Lengberg

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Lengberg von Osten
Lengberg von Süden
Der Getzenhof

Lengberg war ein Gebiet im heutigen Osttirol, das (gemeinsam mit dem nördlicher gelegenen Matrei, siehe dort) von ungefähr 1200 bis 1808 zu Salzburg gehörte.

Geografie

Das ehemals zum Gericht Lengberg gehörende Gebiet deckt sich recht genau mit dem Gebiet der heutigen Gemeinde Nikolsdorf, der östlichsten Gemeinde Osttirols. Das Gemeindegebiet erstreckt sich in langgezogener Form entlang der Drau bis zum Kärntner Tor, einer Talenge, durch die der Fluss Osttirol verlässt. Die Berge, die im Norden (Ziethenkopf) und im Süden (Hochstadel) das Gemeindegebiet säumen, bilden zugleich die Grenze gegen Kärnten.

Gemeinde, Dorf und Schloss

Die Gemeinde Nikolsdorf umfasst die Katastralgemeinden Nikolsdorf, Lengberg und Nörsach.

Zur Gemeinde gehört auch das Haufendorf Lengberg, das westlich des Hauptortes Nikolsdorf liegt.

Über dem Dorf Lengberg thront Schloss Lengberg, das heute dem Land Tirol gehört und als Bildungsstätte (nicht allgemein zugänglich) genutzt wird.

Neben dem Schloss das zweite markante Gebäude der Ortschaft Lengberg ist der vom salzburgischen Pfleger Joseph Franz Getzinger erbaute „Getzenhof“, seinerzeit Sitz des Pflegamtes.

Nikolsdorf hat einen Eisenbahnanschluss und den Flugplatz Lienz-Nikolsdorf.

Geschichte

Das Gebiet unterstand, wie Windisch-Matrei, der Salzburger Landeshoheit, war also keine der bloß „„ausländischen“ Salzburger Herrschaften.

Das Gebiet war ein „Gericht“, also nicht einfach eine Herrschaft.[1] Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde Lengberg als „freie Herrschaft“ bezeichnet, weil es keine Rekrutierung zum Militär, keine Steuern und keine Zölle kannte.[2]

Benannt war es nach Schloss Lengberg, das bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts der Sitz der Verwaltung war.

Das Gericht Lengberg teilte Salzburgs politisches Schicksal noch 1806 – damals zählte es 778 Einwohner,[3] als es wie das gesamte Land an das Kaisertum Österreich fiel. Der Kaiser (Franz II./I.) trennte Lengberg allerdings vom Herzogtum Salzburg ab und wies es dem Herzogtum Kärnten (Tirol war gerade bayerisch geworden) zu. Nach dem Krieg von 1809 fiel das Gebiet an Frankreich und gehörte zu dessen Illyrischen Provinzen. 1814 wieder (so wie ganz Tirol und Kärnten) zu Österreich zurückgekehrt, wurde es im Jahr 1816 Tirol angeschlossen.

Literatur

  • Wernspacher, Anton: Die Herrschaft Lengberg. In: Osttiroler Heimatblätter (Heimatkundliche Beilage des "Osttiroler Boten"): Nr. 6/1954 (1. Teil), Nr. 7/1954 (2. Teil), Nr. 8/1954 (3. Teil), Nr. 9/1954 (4. Teil), Nr. 10/1954 (5. Teil), Nr. 11/1954 (6. Teil), Nr.  9/1956 (12. Teil), Nr. 10/1956 (13. Teil), Nr. 11/1956 (14. Teil), Nr. 12/1956 (15. Teil), Nr. 1/1957 (16. Teil), Nr. 2/1957 (17. Teil), Nr. 3/1957 (18. Teil), Nr. 4/1957 (19. Teil), Nr. 8/1958 (20. Teil), Nr. 10/1958 (21. Teil), Nr. 11/1958 (22. Teil), Nr. 12/1958 (23. Teil), Nr. 1/1959 (24. Teil), Nr. 2/1959 (25. Teil), …[4] (verfasst 1806; zur Verfügung gestellt von Th. Innerhofer, Lehrer in Ruhe)

Quellen

Weblink

Fußnoten

  1. Vielmehr war das kleine Gebiet auf 19 unterschiedliche Grundherrschaften sowie einige freieigene Güter aufgeteilt, vgl. Wernspacher aaO Nr. 11/1958 und Nr. 1/1959.
  2. Lasser aaO.
  3. Wernspacher aaO Nr. 10/1958.
  4. Der 25. Teil endet mit der Verheißung „Fortsetzung folgt“, eine solche findet sich aber zumindest in den Jahrgängen 1959 bis 1961 nicht.