Nothaft

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Die Herren von Nothaft (auch: Notthafft) waren ein bayerisches Adelsgeschlecht, das im 16. und 17. Jahrhundert auch in Salzburg vertreten war. Für Salzburg ist die Linie von Wernberg, einer Burg nahe dem gleichnamigen Ort in der Oberpfalz, von Bedeutung.

Geschichte

Georg von Wispeck, Erbkammermeister und Hauptmann zu Salzburg, heiratete im Jahr 1487 Catharina, Tochter des Georg (des Älteren) Notthafft von Wernberg zu Aholming und Rathsmannsdorf und der Regina Stauff von Ehrenfels.[1] Durch die Heirat mit Catharina Notthafft gelangte Georg Wispeck in den Besitz der halben Burg Wernberg, die andere Hälfte erwarb er 1509 von den Mitbesitzern.

Die erzstiftischen Besitzungen Wispecks, unter ihnen Schloss Winkl in Oberalm, wurden von einem Pfleger verwaltet, der im „Wyspeckenhof in der Käsgasse bei der Pfarre“ seinen Sitz hatte. Ebenso wie Wernberg und die bayrisch-pfälzische Herrschaft Velburg fielen sie nach Georgs Tod im Jahr 1518 an dessen Sohn Hans Adam, der Wernberg im Jahr 1530 verkaufte.

Hans Adam hatte einen einzigen Sohn Georg Hektor und eine Tochter Anna Amalia. 1565 verheiratete sich Anna Amalia mit Johann Heinrich Notthafft von Wernberg.

Als Georg Hektor im Jahr 1574 starb, fiel der wispecksche Besitz an ebendiesen Johann Heinrich Notthafft von Wernberg. Damit wurde Johann Heinrich Mitglied der Salzburger Landschaft, und die Notthafft wurden als letzte Familie in die alte Landtafel eingetragen, bevor diese im Jahr 1592 erneuert wurde. Johann Heinrich Notthafft von Wernberg diente den bayerischen Herzögen seit 1570 als fürstlicher Rat und Pfleger in Vilshofen (Landkreis Passau), von 1582 bis 1589 auch als Vizedom in Landshut (Niederbayern)). Am 7. März 1595 starb Johann Heinrich durch eine versehentlich zugefügte Schussverletzung in der Nähe von Donauwörth, wo er auch begraben liegt.

Georg Stephan, sein einziger dem Kindesalter entwachsener Sohn und sein Erbe, trat in salzburgische Dienste; 1604 wird er als salzburgischer Kämmerer und Hofrat genannt. Er nannte sich nach seinen Salzburger Besitztümern "zu Trübenbach[2] und Winkel". Er starb im Jahr 1608. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Salzburger Franziskanerkirche, wo noch heute ein Grabstein an ihn erinnert.

Mit seiner Gemahlin Susanne von Taufkirchen hatte Georg Stephan zwei Kinder: Burghard und Anna. Anna heiratete am 23. Mai 1621 Alfons Freiherrn von Lamberg, salzburgischen Kammerherrn und Landeshauptmann.

1623 starb Burghard als letzter Salzburger Nothaft.

Die ehemals Wispeck'schen Besitzungen sowie die Hofmark Triebenbach und andere Güter, die vordem den Herren von der Albm gehört hatten, gingen an die Lambergs.

Johann Heinrich Notthafft von Wernberg hatte mit seiner Gattin Anna Amalia, geb. Wiesbeck, auch eine Tochter Barbara, welche Wolf Friedrich von Closen zu Heidenburg und Unterholzen heiratete. Aus der Ehe ging zumindest der Sohn Johann Stephan von Klosen (* 29. August 1588; † 1616) hervor, der von 1602 an Salzburger Domherr war.[3]

Quellen

  • Wikipedia-Artikel „Notthafft (Adelsgeschlecht)“.
  • Harald Stark, Triebenbach auf www.notthafft.de (2001), gestützt insbesondere auf
    • Helga Reindel-Schedl: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Heft 55: Laufen an der Salzach, München 1989, S. 448 - 451;
    • Helga Reindel-Schedl: Schloß Triebenbach, die Hofmark und ihre Inhaber, in: Heinz Dopsch, Heinz Koerp (Hrsg.): Laufen an der Salzach, Laufen/Salzach 1998, S. 189 - 193;
    • Hans Roth: Zur Baugeschichte von Schloß Triebenbach, in: Heinz Dopsch, Heinz Koerp (Hrsg.): Laufen an der Salzach, Laufen/Salzach 1998, S. 194 - 196;
    • Friedrich Christoph Sedlmaier: Beschreibung und Geschichte des Ritterschlosses Trübenbach bei Laufen in Oberbayern, Oberbayerisches Archiv Bd. 3 (1841), S. 116 - 130.

Einzelnachweise

  1. Harald Stark, aaO bei FN 5, unter Verweis auf BayHStA. München, Pfalz Neuburg, Varia Neoburgica 2857.
  2. Schloss Triebenbach südlich von Laufen im Rupertiwinkl
  3. Johann Riedl, Salzburg's Domherren. Von 1514-1806, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 7, 1867, S. 122-278, Nr. 102 (S. 146) und Aufschwörungsstammbaum Nr. 102.