung gestartet werden konnte, wurde das 500er-Rennen von den Stars der Szene boykottiert. Die erste Startreihe fehlte komplett, insgesamt waren nur 15 Fahrer am Start, von denen nur sechs das Ziel erreichten. Der Bad Ischler Max Wiener nutzte die Gunst der Stunde und lag 17 Runden an der Spitze, ehe er vom australischen Routinier Jack Findlay überholt wurde. Im 125er Rennen gelang dem Straßwalchner Harald Bartol mit Platz 3 seine erste Podestplatzierung in einem WM-Rennen.

Quelle