Oberer Bockhartsee

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oberer Bockhartsee
Oberer Bockhartsee
Oberer Pockhartsee 3703.JPG

Der Obere Bockhartsee ist ein Gebirgssee im Bockharttal im südlichen Pongau.

Lage

Der obere Bockhartsee liegt auf 2 070 m ü. A. im Gemeindegebiet von Bad Gastein.

Seine Fläche beträgt laut Fischerverein Gastein sechs Hektar und er ist sechs Meter tief. Im Gegensatz zum heutigen Unteren Bockhartsee handelt es sich um einen natürlichen Bergsee. Vom Kolmkarspitz aus gesehen liegt der obere See im Norden, von der 2 226 m ü. A. hohen Bockhartscharte aus gesehen im Osten und vom Silberpfennig aus betrachtet im Süden. Westlich des oberen Sees liegt auf 1 872 m ü. A. der Untere Bockhartsee. Der obere See ist sowohl vom Westen (Bockhartscharte, Kolm-Saigurn) als auch vom Osten (Naßfeld, Sportgastein) durch einen bequemen Wanderweg gut erschlossen. Mit seiner imposanten Umgebung ist er einer der schönsten Bergseen in den Hohen Tauern. Früher waren die Berghänge um den See auch ein ergiebiges Mineralienfundgebiet.

Der obere Bockhartsee empfiehlt sich für eine Wanderung, die auch als „Rundwanderung“ angelegt werden kann. Man gelangt von Böckstein über die Mautstraße Gasteiner Alpenstraße nach Sportgastein, von wo aus man zu Fuß vorbei am unteren Bockhartsee zum oberen gelangt. Vom westlich gelegenen Hüttwinkltal, das man über Rauris erreicht, wandert man von Kolm-Saigurn über die Bockhartscharte zum oberen Bockhartsee.

Name

In der Hochblütezeit des Goldbergbaus in dieser Region, im Mittelalter, entstand der Name Pochkarsee. Dieser Name veränderte sich jedoch im Laufe der Zeit zu Pockhart, Bockhardt und schließlich zu dem heutigen gebräuchlichen Namen Bockhartsee[1].

Umgebung

Jeder aufmerksame Wanderer bemerkt im Umfeld des Sees Spuren menschlicher Einwirkung. Wachstumsstörungen auf den Almböden, Halden, Schlacken, Mauerreste und weithin sichtbar auch die Trasse eines Altweges. Auch archäologische Grabungsspuren fallen dort und da auf. Die Spuren weisen unverkennbar auf Bergbau hin. Da der See auf Gasteiner Boden und an der Rauriser Grenze liegt, liegt der Abbau auf Gold auch für interessierte Laien auf der Hand.

Geschichte

Glücklicherweise ist das Gebiet um den oberen Bockhartsee nicht nur als mittelalterliches und neuzeitliches Goldbergbaurevier bekannt, sondern wurde auch als Teil eines länderübergreifenden Forschungsprojektes viel genauer untersucht als vergleichbare Bergbaureviere. Das Forschungsteam ist interdisziplinär und hat schon bisher erstaunliche Ergebnisse erarbeitet. Es würde hier zu weit führen, näher darauf einzugehen. Erwähnt werden muss aber, dass es sich bei dem erwähnten Altweg um eine römische Straßentrasse handelt und dass die Umgebung des Sees in mehreren Perioden - das heißt mit längeren Unterbrechungen - bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt war! Ob der Bergbau bereits in römischer Zeit (oder noch früher) betrieben worden ist, lässt sich aufgrund der Werkzeugähnlichkeit und der Überlagerung des Bergbaugebietes durch den mittelalterlichen und neuzeitlichen Goldbergbau nicht mit Sicherheit sagen. Die Annahme, dass bereits Römer hier Bergbau betrieben haben könnten, beruht auf der eindeutig römischen Straßenanlage, die vom Naßfeld herauf führt und in der Umgebung des Sees endet. Deren Zweck ist außerhalb der Bergbaugeschichte schwer vorstellbar.

Bildergalerie

weitere Bilder

 Oberer Bockhartsee – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

 Oberer Bockhartsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen