Schweiz

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geografische Lage der Schweiz in Europa

Die Schweiz ist ein mitteleuropäischer Staat.

Lage

Die Schweiz grenzt an Österreich (Vorarlberg und Tirol), Liechtenstein, Italien (Südtirol, Lombardei, Piemont, Aostatal), Frankreich und Deutschland (Baden-Württemberg).

Bevölkerung

Die Schweiz hat 8,48 Millionen Einwohner (2017), also nicht viel weniger als Österreich (8,77 Mio.), bei ungefähr der halben Fläche Österreichs.

Die vier Landessprachen sind Deutsch (gesprochen von 63,7 Prozent der Bevölkerung), Französisch (20,4 Prozent), Italienisch (6,5 Prozent) und Rätoromanisch (0,5 Prozent).

Die Schweizer Bevölkerung gehört ungefähr zu gleichen Teilen der römisch-katholischen und verschiedenen protestantischen Kirchen (jedoch überwiegend der evangelisch-reformierten Kirche [der in Österreich die Evangelische Kirche H.[elvetischen] B.[ekenntnisses] entspricht]) an, wobei sich das Verhältnis seit langem stetig zugunsten der römisch-katholischen Konfession verschiebt, die christlichen Bekenntnisse überdies insgesamt zurückgehen.

Die Kantone

Allgemeines

Die Schweiz ist ein Bundesstaat (bis 1848: Staatenbund), der aus 26 Kantonen besteht (hier primär nach sprachlichen und geographisch-statistischen Kriterien gegliedert):

  • überwiegend deutschsprachig:
    • Ostschweiz: St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Schaffhausen, Graubünden (letzteres mit rätoromanischer Minderheit und italienischsprachiger Minderheit)
    • Innerschweiz (Zentralschweiz): die drei „Urkantone“: Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden sowie die Kantone Luzern und Zug
    • Zürich, Bern, Solothurn
    • Nordwestschweiz: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau
  • überwiegend französischsprachig (Westschweiz, „Welschland“, „Romandie“): Genf, Waadt, Neuenburg (Neuchâtel), Jura sowie (mit nennenswerter deutschsprachiger Minderheit:) Freiburg (Fribourg) und Wallis
  • italienischsprachig: Tessin

Sechs der Kantone heißen Halbkantone, da sie durch Teilung früherer Kantone entstanden sind:
Obwalden, Nidwalden (entstanden aus Unterwalden); Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden; Basel-Stadt, Basel-Landschaft.

Aus historischen Gründen lassen sich die Kantone konfessionell eindeutig zuordnen:

  • reformierte:
    • die Ostschweizer Kantone mit Ausnahme von St. Gallen und Appenzell Innerrhoden
    • Zürich, Bern, Solothurn sowie die Nordwestschweizer Kantone
    • die Westschweizer Kantone Genf und Waadt
  • katholische:
    • die Ostschweizer Kantone Appenzell Innerrhoden und (überwiegend) St. Gallen
    • die Innerschweizer Kantone
    • die Westschweizer Kantone Neuenburg und Jura
    • der Kanton Tessin

Graubünden

Graubünden ist bei nur 150 000 Einwohnern der flächengrößte Kanton (7 105 km², also fast so viel wie das Bundesland Salzburg) der Schweiz und landschaftlich, sprachlich – Deutsch 68 %, Rätoromanisch 15 %, Italienisch 10 % – sowie kulturell recht vielfältig. Hier entspringen der Rhein, der Inn (im Engadin) und die Gewässer der Graubündner Südtäler, sodass der Kanton teils zur Nordsee, teils zum Schwarzen Meer und teils zur Adria entwässert wird.

Name und Geschichte

Der Name „Graubünden“ weist darauf hin, dass der Kanton auf den bis 1798 bestehenden Freistaat der Drei Bünde zurückgeht. Die Drei Bünde, die in dem Freistaat aufgegangen waren, waren der Gotteshausbund, der Obere oder Graue Bund und der Zehngerichtebund:

  • Der Obere Bund, im Westen gelegen, bestehend aus acht Hochgerichten (diese bestehend aus zusammen 22 Gerichten);
  • der Zehngerichtebund, im Norden gelegen, bestehend aus sieben Hochgerichten (diese zumeist bestehend aus zwei Gerichten), darunter Davos und Klosters;
  • der Gotteshausbund, überwiegend im Süden und Osten gelegen, bestehend aus elf Hochgerichten (jeweils bestehend aus durchschnittlich zwei Gerichten), darunter Chur, Oberengadin, Unterengadin und Puschlav (Poschiavo).

Bundesmitglieder waren zumeist weltliche und geistliche Feudalherren.

Ferner gab es die Untertanenlande der drei Bünde:

  • die Bündner Herrschaft (an der Grenze zu Liechtenstein, auch bekannt als „Heidiland“ und als Weinbaugebiet);
  • Worms (Bormio), Veltlin (Valtellina) und Cleven (Chiavenna), bis 1797 (heute Italien)

Seit 1497/1498 gehörten die Drei Bünde zu den mit der (Schweizer) Eidgenossenschaft verbundenen „Zugewandten Orten“.

Nicht zu den Drei Bünden gehörten die heute in Graubünden liegenden Herrschaft Haldenstein (im Rheintal) und das habsburgische Tarasp (im Unterengadin).

Die Reformation fand in Graubünden nach dem Gemeindeprinzip Eingang, d. h. jede Gemeinde konnte über ihre Konfession entscheiden. Ungefähr zwei Drittel der Gemeinden schlossen sich der Reformation an, rund ein Dutzend wählten die Parität, der Rest blieb katholisch. Die daraus entstehenden Religionskämpfe machten Graubünden zu einem Nebenschauplatz des Dreißigjährigen Krieges („Bündner Wirren“).

Salzburgbezüge

Im Zuge der „Bündner Wirren“ sandte Fürsterzbischof Paris Graf Lodron auf kaiserlichen Wunsch im Jahr 1620 1000 Salzburger Musketiere zum Einsatz gegen die protestantischen Graubündner ins Engadin.[1]Sie wurden aber von den Gegnern überrascht und böse geschlagen.[2]

Der in Salzburg tätige Barockbaumeister Caspar Zugalli (* um 1661; † 1717) stammte aus Roveredo im italienischsprachigen Graubündener Südtal Misox.

Salzburgbezüge

Personen

In den Hungerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg durften zahlreiche unterernährte und bedürftige Salzburger Kinder bei Schweizer Familien einen Erholungsaufenthalt verbringen.

Die auch im Land Salzburg verlaufende Helvetische Zone ist so benannt, da sie ihre größte Ausbreitung in der Schweiz hat.

Weiterführend

Für Informationen zu Schweiz, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen

  • zum Abschnitt „Graubünden“:
Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Graubünden"
Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Bündner Wirren"
Artikel „Bündner Wirren“ im Historischen Lexikon der Schweiz

Einzelnachweise

  1. Artikel „Paris Graf Lodron“ auf salzburgcoins.at.
  2. Quelle nicht erinnerlich.