Peter Peinstingl

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Peter Peinstingl (* 1988 in Innsbruck, Tirol) ist Organist und seit 2016 Stiftskapellmeister der Benediktiner-Erzabtei St. Peter in Salzburg.

Leben

Peter Peinstingl studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Konzertfach Orgel, Kirchenmusik und IGP (Instrumental- und Gesangspädagogik)-Orgel mit Schwerpunkt Chorleitung (2008 bis 2015), weiters an der Anton Bruckner-Universität Linz und in Florida Orchesterdirigieren.[1]

Neben der musikalischen Laufbahn verfolgte der Osttiroler eine Karriere als Leistungsschwimmer. Unter anderem wurde er bei der österreichischen Hallenmeisterschaft der Nachwuchsklassen in Salzburg (1.2. März 2003) österreichischer Staatsmeister über 200 m Brust.[2]

Er ist seit 2007 international als Solist, Dirigent und Ensemble-Partner tätig.[1] und Preisträger des in der Schweiz ausgetragenen Internationalen Orgelwettbewerbs „Grand Prix de Joseph Bossard“.[3]

Seit 2016 leitete er als Stiftskapellmeister von St. Peter die Stiftsmusik samt Chor.

Porträt

Im September 2016 trat der gebürtige Osttiroler seine erste Kirchenmusiker-Stelle an – als Stiftskapellmeister und Organist in der ältesten Abtei nördlich der Alpen: St. Peter holte sich damit den ersten hauptamtlichen Kirchenmusiker seit langer Zeit. Die Stelle war vakant geworden, da der ehrenamtliche musikalisch-künstlerische Lenker des Klosters, Armin Kircher, im Dezember 2015 überraschend verstarb.

Bei Virgil Steindlmüller, dem Prior der Erzabtei, trafen nach einer Ausschreibung 50 Bewerbungen für das Amt als Kirchenmusiker ein, vier Kandidaten wurden in die engere Wahl gezogen und eingeladen: sie mussten eine längere Probe mit dem Chor abhalten und an einem Sonntag die Gottesdienste an der Orgel musikalisch gestalten. Eine aus Patres gebildete Jury entschied einstimmig. „Dem Herrn Peinstingl wäre der Chor am liebsten in die Arme gehüpft. Die Chemie hat gestimmt“, meinte dazu nachher Virgil Steindlmüller.

Erfahrung sammelte der junge Musiker in Wien. Dort leitete er in der Peterskirche den Chor. „Von St. Peter nach St. Peter“ – so beschreibt er seinen Weg mit einem Augenzwinkern.

Die Begeisterung für Kirchenmusik habe er schon als Kind gespürt. Die Mama nahm ihn öfter in Gottesdienste mit. An der Wiener Musikuniversität vertiefte er später sein Wissen, studierte Orgelpädagogik und Orgel als Konzertfach. Dieser Schwerpunkt kommt ihm nun zugute. In der Stiftskirche wird er nicht nur orgeln, sondern auch die Kantorei leiten und ein Mal pro Woche der Probe vorstehen. Er ist darüber hinaus für die Begleitung des Chorgebets der Mönche zuständig und spielt auch in der Michaelskirche am Residenzplatz.

Ob er den Wechsel in die Mozartstadt als Karrieresprung sieht? „Unbedingt! Eine Stelle von solcher Qualität ist ganz rar“, erklärt Peinstingl. Schließlich handle es sich ja nicht um irgendein Stift in der Waldeinsamkeit.

Als zielstrebig und harmoniebedürftig bezeichnet sich der Tiroler selbst. Er habe genaue Vorstellungen von dem, was er will. Seine Meinung vertritt er klar. Etwa wenn es um seine Fortbewegung geht. Ein Auto besitzt er nicht, gereist wird mit dem Zug und anderen Öffis. „So viel Öko muss sein“, betont er mit einer lässigen Handbewegung.

Während sich Peter Peinstingls Tage größtenteils um Musik drehen, mag er es am Abend daheim lieber ruhig. Dann höre er kaum Musik. Stattdessen vertiefe er sich gern in Bücher. Eine besondere Vorliebe habe er für Krimis. Donna Leons Commissario-Brunetti-Romane verschlinge er für sein Leben gern. Ein bisschen Sport treibe er auch, wenn auch weniger als früher. „Ich war Leistungsschwimmer. Heute mache ich das nur mehr zum Spaß“, sagt der Stiftskapellmeister. Sport im Fernsehen dürfe in geringen Dosen sein. Die Fußball-EM verfolge er auf jeden Fall.

Weil er neben der hohen Kunst in der Musik auch ein zünftiges Handwerk brauche, rolle er seine Tiroler Knödel selbst. Verhungern müsse er nicht, sagt er lachend. Und im Notfall gebe es ja auch noch die Stiftsküche von St. Peter.

Quelle

Fußnoten

Zeitfolge
Vorgänger

Armin Kircher

Stiftskapellmeister von St. Peter
seit 2016
Nachfolger