Kaiser-Franz-Josef-Denkmal

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Das Kaiser-Franz-Josef-Denkmal vor dem Maxglaner Friedhof. Aufnahme 2008.

Das Kaiser-Franz-Josef-Denkmal (auch: Kaiser-Jubiläumsdenkmal) im Salzburger Stadtteil Maxglan ist eine aus Untersberger Marmor gefertigte überlebensgroße Portraitbüste des österreichischen Kaisers Franz Joseph I., die anlässlich des 60jährigen Regierungsjubiläums des Monarchen im Jahr 1908 angefertigt und aufgestellt wurde.

Lage

Das Denkmal steht außerhalb der Mauer des Stadtfriedhofs Maxglan an der Siezenheimer Straße auf dem Grund des ehemaligen Karlbauerngutes, direkt rechts neben dem 1960 eingeweihten Maxglaner Kriegerdenkmal.

Geschichte

Aufstellung

Der „I. Militär-Veteranen- und Kriegerverein Alt-Maxglan“ gab unter seinem damaligen Vorstand Georg Reiter das Denkmal bei dem bekannten Salzburger Bildhauer Leo von Moos in Auftrag. Dieser schuf eine überlebensgroße Büste aus seinem bevorzugten Arbeitsmaterial, dem Untersberger Marmor. Als Unterbau erhielt die Büste einen von der Firma Gollackner aus Marmor angefertigten Sockel. Grund für die Anfertigung war das damals bevorstehende 60jährige Regierungsjubiläum des österreichischen Kaisers Franz Joseph I.

Die Aufstellung und Einweihung des Denkmals wurde am 24. September 1908, am Tag des Regierungsjubiläums des Kaisers, mit feierlicher Untermalung und Böllerschüssen begangen. Als Aufstellungsort wurde der Stöllnergrund vor dem Gasthaus drei Hasen, dem späteren Siezenheimer Platz und heutigen Hans-Schmid-Platz, gewählt. Das Denkmal wurde mit einem Eisengitter eingezäunt und die umgebende Fläche gärtnerisch gestaltet.

Versetzung und Verwahrung

Der Maxglaner Gemeinderat fasste 1930 den wohl auch von politischer Gesinnung getragenen Beschluss, das monarchische Denkmal von der inzwischen „verkehrsreichen“ Kreuzung Siezenheimer Straße/Innsbrucker Bundesstraße absiedeln zu wollen, konnte sich jedoch auf keinen neuen Aufstellungsort einigen.

In seiner 57. Jahreshauptversammlung beschloss 1931 der „I. Militär-Veteranen- und Kriegerverein Alt-Maxglan“ als Errichter des Denkmals, einstimmig, dieses „In Erwägung des Umstandes, dass das an der Kreuzung der Reichs- und Siezenheimer Straße errichtete Kaiserdenkmal sichtlich auf diesem Platze dem Verfall preisgegeben erscheint, aus politischen Gründen die Renovierung und Einzäunung des Denkmals durch die Gemeindevertretung Maxglan nicht zu erwarten ist, in der weiteren Erwägung, dass das Denkmal für den verstorbenen, einst allverehrten Kaiser und obersten Kriegsherren dem politischen Streite entzogen werde und einen dauernden und würdigen Platz der Aufstellung erhalten soll“, in den Friedhofsbereich an die Nordseite der Pfarrkirche Maxglan zu verlegen.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 musste das Denkmal auf politisches Geheiß der neuen Machthaber aus der Öffentlichkeit entfernt werden. Während der Kriegsjahre wurde es daraufhin in der Scheune des „Brennerbauern“ Simon Bayerhammer versteckt, wo es dann auch bis 1985 verblieb und in Vergessenheit geriet.

Neuaufstellung 1985

Auf Initiative des Kameradschaftsbundes Maxglan (als Nachfolger des alten Veteranenvereins) unter seinem Obmann Hans Maurer und mit tatkräftiger politischer Unterstützung des Stadtrates Dietrich Masopust konnte das Denkmal 1985 restauriert und nach mehr als vier Jahrzehnten vor dem Heimathaus Maxglan im Stölzlpark wieder öffentlich aufgestellt werden. Der Platz vor dem Heimathaus zeigte sich jedoch als für das historische Denkmal ungeeignet, weshalb das städtische Hochbauamt es 2004 nahe seinem ursprünglichen Standort vor dem Stadtfriedhof Maxglan in einer gärtnerisch gestalteten Grünanlage, direkt neben dem Kriegerdenkmal, aufstellen ließ.

Der Retter des historischen Kaiserdenkmals, Simon Bayerhammer, verstarb noch im Jahr der Wiederaufstellung 1985. Sein Begräbnis am Maxglaner Stadtfriedhof wurde mit großer und zahlreicher Anteilnahme der Maxglaner Bevölkerung begangen.

Inschriften

Auf zwei am Sockel des Denkmals angebrachten Tafeln finden sich folgende Inschriften:

  • Tafel 1
Kaiser Franz Josef
zum 60.Reg.-Jubiläum
1848–1908
  • Tafel 2
Kaiser
Franz Josef I.
1830–1916

Anmerkung: Kaiser Franz Joseph I. schrieb sich tatsächlich mit "ph", während am Denkmal fälschlicherweise der Name "Josef" geschrieben steht; ein Fehler, der sich aber quer durch jegliche Literatur zieht.

Literatur und Quellen