Virgil Steindlmüller

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P. Virgil Steindlmüller OSB (* 1979 in Prien am Chiemsee, Oberbayern) ist Benediktiner der Salzburger Benediktiner-Erzabtei St. Peter und Pfarrprovisor der der Erzabtei St. Peter inkorporierten Pfarren Abtenau und Annaberg mit Lungötz.

Leben

Geboren wurde der Ordensgeistliche als Michael Adam Steindlmüller.

Im Jahr 1998 trat er ins Priesterseminar der heimatlichen Erzdiözese München-Freising ein und nahm sein Theologiestudium an der Universität München auf. 2002 trat er in die Erzabtei St. Peter ein, wo er den Klosternamen „Virgil“ erhielt. 2007 legte er die Ewige Profess ab, drei Jahre später wurde er zum Diakon geweiht.

Die feierliche Priesterweihe empfing Pater Virgil von Erzbischof Alois Kothgasser am Pfingstmontag des Jahres 2011 in der Kirche der Erzabtei. Ein Freudentag für seine ganze Familie – auch sein Bruder ist Geistlicher. In der ersten Predigt, die der Weihe folgte, rief Pater Virgil dazu auf, sich vom Heiligen Geist entflammen zu lassen: „Er führt uns in der Kirche zusammen. Bauen wir gemeinsam mit unseren Talenten mit am Reich Gottes!“

Als der bisherige Prior Korbinian Birnbacher im Jahr 2013 zum Abt gewählt wurde, musste er einen neuen Prior[1] ernennen. Nach einer Befragung aller Mitbrüder fiel seine Wahl auf Pater Virgil, den damals jüngsten unter den 22 Mitbrüdern.

Mit 1. Februar 2017 übernahm P. Virgil das Amt des Pfarrprovisors der zum Pfarrverband Lammertal gehörenden Pfarren Abtenau und Annaberg (mit der Seelsorgestelle Lungötz).

P. Virgil ist Gründungsmitglied der im Februar 2014 in der Festspielstadt gebildeten Plattform „Armut hat Platz“, die sich der Unterstützung der Bettler widmet.

Porträt

Während Advent für viele hastiges Geschenkekaufen bedeutet, kümmert sich Pater Virgil (34) weniger um derlei Weltliches. Doch auch bei ihm jagt ein Termin den anderen. An die Zeit vor Weihnachten denkt er schon seit Oktober, denn es gibt viel vorzubereiten. Bei der Nikolausfeier, die er organisiert hat, ist sein dichterisches Talent in kleinen Reimen zum Tragen gekommen.

Als neuer Prior der Benediktinerabtei im Herzen der Salzburger Altstadt ist er auch dafür zuständig, dass in den Katakomben frühmorgens bei Kerzenschein Rorate gefeiert werden kann, Weihnachtspostkarten für die Mitbrüder oder am 24. Dezember kleine Geschenke für jeden bereitliegen. Außerdem muss schon früh an den Kirchenschmuck – Blumen und Gestecke – gedacht werden. „Der Stress ist groß, aber trotzdem sind diese Wochen für mich etwas ganz Besonderes“, sagt der Priester.

Im Stiftshof herrscht in diesen Tagen geschäftiges Treiben, viel mehr Menschen als sonst besuchen die Kirche oder den Glühweinstand im Peterskeller. „Dass mehr Leute als sonst kommen, merken wir im Gotteshaus daran, dass viele Kerzen angezündet werden und eigentlich immer jemand zum Beten in den Bänken sitzt.“ Auch etwas mehr zum Putzen gebe es dadurch für das Mesnerteam.

Dennoch findet auch Pater Virgil Nischen, in denen es ruhig ist. Beim Gottesdienstfeiern zum Beispiel. Die Liturgie ist im Advent reduziert, die Texte dafür umso stärker. Und wenn er in St. Peter in den Kreuzgang hinausgeht, ist vom Trubel am benachbarten Christkindlmarkt nichts zu merken. „Leider schießt der Weihnachten ja fast ein bisserl ab“, bedauert er. Immerhin wird schon wochenlang vorher gefeiert. Dabei soll der Advent ja eigentlich die Zeit der Vorbereitung auf das Fest Weihnachten und die Geburt Jesu sein. „Bei uns prallen halt die Welten aufeinander“, meint er schlicht. Ob er dennoch eine Tasse Glühwein in der Stadt mit all ihrem Trubel genießt? „Aber freilich“, so der gebürtige Bayer, der den Markt an sich recht gerne mag.

Vom Räuchern bis zur Würstelsuppe gibt es am 24. Dezember für den 34-Jährigen jede Menge zu tun: „Wir starten um 16.30 Uhr mit einer Vesper in der Stiftskirche“, berichtet er. Danach wird, weil es ja eine Rauhnacht ist, das ganze Haus gesegnet. Um 18.15 Uhr treffen sich die Benediktinermönche vor dem Christbaum, lesen das Weihnachtsevangelium und singen Lieder. Danach geht es zum festlichen Abendessen. Weil das Küchenpersonal frei hat, wärmen sich die Herren die traditionelle Würstelsuppe selber auf, dazu werden kalte Platten aufgetischt. Dann hat jeder noch ein bisschen Zeit, um auf seinem Zimmer in sich zu gehen. Um 23 Uhr wird dann in St. Peter zur Christmette geladen.

Zur eigenen Familie – Virgil Steindlmüller stammt aus Prien am Chiemsee – geht es am zweiten Weihnachtsfeiertag. „Dort bleib ich bis zum Abend. Alle sind da, die kleinen Nichten und alle Großeltern“, freut der junge Priester sich jetzt schon auf diesen Tag.

Quellen

Einzelnachweis

  1. Der Prior ist der Stellvertreter und sozusagen der erste Mitarbeiter des Abtes. Er unterstützt diesen in der Leitung der Gemeinschaft und kümmert sich darum, dass das Leben im Konvent funktioniert. Zum Aufgabenbereich des Priors gehören vor allem innerklösterliche und organisatorische Belange. Das bedeutet zum Beispiel, dafür zu sorgen, dass die Mitbrüder bekommen, was sie brauchen – angefangen bei der Kleidung, über ärztliche Betreuung, Pflege bis hin zum Taschengeld.
Zeitfolge
Vorgänger

Benedikt Röck

Leiter des Pfarrverbandes Lammertal
seit 2017
Nachfolger


Zeitfolge
Vorgänger

Benedikt Röck

Pfarrprovisor von Abtenau
seit 2017
Nachfolger


Zeitfolge
Vorgänger

Benedikt Röck

Pfarrprovisor von Annaberg
seit 2017
Nachfolger


Zeitfolge
Vorgänger

Korbinian Birnbacher

Prior von St. Peter
2013–2017
Nachfolger

Georg Schwarzenberger